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Google Glass: Wo man die Brille bekommt und was sie kann

Christian Faller  20. Februar 2013  9 Kommentare  3 Minuten zu lesen  Technologie

Okay, während ich diese Zeilen tippe, bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind. Das Project Glass von Google ist zwar seit längerer Zeit schon bekannt, aber es wird zunehmend konkreter. Wir haben bislang auf dem Blog noch nie davon berichtet, aber ein eben aufgetauchtes Video von Google können wir nicht länger unter den Tisch kehren.

Was ist Google Glass?

Die Brille von Google – namentlich Google Glass – ist ein Versuch, die Funktionalität von Smartphones nahtlos in unser Leben zu integrieren. Ohne Knöpfe, ohne Gerät in der Hosentasche, ohne Bedienung per Hand. Zugegeben, die Brille und das gesamte Konzept dahinter wirken extrem futuristisch. Aber so what? Ich würde alles geben, um das Ding beta zu testen!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=v1uyQZNg2vE&w=490&h=276]

Wie im Video unschwer zu erkennen, versucht Google nicht nur ein Produkt zu schaffen, sondern quasi eine Erweiterung unseres eigenen Körpers. Der Einsatz der Brille gibt uns effektiv zwei weitere Hände. Oder anders gesagt: Man hat die Hände immer noch frei, um alles zu tun, kann aber gleichzeitig Fotos machen, Termine planen, Infos suchen, Chatten, Navigieren, und und und.

Das konnten andere Geräte zuvor zwar auch. Aber bei weitem nicht auf einem Level, wie das, das im Video suggeriert wird. Außerdem musste man (außer im Auto) selbst für Sprachsteuerung bislang immer noch ein Gerät in der Nähe des Mundes halten oder nebenher bedienen. Wenn Big G die Sache wie angepriesen durchziehen kann, kann ich nur diesem YouTube User beipflichten:

Google Glass

Was bedeutet das für die Werbung?

Die ganze Sache einen Schritt weiter gedacht, eröffnen sich auch für die Werbewelt ganz neue Dimensionen, von denen nicht nur Unternehmen sondern auch Verbraucher profitieren können. Ideen die sofort kommen sind natürlich „Push Notifications“ – falls man das dann noch so nennen kann – die verstärkt auf geografischer Basis arbeiten. Aber auch die Warenkennzeichnung in Läden über Augmented Reality würde einen wahnsinns Sprung machen. Für eine Aktion wie die von Lego bräuchte man plötzlich nämlich keinen Automaten mehr, sondern einfach die Brille.

Bei allem Negativen was man über Google sagen kann, sind sie was Datenschutzbestimmungen angeht, nicht auf den Kopf gefallen. Daher bin ich sicher, dass es gerade bei einem solch heiklen Privacy Thema viele Einstellungsmöglichkeiten gibt. Wenn die fein genug ausfallen, sehe ich das Thema weniger kritisch als es auf den ersten Blick wirkt. Im Endeffekt muss man die Vorteile der Brille gegen unsere Paranoia abwägen. Vielleicht bin ich da aber etwas voreingenommen.

Ich freue mich jedenfalls wahnsinnig über die geniale Erfindung und kann es kaum erwarten bis Google Glass marktreif ist.

Wo bekomme ich die Google Brille?

In Deutschland derzeit leider gar nicht. In Amerika gibt es aber derzeit eine Bewerbungsphase, bei der sich Non-Developer für ein Alpha Produkt bewerben können. Kostenpunkt 1.500 USD und die Chancen genommen zu werden sind bei dem zu erwartenden Andrang eher bescheiden.

Nichtsdestotrotz, für diejenigen die es interessiert: Per Hashtag #ifihadglass kann man sich in 50 Wörtern oder weniger bewerben. Mehr Infos zum Bewerbungsprozess gibt es hier bei engadget.

 

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.