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Besser als gedacht: Fünf Fakten zur Wii U.

Falk Ebert  26. November 2012  9 Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Das Logo der WiiU

Als 2006 die Wii angekündigt wurde, ging ich von Null auf Fanboy in zwei Sekunden. Bei der Wii U war das, ähm, anders.

Mein erster Gedanke: Das Ding kaufe ich mir frühestens mit dem nächsten Zelda. Nachdem ich das erste Mal die Finger an der Wii U hatte, hat sich meine Meinung geändert. Zwar nicht in zwei Sekunden, aber doch ziemlich schnell.

1. Die WiiU ist ein gutes Produkt – Punkt.

Der Controller liegt gut in der Hand, das Konzept mit dem zusätzlichen Bildschirm überzeugt. Sogar das Zielen durch Hochhalten des Controllers funktioniert – viel besser als bei iPad-Spielen wie RAGE.

Das Gamepad sieht in RL deutlich besser aus als auf den offiziellen Produkt-Renders von Nintendo. Was man über Konsole leider nicht behaupten kann. Nintendoland und ZombieU machen einen spaßigen Eindruck. Der Blick auf die Hardware offenbart eine zweitklassige CPU, die dafür durch eine gute GPU, ordentlich RAM und einen Sound-Chip entlastet wird. Und das Gamepad bietet quasi alles, was man einbauen könnte – sogar NFC.

2. Die Wii U hat ein Kommunikationsproblem – ein großes.

Die Wii konnte man leicht erklären:

Du nimmst den Controller in die Hand und er ist dein Tennisschläger.

Bei der Wii U klingt das ungefähr so:

Du hast ein Gamepad in der Hand, das gleichzeitig ein zweiter Bildschirm mit Touch ist, aber auch Bewegungssensoren hat. Aber nur ein Spieler hat es, die anderen haben normale Wiimotes. Und durch den Bildschirm kann der eine Spieler z.B. geheime Infos bekommen. Cool, oder?

Interessanterweise verstehen Kinder das Prinzip sofort, während Erwachsene etwas länger brauchen.

Und Nintendo? Sie hauen peinliche Trailer und TVCs raus und haben es bis heute nicht geschafft, eine starke deutschsprachige Facebook-Community aufzubauen.

Wenn die Wii U Verbreitung gefunden hat, relativiert sich das Problem. Doch für starke Launch-Zahlen wird das nicht reichen.

3. Die Wii U hat ein Spiele-Problem – noch.

Bei der Wii hat es etwa ein bis zwei Jahre gebraucht, bis 3rd-party-Entwickler den Controller sinnvoll nutzen konnten.

Red Steel (2006) war cool – Red Steel 2 (2010) war fantastisch. Bei der Wii U erwarte ich die selbe Entwicklung. Problem: Bis die Wii U ihr Potential voll ausspielt, werden Microsoft und Sony mit der achten Generation nachgezogen haben.

4. Die Wii U hat Potential für das Wohnzimmer – Potential.

Mit dem gut ausgerüsteten Gamepad ist die Wii U eigentlich gut aufgestellt, zum Mittelpunkt des Wohnzimmers zu werden – Musik hören, Filme starten, den (dummen) SmartTV bedienen, Second Screen… Eigentlich.

Denn da muss Nintendo noch massiv nachlegen, wenn sie gegen Produkte wie boxee oder zukünftige Apple-Schachzüge bestehen wollen.

Netflix, YouTube und Amazon hat man schon gesehen. Aber wo bleiben eine gute Facebook-Funktionalität und andere Dienste wie Spotify?

Die Wii U wird zwischen den Stühlen sitzen – auch strategisch.

Die neue Konsole soll laut Ansage von Big N auch Core-Gamer abholen. Das Zombie U Bundle macht da schon mal einen Stich. Doch womit sonst will man die Pro-Gamer locken? Mit einer Grafik-Power, die in 1-2 Jahren ausgebootet ist? Mit Spielen wie Mass Effect und Assassins Creed, die auch auf der 360 und der PS3 erscheinen und mittelmäßig portiert sind?

Ja, das nächste 3D-Mario und das nächste Zelda werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig gute Core-Games und Meilensteine der Videospielgeschichte werden. Aber das war auf der Wii auch schon so.

Auf der anderen Seite ist die Wii U eine unglaublich spaßige Multiplayer-Konsole, die sogar die für die Wii gekaufte Peripherie komplett unterstützt. Deshalb wird sie auch für mich (falls ich sie mir kaufe) eher eine Multiplayer und Nintendo-Franchise-Experience-Konsole sein – zusätzlich zum PC.

Doch ist sie als Multiplayer-Fun-Konsole nicht zu teuer und erklärungsbedürftig? Es wird spannend, wie Nintendo die Wii U langfristig positionieren kann und möchte.

Also doch bis zum nächsten Zelda warten? Vielleicht. Aber eines kann ich jetzt schon sagen: Die Wii U macht mächtig Laune und überzeugt auf charmante Art, sobald man zum ersten Mal die Finger dran hat!

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.