Navigation

Die 10 ultimativ-unkreativsten Kreativ-Ideen

Falk Ebert  24. Oktober 2011  8 Kommentare  3 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Geht mir doch alle aus den Augen!!!

Das Wort Kreativität geht auf das lateinische creare zurück. Und das bedeutet u.a. erschaffen. Neu erschaffen. Es ist unbestritten, dass ständiges Wiederholen und Transformieren essentieller Teil der (Remix-) Kultur ist. Und dennoch gibt es ein Unterschied zwischen Inspiration und ausgelutschten Klischees.

Hier die Top 10 für letzteres:

1. iPad Gewinnspiele auf Facebook

Danke, ich habe schon eines. Ein iPad ist der unkreativste Preis, den Agenturen auf ihrer Facebook-Seite ausschreiben können. Ihr glaubt mir nicht? Ich liefere – auswendig – 30 Beispiele für iPad-Gewinnspiele. Der Vortrag, den ich am Montag in Köln gehalten habe, war mit iPad zu gewinnen – Was digital natives von Firmen im Social Web wirklich erwarten überschrieben.

2. Hausgemachte Pop-Art Effekte

Kann jeder Photoshop-Neuling Schnappschüsse seiner Hunde und Katzen in eine Warhol-Hommage verwandeln? Ja. Sollte man so etwas tun? Nein. Das gilt auch für Lichtenstein. Danke.

3. Bekannte (neo-) klassische Werke in der Tonspur

Die Videos des letzten Türkei-Urlaubs mit He’s a Pirate hinterlegen? Unbedingt. Warum nicht gleich die Techno-Version? Gibt es ja auf YouTube. Soundqualität muss reichen.

Hier weitere Tracks auf meiner persönlichen Blacklist: Toccata von Bach, O Fortuna aus der Carmina Burana, der gesamte Matrix-Soundtrack inklusive Chateau und die 2001-Klassiker An der schönen blauen Donau und Also sprach Zarathustra.

Es gibt so viele schöne klassische Werke. Warum ständig diese?

4. Grunge-Style

Zerkratzte und abgenutzte Gestaltungselemente bilden einen neuartigen Grafik-Stil, der besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und jugendlich-frisch daherkommt, auch auf Firmen-Logos. Das war ein Satz aus dem Lexikon von 1895.

5. Bandfotos mit gelangweilten Bandmembers

„Hey, ich hab die hammer Idee für unser Bandfoto – wir verteilen uns gleichmäßig im Raum und jeder schaut gelangweilt in eine andere Richtung.“

6. Musikvideos mit drei Locations

Ein Mainstream-Künstler, drei Locations, drei Takes, ein Cutter, der die Szenen wahllos inneinander schneidet, eine Millionen Special Effects. Fertig ist das neue Video. Shut up and drive.

Wenn den „Riri“-Fans das Bewegtbild ohnehin egal zu sein scheint – warum dann so viel Geld für die Postproduction ausgeben? Es geht auch anders!

7. Tilt Shift

Hihi. Sieht ja aus wie eine Modelleisenbahn. Hihi.

Darf man nur bei Instagram-Fotos. Oder?

8. Photoshop-Ebenenstile

Wisst ihr eigentlich, was so eine Creative-Suite kostet? Da muss man natürlich auch alle Ebenenstile einsetzen. Alle. Vor allem auf Text. Vor allem im Webdesign.

Denn ein Text-Design, für das man länger als zehn Sekunden braucht, ist ein schlechtes Text-Design. Etwas für Arter mit zu viel Zeit.

9. Prezi

Die erste Prezi-Präsentation, die ich vor ein paar Jahren gesehen habe: Booooah, geil! Wie heißt das Tool? Prezi, nachdem man die ersten paar Präsentationen gesehen hat: Okay. Prezi, heute: Okay. Aber es laggt. Und wie kann man das jetzt bei Slideshare hochladen?

Auch wenn die coolste Präsentation letzten Montag (Klaus Eck) damit erstellt wurde – so richtig flashy finde ich Prezi nicht mehr.

10. Alles monochrom, bis auf…

An dieser Stelle zitiere ich einfach mal den wunderbaren Patrick Salmen.  „Diese ganzen Foto-Künstler. Oooooh, ich hab jetzt Photoshop, ich mach das ganze Bild schwarz/weiß, bis auf meine Schuhe, die bleiben bunt, damit jeder sieht, was für ein Teufelskerl ich bin.“

Ideal auch bei Rosen, Tulpen und Co.

Und übrigens…

Wisst ihr, was auch ein krasses Klischee ist? 10-Punkte-Blogartikel.

__

Falk Ebert


Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.