Navigation

Tumblr und Pinterest – was die zweite Reihe interessant macht.

Falk Ebert  21. Januar 2013  Keine Kommentare  3 Minuten zu lesen  Internet und Social Web, Werbung mit und im Internet

Logo von Tumblr und Pinterest

Während Facebook, Twitter und dieses irgendwie nur strategisch total erfolgreiche Google+ den Online-Diskurs dominieren, redet man in Social Media Kreisen kaum noch über Tumblr und Pinterest.

Zu Unrecht. Die Zahlen: >90 Millionen Tumblr Blogs (Jan. 13), >11 Millionen Pinterest-User (Feb. 12). Und die sind zu schätzungweise 90% mit Facebook-Accounts verbunden.

Wer benutzt Tumblr und Pinterest?

Und wer sind diese Menschen? Laut dem Google Ad Planner vor allem Frauen. Bei Pinterest ist der Anteil mit 80% überdeutlich. Der Unterschied in der Demografie liegt vor allem im Alter der Zielgruppen.  Tumblr-Nutzer sind hauptsächlich Teenager. Lesetipp.  Unbedingter Lesetipp. Pinterest ist dagegen die Plattform für Moms. Dazu habt ihr vermutlich schon genug gelesen.

Hier muss jedoch ein Wort der Warnung angebracht werden: In Deutschland ist Pinterest nicht das Netzwerk für die Demografie, die uns die Fachpresse 2012 über Monate verkauft hat. In Deutschland ist Pinterest primär ein Netzwerk für early adopter aus Berufsgründen. Sprich: Social Media People. Die Mütter sind da, aber machen eher einen geringen Teil der Zielgruppe aus.

Wie benutzt man Tumblr und Pinterest?

Spannender als das „wer“ ist natürlich das „wie“. Denn auch in der Kultur unterscheiden die beiden sich wie Tag und Nacht.

Beide werden fast ausschließlich für Bilder-Sharing verwendet, bei Tumblr ist es jedoch eher Fashion/Hipster-Stuff/Fun, bei Pinterest dagegen DIY/interior design/food. Beide Netzwerke helfen beim Entdecken und Ausdrücken der individuellen Identität. Bei Tumblr passiert das jedoch eher über Ideen, Werte und ästhetische Stimmungsbilder – bei Pinterest auch über Produkte und Marken.

Was bedeuten die beiden für das Marketing?

Stichwort Marken: Im Gegensatz zu internationalen Brands, sehe ich für das Marekting in Deutschland beide als nicht zwingend.

Das bedeutet aber nicht, dass bei extrem hohem Zielgruppen- oder Produkt-Fit so ein Kanal in der Community funktionieren kann. Nur habe ich noch kein deutsches Beispiel gesehen, das so richtig reingehauen hat. Einen guten Marketing-ROI kann man D/A/CH-Kunden nicht Aussicht stellen.

Doch auch wenn die Ressonanz im Netzwerk selbst nicht besonders sein wird, bedeutet das nicht, dass man die Tools nicht verwenden sollte. Immerhin kann man einen Pinterest-Account gut bei Facebook integrieren (siehe z.B. Nivea) und einen Tumblr-Blog für schnelle Blog-Experimente antesten, die dann über bestehende Kanäle verlängert werden (siehe Orange).

Übrigens: Selbst der offizielle Pinterest-Blog ist ein Tumblr-Blog!

Und ich so?

Mir machen beide noch enorm großen Spaß. Bei Tumblr kuriere ich auf metaebenen inspirierendes Zeug an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Philosophie und auf Pinterest jage ich mehrmals täglich frisches Grafikdesign-Zeug.

So als Schlusswort: Vergesst mal für eine Sekunde Zielgruppen und Marketing. Meldet euch einfach an und schaut, ob ihr Spaß habt. Den kann man nämlich nicht nur bei Facebook, Twitter und dem irgendwann erfolgreichen Google+ haben!

__
Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.