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Memrise: Ich bin begeistert!

Falk Ebert  19. November 2012  14 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Die Startseite von Memrise

Alle paar Monate stolpere ich über eine Website, die mich wirklich begeistert. Normalerweise entdecke ich diese Perlen immer kurz vor dem geplanten Schlafengehen. Dann muss ich leider die Nacht durchmachen, weil die Seite so fesselnd ist. Verantwortlich für die letzte durchgemachte Nacht: Memrise.

Was ist Memrise? Ganz einfach: Die digitale Version des Lernens mit Karteikarten. Diese unglaublich spannende und motivierende Lernmethode, mit der wir an der Schule und Uni alle enorm viel Spaß hatten. Nicht.

Wie macht es Memrise besser? Mit drei Hebeln.

1. Eselsbrücken-Crowdsourcing.

Für jedes Lern-Element (z.B. eine Vokabel) kann man Eselsbrücken vorschlagen, auswählen und up- und downvoten. So entstehen mit der Zeit starke Merkhilfen. Und wenn man sich etwas nicht merken kann, schlägt Memrise automatisch vor, die Eselsbrücke zu wechseln.

Eselsbrücke für das Wort "Westen" auf Mandarin.

Eigentlich bin ich kein Freund von Eselsbrücken. Memrise hat mich überzeugt.

2. Gamification

Vokabeln sind Blumen, Lernen ist Züchten, das Kurzzeitgedächtnis ist ein Gewächshaus und mein Langzeitgedächtnis ein Garten. Klingt nach Marihuana-Philosophie, ergibt aber Sinn.

Gamification bei Memrise

3. Wissenschaft

Memrise wurde von Ed Cooke mitgegründet, der Psychologie in Oxford studiert hat und als „Grand Master of Memory“ ausgezeichnet wurde. Mit im Team ist noch Greg Detre, der Neurowissenschaften in Oxford studiert hat.

Und was bringt uns das? Memrise verwendet verschiedene Algorithmen um zu bestimmen, wann und wie oft gelernt werden soll. So wird zum Beispiel versucht, Wissen genau dann aufzufrischen, kurz bevor es vergessen wird. Und die Anzahl der Wiederholungen eines Wortes hängt davon ab, wie richtig und wie schnell ich bisher geantwortet habe. Und so weiter. Und je mehr Leute mit der Plattform lernen, desto besser können die Algorithmen werden. Eine faszinierende Vorstellung, finde ich.

Ergebnis einer Übung

Abgesehen von diesen drei Punkten bietet Memrise noch eine Community, Facebook-Login, Open-Graph-Verwendung und guten Support über die Social-Media-Kanäle. Also alles, was eigentlich Standard ist, was deutsche Startups aber dennoch oft noch nicht sauber hinbekommen.

Ich lerne gerade Grundlagen in Italienisch und Mandarin, das koreanische und hebräische Alphabet, sowie Spanisch und Kunstgeschichte. Schaut euch Memrise mal an! Für Wissenshungrige ist es die coolste Seite seit Quora, versprochen!

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.