Navigation

Fünf zentrale Trends, die sich in Snapchat spiegeln

Falk Ebert  11. April 2016  4 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web, Mobile

Snapchat ist doof und kein Mensch braucht das?
Über 200 Millionen  Nutzer sehen das anders.

Unabhängig davon, wer in dieser Frage im Recht ist, sollte man aber ganz genau hinsehen, was den Dienst so erfolgreich macht.

Denn neue Medien sind schwer zu beschreiben, wenn man sie mit den Maßstäben der alten Medien bewertet. „Instagram ist cool? Wozu brauch ich das, ich habe doch Flickr! Und da werden meine Bilder wenigstens nicht verstümmelt!“ Dabei spiegelt jedes Medium Trends wieder, die spannend zu beobachten sind. Bei Snapchat sind es aus meiner Sicht die folgenden großen Bewegungen, die die App stark machen:

1. Weniger Professionalität und mehr Spontanität

Während man als Nutzer in ein Instagram-Foto weniger Zeit steckt als in einen Kunst-Druck, geht Snapchat noch einen Schritt weiter. Wozu viel Liebe in ein Foto stecken, wenn es ohnehin bald schon wieder weg ist? Und das direkte Feedback in Form einer erbarmunglosen Like-Anzahl gibt es auch nicht. Selbst das Weiße Haus gönnt sich auf Snapchat erfrischend unprofessionelle „Shaky Cam“-Aufnahmen.

2. Weniger Vergangenheit und mehr Live

Der fehlende Bilder-Upload und die quasi notwendige Internetverbindung machen Snapchat zu einem Echtzeit-Medium. Zwar kann man die Bilder der Freunde mit einem geringen Zeitverzug konsumieren, der darf aber nicht groß sein. Das Fotoalbum vom letzten Urlaub hat auf Snapchat keinen Platz – alt!

3. Weniger Text und mehr Bild/Video

Du hast Probleme mit Twitter, weil 140 Zeichen nicht ausreichen? Viel Spaß bei dem Versuch, deine Worte in das Text-Overlay bei Snapchat zu quetschen! Wer zum Beispiel mit vielen Worten erläutern möchte, dreht einfach ein kurzes Video davon, anstatt zu tippen.

4. Weniger Netzwerken und mehr echte Freunde

Im Facebook-Zeitalter gibt es „Freunde“ und Freunde. Snapchat scheint wieder mehr für den Kontakt mit letzteren interessant zu sein. Denn es ist eher WhatsApp als Twitter, eher Path als Instagram.

5. Mehr mobile und weniger Web

Was Vine und Co. schon vorgemacht haben, wird hier weiter gemacht: Die Entmachtung des Browsers. Anders als bei Twitter wird hier schon gar nicht mehr aus der App heraus verlinkt – wenn Publisher ihre Inhalte unterbringen möchten, müssen sie in die App rein. Und ja, es gibt 100 Gründe, warum das schlecht ist! Aber es gibt auch einen, warum es gut ist – User Experience.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.