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Bringt es etwas, Facebook Fans zu kaufen?

Christian Faller  28. August 2013  3 Kommentare  3 Minuten zu lesen  Marketing, Werbung mit und im Internet

Facebook Fans

Ganz häufig fragen mich Leute ob es Sinn macht Facebook Fans zu kaufen. Gelegentlich verlangen es Kunden sogar förmlich von uns. Dabei lautet meine dringende Empfehlung eigentlich immer gleich: Tut es nicht.

Warum? Die Frage kann sich eigentlich jeder selbst beantworten, der sich vorher überlegt hat, ob er es tun soll oder nicht. Schließlich muss es einen Grund geben, warum man die Fans haben möchte. Nun, nennt mir mal einen guten Grund….

Ja, genau, es gibt keinen. Wo wir auch schon beim ersten Grund wären, warum man es nicht tun sollte:

1. Es bringt nichts

Facebook Fans zu kaufen macht ungefähr soviel Sinn, wie die Besucherzahlen auf der Homepage zu fälschen (falls es irgendwo noch einen Counter gäbe). Ein falscher Fan – also einer, der rein gekauft wurden und der nur ein Fake Account ist – bring rein gar nichts. Ganz im Gegenteil sogar: Er interagiert nicht und schadet damit sogar noch dem Edge-Rank! Wer jetzt sagt: Aber es ist doch super wenn jemand auf die Seite kommt und sieht, dass die Seite viele Fans hat. Ja, vielleicht, aber Falk hat schon dargelegt, dass nur 0,1-0,5% aller Fans überhaupt jemals auf die Seite draufschauen. Achja, und ein gekaufter Fan, der kauft natürlich auch keine Produkte. Finanziell lohnt er sich also weder direkt noch indirekt.

2. Es kostet Geld

Dafür soll man dann auch noch Geld bezahlen. Geld, das bei echten Kunden viel besser aufgehoben wäre. Zum Beispiel mit einer Investition in besseren Kundenservice, in das Produkt selbst, in eine gute App, die ECHTE Fans anzieht oder oder oder.

3. Man sieht es der Seite sofort an

Das Schlimme ist dann obendrein auch noch, dass man einer Seite, die gekaufte Fans hat, meist sofort ansieht, worum es sich da handelt. So findet man bei vielen deutschen Seiten dann etwa tonnenweiße indische Fans mit komischen Namen. Außerdem muss ich mich unwillkürlich wundern, warum ein Posting einer Seite mit 10.000 Fans nur 2 Likes bekommt. Irgendetwas kann da nicht stimmen. Entweder ist der Inhalt extrem schlecht – was der Marke auch nicht gerade gut tut – oder die Leute sind keine richtigen Personen.

4. Es hat Shitstorm-Potenzial

Diese Offensichtlichkeit birgt dann gleichzeitig ein großes Shitstorm Potenzial, denn echte Fans oder zumindest potentielle Interessenten finden es meistens weniger prall, wenn ein Unternehmen sich in solchen legalen Grauzonen bewegt und seine Kunden für dumm verkaufen möchte. Im Falle eines solchen Shitstorms beweisen Unternehmen, die zuvor erst Fans gekauft hatten, dann natürlich leider auch nicht das gewisse Händchen um eine prekäre Social Media Situation zu entschärfen. Schließlich haben sie bereits eindrucksvoll demonstriert, dass sie die sozialen Medien nicht wirklich verstanden haben.


Christian Faller

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.