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Die 5. Staffel Game of Thrones ist gestartet und HBO hat es zum 5. mal komplett verkackt. [Update]

Falk Ebert  13. April 2015  18 Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Update 2: Alles zurück auf Null.

Update: Was keiner aus meinem Freundeskreis wusste, wurde uns netterweise in den Kommentaren mitgeteilt. Es geht ohne illegalen Download in Deutschland. Und zwar bei Amazon. Hier mehr dazu.

Ernsthaft. Ich lass mir nicht die Vorfreude auf die gerade gestartete neue Staffel Game of Thrones nehmen. Aber wie HBO die Serie an den Konsumenten bringen möchte, ist auf so vielen Ebenen gefailed, dass ich Probleme habe, diesen Artikel zu strukturieren. Wo soll ich anfangen?

1. Nicht in legal in Deutschland verfügbar

Die Serie ist ein Ereignis im „global village“. Man schaut es online. Man redet danach online drüber. Deshalb sollte HBO idealerweise dafür sorgen, dass der Content für alle zur gleichen Zeit auf die gleiche Art zugänglich ist. Doch so weit ist die Filmindustrie noch lange nicht.

Geht es in Deutschland legal? Ich sage: Nein. Es gibt zwar diesen Deal mit Sky, aber der ist keine Alternative.

Sky ist einfach keine Firma, die man als digital native ernst nehmen kann.

Ich habe mich eine Stunde lang durch deren hässliche Website(s) geklickt und verstehe immer noch nicht, wie genau deren Produkt-Chaos funktioniert. Ich verstehe nur so viel: Ich bekomme Game of Thrones legal nur mit ganz viel Kram den ich nicht brauche, ohne monatliche Kündigung und ohne Garantie, dass das mit meinem Hardware-Setup funktioniert. Alles genau so, wie The Oatmeal es schon vor Jahren kritisiert hat.

2. Streaming in den USA kaputt

Haben sie es wenigstens in den USA hinbekommen, die Show so anzubieten, dass die legale Nutzung konkurrenzfähig mit den illegalen Downloads ist?

Nicht wirklich.

Schon im Jahr 2012 haben sich zahlungswillige Zuschauer unter dem Motto „Take my money, HBO“ an das network gewendet. Die Forderung: „Bitte, bitte nehmt unser Geld! Im Gegenzug wollen wir einfach nur Game of Thrones per Knopfdruck über das Internet schauen. Ohne völlig überteuertes Kabelfernsehen mitzukaufen.“

HBO hat den Ruf gehört.

Naja, nach Jahren.

Und die Distribution klappt noch nicht so richtig.

Denn eigentlich geht es nur über iTunes.

Und der Stream hat gestern Nacht ein bisschen versagt.

Und das ist bei einem so emotionalen Thema nicht unbedingt gut…

3. Leaks mit enorm schlechtem Timing

Also nehmen wir mal an, man hat die (für unter 50 jährige Menschen komplett inkompatiblen Produkte) von Sky (Deutschland) oder HBO (USA) und schaut es nicht on demand, sondern so wie unsere Großeltern TV geschaut haben. Ist dann alles gut?

Natürlich nicht!

Denn jetzt kommt der Knaller. Die ersten vier Folgen sind zur Zeit der Staffelpremiere geleaked. Die ersten fucking vier Folgen. Und zwar in schlechter Qualität.

Und jetzt kannst du es dir überlegen. Möchtest du die Folgen in schlechter Ton- und Bildqualität sehen, obwohl du sie bezahlt hast – oder buchst du kurzerhand eine fünfwöchige Survival-Tour durch das Hinterland von Nordkorea, um den Spoilern im Internet zu entgehen?

4. Lizenz-Pokern verhindert Bezahl-Flatrates

Und nur der Vollständigkeit halber gesagt: Bei Netflix, Amazon Prime oder sonst irgendeinem Abo-Dienst bekommt man die Serie natürlich auch nicht.

Denn es macht ja viel mehr Spaß, wenn die networks sich wie kleine Kinder im Sandkasten die Förmchen nicht gegenseitig ausleihen. Anstatt den Konsumenten mal zu geben, was sie wollen und dafür zu belohnen, dass sie für gute Inhalte bezahlen.

Fazit

Das Ding ist, es wäre für HBO so einfach noch mehr Geld mit Game of Thrones zu verdienen. BBC hat es neulich mit dem Dr. Who Deal vorgemacht.

Mir ist guter Content etwas wert. Ich gebe monatlich hohe Geldbeträge dafür aus.

Ich möchte natürlich, dass die an Game of Thrones mitarbeitenden Menschen ihre Familien ernähren können.

Und von mir aus sogar die Menschen im HBO Marketing.

Das war nur Spaß, oben.

Gebt mir ein HBO-Spenden-Konto, auf die ich 200 Euro für die Staffel überweisen kann.

Ich mach das.

Aber bitte bitte, Film-Industrie, lass den Quatsch mit dieser anachronistischen Lizenzverwertung.

Lass es einfach.

Danke.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.