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Vergesst 72 dpi und löscht diese Zahl schleunigst aus eurem Hirn!

Falk Ebert  13. August 2012  9 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

„Bilder für den Bildschirm legt man mit 72 dpi an.“ Was ist dran an dieser Faustregel?

Absolut nichts. Ich sag es noch mal: Nichts!

Print mit 300 dpi, Bildschirm mit 72 dpi. Diese Binsenweisheit ist sogar so falsch, dass ich einen Artikel darüber schreiben muss.

  1. Wir reden nicht von Druckpunkten (dots), sondern von Bildpunkten (pixel), dementsprechend müsste es eigentlich ppi heißen. Egal…
  2. Wie viele Pixel auf ein Zoll (inch) kommen, hängt vom Gerät ab, dass die Pixel darstellt. Mein TFT-Monitor ist 52 Zentimeter breit, hat 1920 Pixel in der Breite und damit rund 94 Pixel pro Zoll. Mein iPad 2 hat 768 Pixel auf 15 Zentimeter und damit rund 130 ppi. Wenn ich ein Bild auf beiden Geräten darstelle, hat es bei beiden gleich viele Pixel, ist aber unterschiedlich groß. Das bedeutet, es hat in beiden Fällen eine unterschiedliche dpi/ppi-Zahl und in beiden Fällen sind es nicht 72.
  3. Die dpi-Werte, die ich bei Photoshop einstellen kann, sind nur Meta-Daten. Die bestimmen z.B. wie groß das Bild ist, wenn ich es in einem InDesign-File platziere. Sie haben aber nichts mit der tatsächlichen Qualität des Bildes zu tun. Dafür zählt die einzige harte Währung im Digital-Geschäft: Pixel!

Woher kommt dieser ganze 72 dpi-Kram dann überhaupt? Aus der Zeit, als es noch Röhrenmonitore gab und die alle ungefähr 72 dpi hatten. Das ist im Zeitalter der Retina-Displays aber endgültig überholt.

Wenn euch also das nächste Mal jemand fragt, wie viel dpi die Bilder für die Website brauchen, knallt ihr ihm diesen Artikel um die Ohren. Und dann sagt ihr, welche Pixel-Auflösung die Bilder haben sollen.

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.