Navigation

Produktentwicklung mit Marketing-Fokus am Beispiel Assassin’s Creed

Falk Ebert  3. November 2014  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Marketing

Die Computerspiele von heute sind ganz anders als die Computerspiele von vor zehn Jahren. Denn auch wenn die Indie-Szene dank Mobile und Download-Portalen floriert, wird der Löwenanteil der Gewinne heute mit AAA Titeln wie Call of Duty, Final Fantasy oder Halo eingefahren.

Und hinter diesen Franchises steckt immer ein kluges, marketingstrategisches Konzept. Hier mal kurz am Beispiel Assassins Creed erklärt.

Perfekt auf die Kommunikation zugeschnitten

Was ist das erste, was einem an einem Videospiel im TV-Spot, im Let’s Play Video oder auf der Packungsrückseite auffällt? Richtig, die Grafik. Und genau darauf werden Spiele heute getrimmt. Das Gameplay, das eigentliche ludische (spielartige) Element, ist dabei absolut sekundär.

Und das obwohl tolles Gameplay über schlechte Grafik hinwegtröstet (FTL), schlechte Grafik aber nicht über schlechtes Gameplay (Force Unleashed II).

Assassin’s Creed ist mit Gameplay und Story bei allen Spielen irgendwo zwischen okay (erster Teil) und grottenschlecht (dritter Teil). Aber eines sind sie alle: Grafisch opulente Titel mit distinktivem Look und starkem Key Visual, vom ersten Trailer bis hin zum Packshot. Perfekt für die Vermarktung.

Perfekt auf das Franchise-Building zugeschnitten

Die Videospiel-Industrie hat inzwischen die Film-Industrie wirtschaftlich überholt. Und sie funktioniert in sehr ähnlichen Rahmenbedingungen: Finanzielle Erfolge sind eigentlich nur die großen Blockbuster-Produktionen, die funktionieren. Die müssen dann die ganzen anderen Produktionen mittragen. Daraus folgt unweigerlich der Drang dahingehend, ein gut funktionierendes Spiel und die dazugehörigen Trademarks sofort maximal auszuschlachten. Weitere Spiele, Spinoffs, Actionfiguren, Bücher, …

Genauso wie es relativ klar ist, warum in der Filmwelt ein Cars 2 vor einem Nemo 2 erscheint (Spielzeugautos verkaufen sich besser als Plüsch-Clownsfische), werden auch PC-Spiele inzwischen komplett auf Ausschlachtung der Verwertungsrechte optimiert produziert.

Kein Grund zur Sorge

Und das ist gar nicht mal so schlecht. Denn so entstehen Welten, in die man als Fan richtig tief eintauchen kann. Wenn die Story im Spiel flach ist, dann eben mit den dazugehörigen Büchern, Wikis oder Comics.

Und wenn es einem mal wieder zu viel mit Blockbuster-Spielen wird, gibt es ja immer noch die oben angesprochenen Indie-Games, die frischen Wind in die Branche bringen.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.