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Nerd ist das neue Mainstream

Falk Ebert  29. September 2014  3 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Gefahrgut

Nerd-Kultur hat gewonnen. Was sich in den 90er Jahren nur SciFi-Autoren und Verschwörungstheoretiker vorstellen konnten, steht heute in heise und im Spiegel. Der CCC wird am laufenden Band in die Tagesschau und in den Bundestag gerufen.

Videospiele sind die wichtigste Kulturindustrie und dürfen Kunst sein. Die Kids lernen Pokémon schneller als Schimpfwörter. Knapp die Hälfte der Spieler sind weiblich. Im Bus wird gedaddelt. Die Medienforschung kommt nicht hinterher.

Auf dem Schulhof diskutiert man nicht mehr über Ärzte-Serien, sondern über Game of Thrones. Wer cool ist, hat die Bücher gelesen. Sasha Grey liest Nietzsche. Tom Cruise dreht keine Filme über den Vietnamkrieg, sondern über den dritten Weltkrieg in jeder couleur. Comic-Helden feiern ein Revival im Kino. Disney finanziert einen Film mit einem genetisch modifizierten, sprechenden Waschbären. Im Weltall. Sechs der zehn erfolgreichsten Filmreihen der Welt sind purer Nerd-Content. Ich habe Twilight nicht mitgezählt.

Die am besten bezahlten und am dringendsten benötigten Jobs sind Informatik-Jobs. Keine Besserung in Sicht. Jeder hat mehrere internetfähige Geräte zuhause. Und in der Hosentasche. Und zu wem rennt ihr, wenn sie kaputt sind?

Die neuen Helden sind keine kruden Krieger, sondern intelligent. Die neuen Millionäre tragen keine Rolex, sondern Rollpulli und Hoodie. Tony Stark gibt es wirklich. Er heißt Elon Musk. Und wir feiern beide ab.

Und dennoch gibt es noch Menschen, die das alles nicht verstehen. Weil sie nicht wollen. Weil die „anständige“ und „echte Welt“ doch so viel schöner ist. Schade.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.