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Miitomo ist die Mischung aus Amen, Purikura und dem Mii-Kanal, die niemand erwartet hat

Falk Ebert  4. April 2016  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Mobile

Die Smartphone-Anwendung Miitomo ist Neuland für Nintendo: Abgesehen von den ersten Pokémon Apps hat Nintendo bislang ausschließlich für die eigene Hardware entwickelt. Das fanden die Investoren allerdings nicht so gut, weil genau diese Hardware in den letzten Jahren etwas schwächelte.

Und noch etwas ist anders. Die App ist für Nintendo-Maßstäbe erstaunlich offen. Selbst Sharing- und Login-Funktionen mit Facebook und Twitter gibt es.

Doch was ist Miitomo eigentlich genau?

Kennt ihr die virtuellen Avatare, die mit der Nintendo Wii eingeführt wurden? Kleine Männchen, die man so bauen konnte, dass sie genau wie eine kleine Version von sich selbst aussehen. Das Prinzip hat Nintendo um eine sehr fein einstellbare text-to-speech Sprachausgabe für die „Mii“ erweitert.

Mein Mii in der App

Und erinnert ihr euch noch an Amen? Das kurz gehypte Startup aus Berlin, bei dem man ständig seine Meinung zu Sachen sagen sollte und Freunde dann zustimmen konnten?

Amen Style bei Miimoto

Ist euch Purikura ein Begriff, die Foto-Automaten aus den japanischen Spielhallen, bei denen man auf sehr spielerische Art Fotos von sich selbst machen kann?

Ein inszeniertes Foto mit einem Mii

Werft diese drei Dinge in einen Topf und ihr habt eine Ahnung davon, was Miimoto ist. Leicht zu begreifen ist das nicht. Denn Nintendo wäre nicht Nintendo, wenn sie eine App gebaut hätten, die ein bestehendes erfolgreiches Prinzip nur kopiert. Und Nintendo wäre auch nicht Nintendo, wenn sie ein Produkt entworfen hätten, das für den westlichen Markt zugeschnitten ist. Aber im Grunde genommen ist Miimoto einfach eine App, bei der man öffentlich Fragen über sich beantwortet und seinen Avatar in Szene setzt.

Bescheuert oder genial? Ich bin noch nicht sicher. Mal schauen, wie lange das Konzept sich trägt und Spaß macht. Liebevoll gemacht ist es allemal.

Und es ist schön zu sehen, dass Nintendo sich nicht nur in Richtung Smartphones, sondern auch Social Logins öffnet und langsam vom Prinzip „walled garden“ ablässt.

Wer Apps aus Fernost (Neko AtsumeLine, Yandere Simulator, …) gerne ausprobiert, um seinen Horizont zu erweitern, sollte einen Blick auf die App werfen. Und mich als Freund hinzufügen. Vielleicht lernt ihr ja noch die eine oder andere Sache über mich.

Mein Mii

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.