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Wird Vine das nächste große Ding? 3 Gründe dafür, 3 dagegen!

Falk Ebert  28. Januar 2013  8 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Vine Logo

Vine ist der neueste Versuch, das „Instagram für Videos“ an den Start zu bekommen. Und warum könnte Vine schaffen, was gefühlte zweitausend Startups aus dem Valley nicht geschafft haben? Weil die App von Twitter kommt.

Was ist Vine jetzt schon wieder?

Eine App, mit der man per „push to record“ aneinandergeheftete Video-Schnipsel aufnimmt. Die ergeben zusammen ein maximal sechs Sekunden langes Loop. Keine Filter, kein Editing, nur Sharing. Und eine Hashtag-Funktion, die sehr an Instagram erinnert.

So sieht ein Vine-Video auf der Website aus, so findet ihr entsprechende Tweets und so kann man es in Blog-Artikel einbinden. Beim Browsen in der iOS-App werden die Videos automatisch abgespielt. Ganz cool.

Screenshot vom Homescreen der Vine-App

Warum könnte Vine groß werden?

  1. Der Sprung vom Bild zum Video ist überfällig.
    Seit Instagram werden viele Statusupdates durch Bilder ersetzt. Doch ein breitentaugliches User Experience für Videosharing fehlt noch. 
  2. Die Videos könnten populäre „Formen“ des Sharing ersetzen.
    Zum Beispiel solche Tumblr-Stories, wackelnde Reactiongifs oder solche Auszüge aus Shows und Filmen. Und Gruppensituationen mit Freunden. Die sehen auf Instagram nämlich immer doof aus.
  3. Die App ist minimalistisch.
    Twitter hat verstanden, dass sie mit ihrem neuen Produkt keine eierlegende Wollmilchsau brauchen. Beim Blick auf ihre Strategie beim Web-Interface war das alles andere als klar.

Und was spricht dagegen?

  1. Die App ist hässlich.
    Das Türkis hätte man unter Vintage-Hipster-Alleinstellungsmerkmal-Aspekten noch verkraften können. Aber das ist leider nicht der einzige Design-Schnitzer. Und sowas geht auf iOS einfach nicht.
  2. Kein Editing und keine Verfremdung.
    Instagram hat mit Filter und Blur eine Metaebene geschaffen, die die fehlende Perfektion der Fotos relativiert. Das fehlt bei Vine komplett.
  3. Twitter first – Facebook sekundär.
    In Facebook geteilter Content (z.B.) wird nicht eingebettet, sondern verlinkt. Das kostet Viralität. Das kostet Wachstum. Und dann sind da noch politische Querelen. Für andere Startups ist Facebook eine Mega-Chance, für Vine gilt das nur bedingt. Aus naheliegenden Gründen.

Wenn ihr Vine schon ausprobiert habt – eure Meinung ist in unseren Kommentaren in besten Händen, ihr verrückten early adopter!

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.