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Das Ausdenken von Ideen ist nicht das, was eine Werbeagentur ausmacht

Falk Ebert  15. September 2014  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Werbung mit und im Internet

Viele Werber, Werbekunden oder Unbeteiligte meinen, das Ausdenken von Ideen sie die Stärke einer Werbeagentur.

Dabei liegt die Stärke guter Agenturen in etwas ganz anderem.

Stanislaw Lem schreibt in seinem Buch „Summa Technologiae“:

Man kann [aus den Berechnungen von Ross Ashby] leicht folgern, dass in der Luft meines Raumes, während ich dies schreibe, Konfigurationen von Molekülen schweben, die in der Sprache des binären Codes ungezählte Formeln von unschätzbarem Wert, darunter auch Formulierungen zu dem von mir angeschnittenen Thema ausdrücken […]. Was soll man da erst von der Atmosphäre der ganzen Erde sagen! In ihr entstehen in Sekundenbruchteilen und zerfallen auf der Stelle wieder geniale wissenschaftliche Wahrheiten des Jahres 5000, Gedichte, Dramen und Lieder von Shakespeare, die erst noch geboren werden müssen, Geheimnisse anderer kosmischer Systeme und Gott weiß was sonst noch. Was folgt daraus? Leider nichts, denn diese »wertvollen« Resultate der milliardenfachen atomaren Zusammenstöße vermischen sich mit Billionen anderer, völlig sinnloser Resultate.

Und so (wenn auch ungleich weniger drastisch) ist es auch in der Werbewelt. Ideen sind nämlich genug da. Auf Kundenseite, in der Agentur, bei den Konsumenten. In den Köpfen der Vorstandsetage, der Praktikanten, der Putzfrauen. Gute Kampagnen basieren oft auf einem Konzept, dass man in einem halben Tweet erklären kann. Beispiel: „Lustige Zeichentrickfiguren kommen in einem Musikvideo auf brutale Weise um.

Das Schwierige, und damit die Stärke jeder guten Agentur, ist etwas anders:

Diese Ideen zu erkennen, zu präsentieren, zu verteidigen und zu realisieren.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.