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Deal with it: Der am meisten gehasste Verlag Deutschlands ist der fortschrittlichste.

Falk Ebert  12. August 2013  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Der Deal with it Hund

Zumindest in meiner Filter-Bubble gibt es keinen Zweifel daran, dass die Axel Springer AG böse ist. Dafür braucht es nicht mal mehr einen Bildblog.

Bei aller Kritik am Axel Springer Verlag muss man jedoch eine Sache zugeben: Kein anderer Verlag ist in Deutschland ist so digital-orientiert.

Klare Bekenntnisse nach außen

Mit dem Verkauf zahlreicher Print-Marken ist das der Branche kürzlich aufgefallen. Zu beobachten war diese strategische Entwicklung jedoch schon lange. Nicht zuletzt durch zwei Kampagnen.

Eine Recruiting-Kampagne…

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=YAbpmkqn6JE]

…und einem groß angelegten PR-Stunt inklusive Reise ins Valley.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=RYS5Wkg9KDo]

Klar sind beide nur erst mal nur Lippenbekenntnisse. Aber selbst wenn – welcher andere Verlag in Deutschland macht so etwas?
(Full Disclosure: Bei beiden Kampagnen hat S & F mitgespielt, bei beiden war ich aber nicht beteiligt)

Ein Blick noch weiter zurück: Welche große deutsche Zeitung hatte einen Ableger bei Second Life? Richtig, die Bild. Das Blatt war zwar nach zwei Jahren tot, aber ist das nicht genau das, was man von einem zukunftsorientierten Unternehmen erwarten würde: Trends nutzen, Ausprobieren, Risiken in Kauf nehmen?

Und dennoch: Das reicht nicht!

Bei allem Respekt vor dieser strategischen Ausrichtung – die Sache hat einen kleinen Schönheitsfehler.

Die Frage nach dem Journalismus der Zukunft konnte nämlich auch Springer noch nicht beantworten. Die starken Online-Marken sind de facto Ableger von Printprodukten oder haben mit Journalismus wenig zu tun. Und die Paywall-Lösungen, die wir aus dem Hause Springer bislang gesehen haben sind zwar durchdacht, aber sicherlich nicht revolutionär.

Viele kleinere rentable Web-Portale wie autohaus24.de einkaufen ist sinnvoll, hat aber mit dem ehemaligen Kerngeschäft eines Verlags nichts zu tun. Und wir erinnern uns noch schmerzvoll, wie Döpfner persönlich für das schwachsinnigste Internet-Gesetz 2013 getrommelt hat: Das LSR. Natürlich hat auch Springer inzwischen den Rückzieher gemacht. „Das Internet verstehen“ sieht anders aus.

Meine neue Hoffnung für die ersten, wirklich spannenden, Schritte im Bereich der Digitalisierung von Journalismus: Jeff Bezos.

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.