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Schriftverwaltung mit Suitcase Fusion 6

Kristof Schmit  12. November 2014  Keine Kommentare  4 Minuten zu lesen  Gefahrgut

Braucht eine kleine Werbeagentur eine Schriftverwaltung? Reicht die „Schriftsammlung“ (Mac) dafür nicht aus? Das haben wir uns auch gefragt und recherchiert. Das Ergebnis vorneweg: Eine kleine Schriftverwaltung macht auch schon für Onemanshows Sinn.

Das Angebot an nennenswerten Fontmanagern ist nicht besonders groß und doch hat sich für uns schnell ein Favorit herausgestellt: Suitcase Fusion, das erst vor ein paar Tagen in der Version 6 erschienen ist.

Suitcase Fusion auf OS X

Ich habe davor lange mit Fontcase gearbeitet. Die Entwicklung wurde aber 2013 offiziell eingestellt. Außerdem haben wir Zuwachs in der Agentur bekommen, sodass es sich gleich doppelt lohnt. Grund genug also, in diesem Bereich für etwas Struktur zu sorgen.

Zunächst jedoch:

Ist dieser Artikel für dich relevant?

Hast du viele Schriftarten auf deinem Rechner installiert, weil du z. B. Layouts für Kunden entwirfst? Beschäftigst du dich mit der Klassifizierung von Schriftarten, weil du Typographie interessant findest? Oder machst du vielleicht Kunst, in der Schrift eine Rolle spielt? Und hattest du die „Schriftsammlung“ am Mac schon mal geöffnet? Schon eine simple Schriftverwaltung kann deine Arbeit effizienter und angenehmer machen.

Wofür benötigst du eine Schriftverwaltung?

Die oben erwähnte „Schriftsammlung“ ist standardmäßig auf jedem Mac installiert. Alle installierten Schriften werden hier angezeigt und können gelöscht oder neue installiert werden. Mehr aber nicht.

Eine Schriftverwaltung bringt durch intelligente Sortierfunktionen nicht nur Ordnung in die Sammlung, Fontmanager aktivieren und deaktivieren Schriften automatisch. Das schont die Ressourcen, besonders bei großen Sammlungen, da nicht immer alle Schriften in den Arbeitsspeicher geladen werden.

Wie wir verglichen haben

Das hier ist nicht der ultimative Vergleich aller Fontmanager – das haben andere schon gemacht. Wir wollten in kurzer Zeit den besten Fontmanager haben. Also haben wir unserem Netzwerk die Frage gestellt: Mit was arbeitet ihr? Die Rückmeldungen konzentrierten sich auf Fontexplorer X Pro und das etwas teurere Suitcase Fusion (sowie FontExpert, Fontcase, Schriftsammlung bzw. gar keinen Fontmanager).

Nach einem groben Screening (primär Optik) haben wir die beiden „großen“ getestet und uns für Suitcase Fusion entschieden. Neben Look und Usability ist insbesondere die Integration in die Adobe Creative Suite (wir nutzen CC) entscheidend gewesen. Auch, wenn es etwas teurer ist als die Konkurrenz, sind wir glücklich über unsere Entscheidung:

Wie sich unser Workflow verändert hat

Suitcase Fusion Plugin in PhotoshopIm letzten halben Jahr mussten wir Suitcase Fusion so gut wie nie starten – die Plugins, die sich automatisch in InDesign und Co installieren, aktivieren die benötigten Fonts ganz automatisch.

Außerdem haben wir es uns als Anlass genommen und alle Fonts sauber nach Kunden sortiert und Duplikate und alte Schriften, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, entfernt.

Da unser Fokus auf Websites und Webapps liegt, sind wir aber noch von einem weiteren Feature sehr begeistert:

Integration von Google Webfonts und Adobe Typekit

Suitcase Fusion integriert das vollständige Google (Web-)Fonts-Angebot sowie synchronisierte Desktop-Kits aus Adobe Typekit.

Die Nutzung von Webfonts ist inzwischen selbstverständlich; Firmen haben ihre Hausschrift nicht mehr nur auf dem Briefbogen, sondern auch im Netz. Webprojekten gibt das noch den finalen Touch. Gerne wird dazu der kostenlose Webfont-Dienst von Google oder Adobe Typekit (Basis-Paket kostenlos für Nutzer von Adobe CC) eingesetzt.

Mit Suitcase Fusion 6 könnt ihr durch alle Google Fonts browsen, Favoriten markieren und sie in eurem System dauerhaft oder temporär aktivieren.

Zu diesem Thema gibt es in Kürze noch einen ausführlicheren Artikel.

Backup in der Cloud

Suitcase Fusion 6 speichert Schriften, Datenbank, Settings etc. in einem Paket „Font Vault“ (zumindest auf dem Mac). Den Speicherort kann man selbst wählen – z. B. also auch in der Dropbox. Auf diese Weise sind alle deine Schriften sicher und du brauchst notfalls nur das Font Vault zu laden und alles ist wieder so, wie es war.

Fazit

Schriften sind sortiert und mal ausgemistet worden, unsere Systeme sind performanter, da die Schriften nicht ständig im Arbeitsspeicher geladen sind. Sie sind aber verfügbar, wenn z. B. Adobe CC sie benötigt.

Und unter dem Strich spart uns Suitcase Fusion täglich an vielen Stellen Zeit und schont die Nerven.

Und noch ein Tipp: das Font Vault lässt sich auf einen anderen Rechner spielen. Auf diese Weise haben wir auf beiden Macs, auf denen Suitcase Fusion im Einsatz ist, die gleiche saubere Schriftsammlung. Ein sehr befriedigendes Gefühl.

Bildnachweis: twobot/Photocase.com, Extensis

Kristof Schmit

Kristof Schmit ist Gründer und Geschäftsführer der Stuttgarter Werbeagentur deepr. Seine erste Website programmierte er in den Neunzigern, als sein 56k-Modem State of the Art war. Passend zu seiner Leidenschaft für Reisen arbeitet er für Kunden auf der ganzen Welt.