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Die drei besten Wissenschaftsmuseen der Welt

Falk Ebert  18. Januar 2016  Keine Kommentare  3 Minuten zu lesen  Gefahrgut

In einer Zeit, in der beliebig viel Wissen zu beliebig geringen Kosten für den einzelnen Menschen abrufbar ist, ist die wichtigste Aufgabe des Bildungssystems eines Landes nicht mehr, Wissen bereitzustellen. Es geht stattdessen darum, den Schülern Lust auf Wissen zu machen. Der Rest kommt von alleine. Und mit Schülern meine ich Menschen jeden Alters. Denn in Zeiten des Wandels ist lebenslanges Lernen Pflicht.

Eine tolle Möglichkeit um Lust auf Wissen zu machen sind Wissenschaftsmuseen (oder „Science Centers“). Natürlich habe ich nicht alle der Welt besuchen können und muss die Überschrift dieses Artikels dementsprechend relativieren. Aber wenn ich in einer Stadt bin, in der es eines gibt, versuche ich in der Regel auch hinzugehen.

Hier sind drei, die mir besonders im Kopf geblieben sind.

Platz 3: 香港科學館 Hongkong Science Museum

Auch wenn es nicht besonders groß ist, ist es sehr schön gestaltet. Eine quer durch das Museum gehende Kugelbahn und eine Original Douglas DC-3 prägen das Bild im Inneren. Bei jedem Exponat merkt man, dass darüber nachgedacht wurde, wie man Kindern damit Freude machen könnte.

Der Grund, warum ich es auf Platz drei geschubst habe, ist jedoch ein anderer: Jeden Mittwoch ist komplett freier Eintritt. Es werden fast täglich Schulklassen durch das Museum geführt, die Vergünstigungen oder freien Eintritt bekommen. Davon könnten sich andere Städte gerne mal eine Scheibe abschneiden.

Hong Kong Museum

Platz 2: Amsterdam NEMO Science Center

In Amsterdam ist vieles toll und zukunftsweisend, nicht nur die Drogenpolitik. Das NEMO ist ein Paradebeispiel dafür, warum diese Stadt Spaß macht. Das Museum ist eines der modernsten, die es derzeit gibt. Alles ist interaktiv und lädt zum Ausprobieren und Lernen ein – vom Psychologie-Selbsttest bis zum Staudamm zum Mitbauen. Außerdem gibt es ein wirklich schickes Chemielabor.

Und nicht nur die Form der Präsentation ist modern, auch die Inhalte sind es. So erklären beispielsweise bekannte YouTuber im Bereich zu Liebe und Sexualität, warum Heteronormativität doof ist.

Wissenschaftsmuseum Amsterdam

Platz 1: Shanghai Science and Technology Museum

Wenn es um Repräsentation von Modernität geht, ist den Chinesen nichts zu teuer. Und deshalb hat man in Shanghai gleich das vermutlich eindrucksvollste Wissenschaftsmuseum der Welt gebaut. Auf rund 100.000 Quadratmeter Fläche finden seltene Spinnenarten gleichermaßen Platz wie die Schöpfungsgeschichte oder ein Rubik’s Cube lösender Roboter.

Und nicht nur die Menge, auch die Art der Exponate macht Spaß: Wie ein Astronaut im Aerotrim gedreht werden? Kein Problem. Einen Roboter programmieren? Klar. Seltsam war für mich nur der nicht übersetzte Dialog zwischen Einstein und Newton auf Chinesisch…

Shanghai

Es wird Zeit, dass wir in Deutschland mehr solcher Dinger bauen! Zwar gibt es in Bremen das ziemlich gute Universum Science Center und das etwas betagte Deutsche Museum in München kann sich auch noch sehen lassen – wirklich lebendig werden die Museen aber erst, wenn sie mit reichweitenstarken Veranstaltungen und Schulklassen-Besuchen zum Leben erweckt werden. Und da spielen wir in Deutschland noch nicht in der ersten Liga.

Hab ich euer liebstes Science Center vergessen? Lasst es mich wissen.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.