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Warum ich gegen Digitalisierungsprojekte bin

Falk Ebert  5. Februar 2018  2 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Strategie

Die übliche Perspektive auf Digitalisierung ist folgende:

  • Die Welt hat sich total gewandelt, wegen Internet und so.
  • Die Firmen haben das aus irgendeinem Grund verschlafen.
  • Deshalb muss jetzt mit Beraterfirmen ein Digitalisierungsprojekt angestoßen werden.

Klingt logisch, oder? Und alle profitieren davon. Die Berater, die diese Digitalisierungsprojekte verkaufen. Die Manager, die sich damit profilieren. Und die ganze Firma, die dank der Phase der Digitalisierung wieder zukunftsfähig ist.

Daran glaube ich nicht.

Im Gegenteil, ich glaube sogar, ein firmenweites „Digitalisierungsprojekt“ ist von Grund her falsch gedacht. Schauen wir mal, was laut PMI ein Projekt überhaupt ist:

A project is temporary in that it has a defined beginning and end in time, and therefore defined scope and resources.

And a project is unique in that it is not a routine operation, but a specific set of operations designed to accomplish a singular goal.

Die Hervorhebungen sind nicht von mir. Und doch deuten sie genau in die richtige Richtung. Glauben wir denn, dieses Ding, das wir Digitalisierung nennen, hört irgendwann auf? Glauben wir, der Umgang damit ist ein ein einmaliges Unterfangen?

Wenn nicht, dann sind Digitalisierungsprojekte nur Symptom-Bekämpfung. Die wahre Krankheit wird dabei nicht bekämpft – eine an der VUCA-Außenwelt (volatility, uncertainty, complexity, ambiguity) scheiternde Bürokratie.

Um im Bild zu bleiben: Diese Digitalisierungsprojekte haben oft die Wirksamkeit von Globuli. Besonders in DAX-Konzernen. Man fühlt sich danach irgendwie besser, aber am Wirkstoff liegt es sicher nicht.

Und das Gefühl, die Digitalisierung bewältigt zu haben, kann gefährlicher sein, als das Gefühl, dringend mal etwas machen zu müssen. Besonders, wenn der größte Teil des Digitalisierungsprojekts am Ende vor allem ein Ergebnis hat:

Powerpointfolien.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.