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Facebook und die Semantische Lücke

Falk Ebert  26. September 2011  4 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Neuigkeiten bei Facebook

Eigentlich wollte ich darüber schreiben, wie Facebook mit den angepassten Privatsphäre-Einstellungen und ziemlich cleveren Listen dem Konkurrenten Google Plus eine Watsche verpasst hat. Oder darüber, dass die Reaktionen auf das neue Profildesign vorhersehbar sein werden.

Aber eigentlich gibt es was Spannenderes – Die Möglichkeiten, die Facebook in Zukunft App-Developern bieten wird. t3n berichtet von der f8:

Um Timeline zu realisieren, musste laut Zuckerberg der Opengraph neu konzipiert werden. Es geht nicht mehr nur um Likes, sondern es geht um alle Interaktionsmöglichkeiten. Anstelle ein Buch zu liken, kann man es jetzt auch einfach als “gelesen” kennzeichnen. Auf diese Weise kommen weit mehr Verbindungen zwischen Personen und Personen oder Personen und Dingen zustande, als wenn man auf Liking limitiert ist.

Und da kommt die semantic gap ins Spiel. Kurze Grundlagenarbeit mit Wikipedia.

Semantik ist die Theorie oder Wissenschaft von der Bedeutung der Zeichen. „Zeichen“ können in diesem Fall Wörter, Phrasen oder Symbole sein. Die Semantik beschäftigt sich typischerweise mit den Beziehungen zwischen Zeichen und Bedeutungen dieser Zeichen.

Die semantische Lücke ist der Unterschied zwischen zwei Beschreibungen eines Objekts, der dadurch entsteht, dass verschiedene Repräsentationsformen (Sprachen) gewählt werden. Dieser in der Informatik verwendete Begriff wird im Allgemeinen dort deutlich, wo ein Abbild des realen Lebens in eine formale, maschinell verarbeitbare Repräsentation übertragen werden muss.

Facebook verringert durch andere Optionen die semantische Lücke beim Liken. Denn „Nutzer A hat Seite oder Link B geliked“, bedeutet schon lange nicht mehr „Nutzer A hat tatsächlich eine positive Einstellung zu B“.

Die Optionen sind heute noch kaum absehbar. Ich vermute, in Zukunft werden wir beispielsweise Blogartikel nicht mehr nur liken, sondern auch als „gelesen“ markieren, als „weitergeleitet“ speichern oder Einstellungen und Emotionen dazu maschinenlesbar machen. Und was mit digitalen Dingen geht, wird auch in die analoge Welt überschwappen. Ich habe Song X am Ort Y gehört können wir heute schon in unseren Status schreiben. Nur in Zukunft wird so ein Output fehlerfrei maschinenlesbar und automatisiert möglich sein.

Wie immer beim blauen Riesen hat das ganze zwei Seiten: Für die Nutzer und für die Werber. Und für letztere wird ein völlig neues Targeting dadurch möglich sein. Denkt mal drüber nach!

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.