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Warum das CSYOU-Video ein Lehrstück in Sachen Cargo-Kult ist

Falk Ebert  2. September 2019  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Marketing

Endlich ist da, worauf niemand gewartet hat:

Die erste Folge des neuen YouTube Formats „CSYOU“ der CSU-Bundestagsfraktion. Und das schon drei Monate nach Rezo.

Nachdem die Schwesterpartei schmerzhaft lernen musste, dass ein elfseitiges PDF (klassischer Fehler) nicht die Lösung ist, hat die CSU sich direkt beim Vorbild orientiert. Und bezeichnet ihre ersten Schritte auf YouTube deshalb auch tatsächlich als Antwort auf Rezo.

Herausgekommen ist ein Lehrstück in Sachen Cargo-Kult:

Hier wurde die Form kopiert, ohne die kulturellen Wirkmechanismen dahinter zu verstehen.

Was die CSU nämlich kopiert hat, sind Äußerlichkeiten:

✅ Hochladen auf YouTube
✅ Junger Protagonist mit gefärbten Haaren
✅ Unruhige Jump-Cuts

Was sie jedoch nicht kopiert haben:

🚫 Hohe Fakten-Dichte dank monatelanger Recherche
(stattdessen: Billige Attacken und Nebelkerzen)

🚫 Quellen-Verlinkung in einem Google Doc
(stattdessen: Überhaupt keine Quellen, z.B. für Anzahl der Flüge durch Gretas Überfahrt)

🚫 Schneller und direkte Dialog
(stattdessen: Mauern auf Twitter, Kommentare verzögert freischalten auf YouTube)

🚫 Jahrelanges Aufbauen von Glaubwürdigkeit
(stattdessen bei grauem Parteimitglied Krawatte aus, Haare färben und los)

Falls ihr Lust habt, schaut euch doch noch mal den direkten Vergleich an:

Rezo: Zerstörung der CDU (ca. 21x mehr likes als dislikes)
CSU: CSYOU Folge 1 (ca. 32x mehr dislikes als likes)

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.