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Warum die Enttäuschungen bei Pokémon GO leider keine Überraschungen waren.

Falk Ebert  7. November 2016  Keine Kommentare  3 Minuten zu lesen  Werbung mit und im Internet

Nein, tot ist Pokémon GO noch nicht. Alleine während der Halloween-Phase hat das Spiel laut Forbes rund 23 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet. In fünf Tagen, wohlgemerkt.

Und doch war der Launch und das Ende des Hypes eine Geschichte mit einigen Enttäuschungen:

  • Zuerst das Chaos um den nicht-globalen Launch.
  • Dann die lange anhaltenden Serverprobleme.
  • Dann das Wegfallen der Möglichkeit, weiter entfernte Pokémon aufzuspüren und zu jagen.

Niantic, der Hersteller, hat sich bei allen drei Krisen stets kommunikativ nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Zu viel Schweigen, zu wenig Dialog. Die schlechte Update-Politik wurde zum Meme. Nicht nur Social Media war vom Schweigen betroffen, auch die Presse hat oft auf Antworten vergeblich gewartet.

Das kann man alles verstehen und verkraften. Wirklich schade ist aber, dass Niantic scheinbar nicht wirklich an User-Feedback interessiert ist. Die Feedback-Seite der Website ist eher dafür da, technische Probleme abzuwimmeln. Bei Reddit lassen sie sich nicht blicken. Und die letzten Updates haben nicht das geliefert, was die Spieler bei der Stange gehalten hätte. Es ist nett, dass man jetzt ein Pokémon hinter sich her laufen lassen kann. Was sich die Spieler aber immer gewünscht haben, war die Möglichkeit, auch als fortgeschrittener Spieler noch neue Pokémon fangen zu können.

Leider ist diese fehlende Kundenorientierung keine Überraschung für viele. Besonders nicht für die, die Niantic schon aus Ingress-Zeiten kennen. Der Reddit-Thread mit dem schönen Titel „Dear Pokemon Go Players, I’ve been playing Ingress since 2013 and I can tell you one thing: Niantic will not listen to your suggestions“ ist zwar inzwischen gelöscht, aber die Kommentare darunter sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache:

Honestly, when I started playing P:GO my instant thought was „This game concept is really cool. Oh wait but it’s by Niantic, this game is so fucked.“

Wenn es euch wie mir geht, spielt ihr Pokémon GO höchstens noch ab und zu. Aber ihr habt das Spiel auch noch nicht gelöscht. Hoffen wir also das Beste. Ein besseres System um die fehlenden Pokémon zu fangen und vielleicht ein direktes PvP könnten das Spiel zu alter Stärke bringen.

Wenn nicht, dann wird es eben so wie ein Reddit-User es im oben verlinkten Thread prognostiziert hatte:

This game will be used for years to come as the perfect case study for „alienating customer base with an inability to keep up with demand“

Dann hoffen wir eben auf ein echtes Konsolen-Pokémon auf der Nintendo Switch.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.