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Holprige Landstraßen, wohin das Auge reicht

Falk Ebert  28. März 2016  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Irgendwann hat man auch einfach keinen Bock mehr, über digitale Infrastruktur zu reden. Und aktuell ist es bei mir wieder so weit.

Da muss ich auf Twitter lesen, dass die CeBIT es auch im Jahr 2016 immer noch nicht geschafft hat, kostenloses und stabiles WLAN für alle anzubieten.

Bei Logbuch Netzpolitik höre ich, dass die Netzneutralität auf Europa-Ebene gerade wieder sehr grundsätzlich in Frage gestellt wird.

Als ich meine Freundin besucht habe, hatte sie an ihrer Arbeitsstelle (die übrigens auch für den lokalen Tourismus relevant ist) nur schwaches Edge-Netz. In dem Haus, in dem die Mitarbeiter wohnen, gibt es 0,8 Mbit. Für alle Mitarbeiter zusammen.

Und dann sehe ich Postings bei Reddit, bei dem sich Amerikaner darüber beklagen, dass das Datenvolumen von vier Gigabyte pro Monat nicht ausreicht.

Tief Luft holen.

In Deutschland surfen die meisten in meinem Umfeld immer noch mit einem mobilen Tarif, der nach einem Gigabyte kaputt ist. Nicht gedrosselt, sondern kaputt. Zur Illustration: Möchte man den aktuellen Übertragungsstandard LTE bei einer realistischen Geschwindigkeit von 20Mb/s nutzen, ist das monatliche Volumen nach ungefähr sieben Minuten aufgebraucht. Dafür sind Handytarife in Deutschland aber auch gar nicht mal so billig.

Wenn digitale Infrastruktur doch nur so leicht zu erleben wäre wie Straßen… Dann würde uns nämlich auffallen, dass Deutschland im internationalen Vergleich nur Landstraßen hat. Holprige Landstraßen, die hohe Maut verlangen und dann noch den Straßenbau-Unternehmen die Freiheit lassen, extra Zölle zu verlangen, je nachdem, was ich im Kofferraum habe.

Aber so etwas merkt man nicht, wenn man, wie Günther Öttinger, sein Team twittern lässt.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Seit 2022 auch als freiberuflicher Berater. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.