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Wie Menschenleben verschwendet werden

Falk Ebert  18. April 2016  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Werbepsychologie

Viele Menschen denken, sie hätten ein ganz gutes Gespür dafür, wie andere ticken. Dabei kann man mit psychologischen Motiven ganz schnell daneben liegen. Und das mit großen Auswirkungen.

Eine Studie der University of Pennsylvania hat Ärzten am Waschbecken zwei verschiedene Schilder gezeigt:

  1. Hand hygiene prevents you from catching diseases.
  2. Hand hygiene prevents patients from catching diseases.

Genau ein Wort Unterschied, dennoch unterschiedliche psychologische Motive. Und das mit großen Auswirkungen! Die zweite Botschaft lässt den Seifen-Verbrauch um 33 % steigen und das Händewaschen um 10 %. Die erste Botschaft hat absolut keinen Effekt. Null.

Wenn Werbetreibende auf das falsche Motiv setzen, ist das meistens gesellschaftlich harmlos. Dann ist die Kampagne eben weniger erfolgreich. So wie im obigen Beispiel, kann es bei Awareness-Kampagnen aber tatsächlich um ernste Probleme gehen:

  • Was veranlasst Raser langsamer zu fahren, nachdem sie diese Schilder an der Autobahn gelesen haben?
  • Wie kommuniziert man Sicherheitshinweise in gefährlichen Jobs wie in der Stahlindustrie?
  • Wodurch kann man erwachsene Männer dazu bewegen, zur Krebsvorsorge zu gehen?

Und so weiter. Auf die breite Masse gerechnet, geht es hier nicht mehr um Prozentzahlen, sondern um Menschenleben. Und das sollte ein guter Grund sein, ein bisschen empirisch zu testen, bevor man Kampagnen konzipiert. Oder zumindest, um mal einen Blick in die Literatur zu werfen.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.