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Sieben Skills, die digital natives können müssen, aber nicht in der Schule lernen

Falk Ebert  23. Juli 2012  3 Kommentare  3 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

1. Der Filter Bubble entfliehen

Google personalisiert die Suchergebnisse enorm. Facebook zeigt uns vor allem die Statusupdates, die wir voraussichtlich liken werden. Und auf Twitter folgen wir am liebsten Personen, die unser Weltbild teilen. Da liegt die Gefahr einer Filter Bubble nahe.

Doch dagegen kann man ankämpfen. Und so schwer ist das gar nicht: Personen und Blogs mit anderer politischer Couleur folgen (und ab und an mal Mainstream-Journalismus konsumieren) ist ein erster guter Schritt.

2. Eine Balance beim Sharing finden

Post Privacy, die komplette Transparenz, ist ein Kampfbegriff, eine These im dialektischen Dreischritt. Post Privacy ist aber keine Option für eine Gesellschaft. Und nichts von sich preisgeben, das ist in unserer vernetzten Welt ebenso unmöglich wie schädlich.

Dazwischen muss jeder digital native seinen Weg finden. Es gibt hier kein Patentrezept, aber die Reflektion ist enorm wichtig.

Es gibt zahlreiche politische und pädagogische Initiativen, die unseren Kindern das beibringen sollen. Das Problem: Wenn Blinde über Farben sprechen…

3. Längere Aufmerksamkeitsspannen trainieren

Eine Stunde Dokumentation ist ergiebiger als zwölf YouTube-Videos. Und in der Zeit, die wir auf Facebook verbringen, kann man ganze Buchbände lesen. (Buchtipps hier)

Was für den Medienkonsum gilt, gilt auch für das Arbeiten: Längere Arbeitsphasen sind wichtig! Auch, wenn alle fünf Minuten eine Mail reinkommt, braucht man Arbeitszyklen von mindestens 20 Minuten, um wirklich effektiv arbeiten zu können. Das muss man sich antrainieren.

4. Den Kontakt in persona würdigen

Bei meetings, am Tisch, beim gemeinsam Bahn fahren: Pushnachrichten ignorieren. Es kann nicht sein, dass mobile devices als Schutzschild gegen zwischenmenschlichen Kontakt dienen. Raus aus der Komfortzone.

Und ja, es gibt Meetings, bei denen man die Zeit mit dem Beantworten von Mails wirklich produktiver verbringt. Das spricht aber für die Notwendigkeit einer anderen Meetingkultur, nicht für das Smartphone im Meeting.

5. Informationen selektiv beschaffen, filtern, bewerten

Ein Wikipedia-Artikel kann genauer als ein Buch sein. Ein Agenturfoto kann gestellt sein, während auf YouTube andere Szenen gezeigt werden.

Wir können Informationen längst nicht mehr nach dem Medium bewerten. Wir können die Grenze auch nicht mehr zwischen redaktionellem Journalismus und Äußerungen von Laien ziehen. Ja, das macht alles viel komplizierter. Und deshalb ist das Beschaffen, Filtern und Bewerten von Informationen ein unglaublich wichtiger Punkt im Skillset von digital natives.

6. Positiv prokrastinieren lernen

Man kann nicht nicht prokrastinieren. Vor allem, wenn man Internetzugang hat. Also immer. Man kann nur den Umgang damit verbessern. Und positiv, also mit sinnvollen Dingen, prokrastinieren.

Diese Liste könnte ein Anfang sein.

7. Bewusst offline gehen

Ja, das Internet ist weniger ein Second Life, als ein Spiegel der Realität. Und wer viele Online-Freunde hat, ist kein Internet-Nerd, sondern auch offline sozial stärker. Wissen wir. Und Internet-Diäten sind ziemlich langweilig. Habe es schon mehrfach gemacht und es haben sich fast keine positive Effekte eingestellt. Wenn ihr was fasten wollt, versucht es mit Fernsehen, processed food oder Alkohol.

Und dennoch ist es wichtig, das „Offline“ ab und an bewusst zu genießen. Die Welt ist auch schön, wenn wir sie nicht mit Instagram ablichten.

Bonus: Programmieren lernen

Als absoluter Bonustipp: Lernt programmieren! Es gibt vermutlich kaum eine bessere Investition in die Zukunft. Und da Programmieren immer noch nicht Pflichtfach in allen weiterführenden Schulen in Deutschland ist, empfehlen wir Codecademy!

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.