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Bad Santa: Wie Apple, Sony und Polaroid mir fast das Weihnachtsfest verdorben hätten

Falk Ebert  26. Dezember 2011  1 Kommentar  3 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Die Protagonisten

Schönes Fest gehabt? Freut mich. Ich auch. Und das, obwohl drei Firmen Einiges versucht haben, um mich unter dem Baum verzweifeln zu lassen. Aber ganz von vorne:

Zu Weihnachten habe ich mir den schon hier vorgestellten Polaroid PoGo Mobile Photo Printer gegönnt. Natürlich wollte ich ihn gleich mit meiner Peripherie ausprobieren.

Sony: PictBridge? Zu Mainstream.

Also erst mal meine Alpha 33 (eigentlich eine sehr geile SLT-Kamera) per USB angeschlossen. SD-Karten kann der Polaroid Pogo leider nicht lesen. Was passiert? Nichts. Obwohl ich an verschiedenen Stellen im Internet (z.B. hier oder hier) gelesen habe, dass die Kamera PictBridge unterstützt, tut sie es nicht. Doof nur, dass der PoGo auf Pict-Bridge setzt.

Ich finde es extrem schade, dass Sony bei den aktuellen Kameramodellen den Support für diesen verbreiteten und wichtigen Standard eingestellt hat. Zickenkrieg mit der Zertifizierungsstelle? Sparwut? Man weiß es nicht. Hey Sony, wenn ihr das lest: Macht das mal klar und liefert ein Firmware-Update nach!

Apple: Dateien versenden ist uncool.

Naja, selbst schuld, hätte ich gleich auf der offiziellen Sony-Seite nachschauen sollen. Dann eben mein iPad. Müsste ja kein Problem sein, damit den Drucker anzusteuern.

Ist es aber. Apple hat es in der aktuellen Version des iOS immer noch nicht geschafft, Dateiversand per Bluetooth zu ermöglichen. Ohne Jailbreak ist es nicht mal App-Entwicklern möglich, eine solche Funktion zu nutzen.

What the fuck? Dateien per BT versenden, das konnte das Nokia 6210 schon! Möchte Apple verhindern, dass die Kids ihre MP3s auf dem Schulhof tauschen, anstatt sie brav bei iTunes zu kaufen, oder was soll das? Apple, wenn ihr das lest… lesen die eh nicht.

Polaroid: Soll das Support sein?

Dann spielen wir eben File-Volleyball: Die Kamera nimmt an, das iPad stellt und das Android-Smartphone schmettert das Bild auf den PoGo. Und…Netz! Der Drucker blinkt rot.

Ein rotes Blinken der Status-LED ist nicht in der minimalistischen (?) Anleitung verzeichnet, also an den Support wenden:

polaroid support karte

Die Nummer gilt für die USA, die URL führt zu einem 404-Fehler. Richtig gelesen, polaroid.com/pogo gibt es nicht. Ohnehin scheint der europäische Markt die Marke wenig zu interessieren: Die PR für Europa ist in den Händen einer Einzelperson, die nur für UK zuständig ist.

Ein rudimentäres Forum hätte mir sicherlich die Lösung verraten, nach der ich drei Stunden suchen durfte. Der Drucker mag schlichtweg keine Dateinamen mit vielen Punkten und Zeichen. Einfach das Bild umbenennen und er funktioniert wunderbar.

Das Happy Ending

Mit dieser Info macht mir der PoGo jetzt auch richtig Spaß. Einfach ein Bild per Bump oder Dropbox auf den Android schicken und von da aus komplett Wireless drucken. Die Bildqualität ist, wie erwartet, schlecht, dafür bekommt man für 40 Euro einen verdammt coolen Sticker-Drucker, der auch unterwegs ein paar Schnappschüsse ausspucken kann.

Hier könnt ihr euch das Teil anschauen, falls ihr noch Weihnachtsgeld übrig habt. Vor allem Android-User dürfen einen Blick wagen.

Probe-Ausdrucke

Nach dem Gemecker auch noch ein wenig Lob: Das Wildfire S (als Einstiegs-Android), das nüvi 1490Tpro (als n00b-navi für die Oma) und die personalisiert-gravierten Objekte von style-ich (gute Qualität und faire Preise) kann man nur empfehlen.

Ich hoffe, ihr habt eure Geschenke genauso lieb, wie ich schlussendlich meinen PoGo und wünsche einen Guten Rutsch in das Jahr 2012!

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.