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SICHERLICH versteht dein Algorithmus Ironie

Falk Ebert  5. September 2016  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Seitdem Menschen massenhaft das Internet voll schreiben, gibt es einen Traum: Der Traum, aus diesen Äußerungen repräsentative und aussagekräftige Stimmungsbilder zu generieren.

Die dafür notwendige Technik heißt Sentiment Analysis und Wikipedia sagt dazu:

Sentiment analysis (also known as opinion mining) refers to the use of natural language processing, text analysis and computational linguistics to identify and extract subjective information in source materials.

Dazu bieten z.B. sogenannte „Social Media Listening Tools“ automatische Analysen an. Wieder andere nehmen dann diese Werte und bauen Kennzahlen für Werbekampagnen daraus oder liefern Einschätzungen zur politischen Lage.

Ich habe mich dagegen entschieden, in diesem Artikel Namen zu nennen. Aber bitte seid vorsichtig, wenn ihr Aussagen zur Sentiment Analysis hört. Warum? Hier vier Fragen, die ihr euch stellen solltet:

  1. Nutzt eure Grundgesamtheit wirklich soziale Netzwerke. Hat der Teil, der es nicht tut, die selbe Meinung zum Thema?
  2. Posten die Nutzer von sozialen Netzwerken wirklich öffentlich? Denkt mal an Facebook und Deutschland…
  3. Bei wie viel Prozent der öffentlichen Postings, traut sich das Tool überhaupt, eine Meinung zu erkennen? Oft sind das nur 20 bis 30 Prozent.
  4. Unter den Postings, die bewertet werden, bei wie vielen liegt der Algorithmus richtig?

Um das zu illustrieren: Der folgende Tweet wurde von einem führenden Social Listening Tool als „pro Erdogan“ eingestuft.

These: Es gibt (Stand September 2016) keinen Algorithmus, der Ironie und Sarkasmus in Tweets auch nur ansatzweise zuverlässig erkennen kann. Prove me wrong!

Social Listening kann hilfreich sein, wenn ihr selbst in die digitalen Meinungsäußerungen reinschauen wollt. Wenn man den „common sense“-Filter drüber legt, können die Daten wirklich helfen.

Wenn euch aber jemand kommt mit „75 % aller Postings zu unserer Marke sind positiv“, haut ihm die Powerpoint-Folie um die Ohren!

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.