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Manchmal fühle ich mich als digital native einfach nicht verstanden.

Falk Ebert  24. September 2012  6 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

 

Paradebeispiel dafür:  Ein Fitness-Center, das sich selbst „Marktführer und Trendsetter im Bereich Fitness“ nennt. Bestimmt nicht der günstigste Anbieter am Markt.

Fail 1 ist mir schon bei der ersten Führung durch das Center aufgefallen: Kein WiFi. Klar, ich soll da auch schwitzen und nicht surfen. Aber Trainings-Musik höre ich fast nur noch über 8tracks. Und Podcasts, TED-Talks, … HALLO? Soll ich etwa auf den aufgehängten Fernsehern RTL schauen?
Neben den Geräten hängt ein Schild, dass man sein Handy im Club nicht benutzen darf. Da das darauf abgebildete Tasten-Telefon keinerlei Ähnlichkeit mit meinem Smartphone hat, habe ich das Schild bislang müde lächelnd ignoriert.

Der Fail 2 wurde mir klar, als ich die Mappe mit meinem Trainingsplan bekommen habe. Moment, Mappe? „Ja, die kommt in den Schrank dort vorne.“ „Kann ich den Plan auch online abrufen?“ Kann ich nicht. Und wenn ich mal in einem anderen Club trainieren möchte? Einer ist näher bei meiner Wohnung, einer bei meinem Arbeitgeber. Faxen die den Plan dann rüber? Oder ist man so weit noch nicht?

Nach dem Erstellen des Trainingsplans der Fail 3: Termine mit den Personal Trainers werden mir mündlich mitgeteilt. Wenn die Termine sowieso dort in das System gehacked werden, warum kann mir System dann keine VCF-invites per Mail schicken? Ach so, meine Mailadresse ist nur für den langweiligen Newsletter gespeichert. Verstehe.

Was mir bei der Sache mit dem Mappen-Schrank schon dämmerte, wurde auf Nachfrage zur traurigen Gewissheit: Es gibt keine App des Clubs, die mich auf irgendeine Art und Weise beim Training unterstützt. Fail 4. Öffnungszeiten, Kurs-Termine, Trainings-Plan, Ernährungs-Checkliste, … relevante Use-Cases fallen wohl jedem ein. Nix gibt’s.

Und zum Schluss noch ein kleiner Bonus-Fail: Die Standard-Vertragsdauer liegt bei einem Jahr. Drunter wird es deutlich teurer UND der Zuschuss-Deal mit meinem Arbeitsgeber würde wegfallen. Na prima. Als ob ich heute weiß, was ich in verdammten zwölf Monaten machen werde? Ich weiß doch meistens noch nicht mal am Freitag, was ich am Wochenende mache!

Young Professionals sind eine hoch interessante Zielgruppe. Warum gibt sich kaum ein Unternehmen Mühe, sie zu verstehen?

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.