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Der ultimative Nein-Aber-Artikel (Teil 2)

Falk Ebert  17. September 2012  2 Kommentare  3 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Heute der zweite Teil unserer differenzierten Betrachtung heißer Digital-Themen.
Teil eins hier.

 

Nein, es gibt keine post privacy

Es ist für unsere Gesellschaft weder hilfreich noch wünschenswert, wenn es keine Geheimnisse und geschützten Bereiche mehr gibt. Und oversharing nervt.

Aber:

Soziale Netzwerke führen dazu, dass wir Menschen uns mehr öffnen. Und das ist nicht nur schlecht. Außerdem sollten wir nicht mit zweierlei Maß messen: Keiner wirft dem Telefon vor, dass dort unheimlich viel Small-Talk geführt wird. Twitter aber schon. Und der Schund, der uns auf RTL präsentiert wird, unterbietet das Niveau der dunklen Seite der Blogosphäre bei weitem.

Nein, PC-Spiele sind keine Zeitverschwendung

Denn Spielen ist Teil unserer Natur. Und es hat positive Effekte. Randnotiz: Mir persönlich haben Caesar 2 und Rome: Total War mehr über die Antike gelehrt, als alle Geschichtsstunden in der Schule zusammen.

Aber:

Fakt ist, dass bei vielen Kids heute ein Ungleichgewicht zwischen digitaler und „haptischer“ Unterhaltung vorherrscht. Virtuelle Welten sind einfach zu verlockend. Und Verbote und Einschränkungen machen sie nur noch interessanter. Vielleicht wird die gerade aufkommende Generation AR-Spielzeug daran etwas ändern…

Nein, Blogs sind nicht die fünfte Gewalt im Staat

Blogs haben in Deutschland deutlich weniger Reichweite, Bedeutung und Relevanz als in beispielsweise den USA. Das liegt daran, dass wir hier (bei aller berechtigten Kritik) eine immer noch vergleichsweise unabhängige und kritische Presse haben.

Aber:

Blogs und Co. sind im kommen. Die Geschichte um Horst Köhler war ein Vorbote. Und die massiven Zensursula- und SOPA-Proteste wurden sicher nicht dadurch ausgelöst, dass in der Tagesschau jemand gesagt hat: „Kritiker des Gesetzes befürchten indes, …“

Nein, Teams müssen nicht mehr an einem Ort arbeiten

Google Docs und Skype machen es fast unnötig, in einem Büro zu sitzen. Chris und ich arbeiten seit Monaten auf zwei verschiedenen Kontinenten an diesem Blog. Und viele Büro-Jobs würden im homeoffice ohne Zweifel effizienter erledigt.

Aber:

Eine Sache wird gerne unterschätzt – Vertrauen. Es ist von Zeit zu Zeit einfach unabdingbar, sich in 3D in die Augen zu sehen. Denn anders fehlt schnell das Vertrauen. Und das ist gerade bei Startups unerlässlich.

Nein, Marketing/Werbung ist nicht tot

Was für ein krasses Blabla. Einfach mal an die „4P“ im Marketing-Mix denken. Wie soll eine so grundlegende Betrachtung outdated sein? Und klassische Werbung ist tot? Mitnichten. Ein TV-Spot bleibt das mächtigste Tool um eine Marke emotional aufzuladen. Mark my words.

Aber:

Zwei Dinge. Erstens wird im Marketing meistens unheimliches Potential verschenkt, weil digitale Kanäle nicht richtig in den Marketing-Mix integriert werden. Und zweitens ist es schwerer wie früher zu lügen. Siehe z.B. Nokia PureView. Im Social Web muss das Werbeversprechen mehr als je zuvor aus den Stärken des Unternehmens und des Produktes gedacht werden.

Kritische Kommentare gerne gesehen.

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.