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Facebook geht härter gegen Fankauf vor

Christian Faller  30. Oktober 2013  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Werbung mit und im Internet

Bildquelle: allfacebook.de

Bildquelle: allfacebook.de

Dass das Kaufen von Fans auf Facebook absoluter Schwachsinn ist, habe ich in einem früheren Beitrag schon einmal dargelegt. Zu den von mir genannten Argumenten kommt natürlich noch hinzu, dass diese Praktik wettbewerbsrechtlich fragwürdig ist und an einem guten (oder schlechten?) Tag des Gerichts sicher nicht einfach durchgewunken wird.

Nun hat aber auch Facebook dazu eine noch stärkere Position als bisher bezogen. Bis vor kurzem war es nämlich noch so, dass gekaufte Fans gegebenenfalls einfach gelöscht wurden und das Geld damit verbrannt war. Nun drohen dreisten Seitenbetreibern aber zusätzliche Sanktionen. So behält sich das Social Network etwa vor, dass die Seite nicht mehr öffentlich dargestellt wird. Oder, dass der Gefällt-mir-Button deaktiviert wird.

Diese Maßnahmen sollen dann in Kraft treten, wenn ein automatisierter Spam-Filter ein regelwidriges Verhalten der Seite feststellt. Die offiziellen Ankündigungen Facebooks gibt es hier nachzulesen: Seitenlimits und Warnungen

Ich persönlich fände die sinnvollste Sanktion einen großen roten Störer in der Mitte des Profil- und Coverfotos, auf dem steht: „Diese Seite kauft Fans, um seine Nutzer mutwillig für dumm zu verkaufen.“

Solange aber Firmen weiterhin als einzige KPIs im Socialweb Fan Zahlen, YouTube Views und Twitter Follower sehen, werden auch nach wie vor Fans gekauft werden, da bin ich sicher. Die kommen dann meistens von Firmen aus Niedriglohnländern, wo sich billige Arbeitskräfte 18 Stunden am Tag mit Fake-Accounts ein- und ausloggen.

Wie eine Clickfarm in Bangladesh zum Beispiel aussieht, haben wir in einem netten Video bei allfacebook entdeckt: So sehen gekaufte Fans aus

Darin wird klar, dass es ausgesprochen schwierig ist, dieses Vorgehen jemals einzudämmen, da ja wirklich Menschen dahinterstecken. Allein an der Steigerungsrate der Fanzahlen lassen sich Ausreißer identifizieren, die dann aber auf Seite von Facebook noch zusätzlich verifiziert werden müssen – es könnte ja nämlich auch ein legitimes Gewinnspiel sein, dass die Leute anlockt.

Christian Faller

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.