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Authentizität ist optional

Falk Ebert  25. August 2014  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Werbepsychologie

Kennt ihr Miku Hatsune? Sie eine der bekanntesten Vertreterinnen der japanischen Popmusik. Sie ist jung, entspricht dem japanischen Schönheitsideal, hat eine markante Stimme und ist extrem belastbar. Ihr einziger Schönheitsfehler: Sie ist ein Hologramm. Ihre Stimme basiert auf Code. Ihr Aussehen auf einem immer wieder reproduziertem Ideal.

Diese Tatsache ändert nichts daran, dass Miku ganze Hallen zum Kochen bringt.

Die Japaner eben. Aber sind wir ehrlich: Sind die westlichen Popstars wirklich weniger künstlich? Unser durchschnittlicher Medienstar…

  • tritt unter einem falschen Namen auf
  • ist mit OPs und Makeup bis zur Unkenntlichkeit geschminkt
  • bügelt seine Stimme mit Autotune
  • ändert sein Aussehen mit Photoshop
  • gibt Interviews nur, wenn er die Fragen bestimmen kann
  • erfindet falsche Geschichten über sein Leben für Bild und Bravo.

Meine Meinung: Miku ist da nur der nächste, folgerichtige Schritt. Mit mehr Idealbild, besserer Skalierbarkeit und weniger Kollateralschaden.

Auch im Zeitalter von Social Media ist Authentizität ein sehr dehnbarer Begriff – oder etwa gerade heute? Medien-Stars, die durch ihre vermeintliche Natürlichkeit auffallen, geben oft hinter der Kamera zu, großen Aufwand zu betreiben, um genau dieses Image zu kreieren. Das gilt für den Pop- wie für den Porn-Star.

Auch, wenn wir in Deutschland noch keine Hologramme abfeiern: Die Illusion der Authentizität ist das eigentlich Interessante, Authentizität im eigentlichen Sinne ist optional.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.