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Was wurde eigentlich aus…

Falk Ebert  16. Mai 2011  1 Kommentar  4 Minuten zu lesen  Interna

 

Wenn es eine Sache gibt, die mich am professionellen Journalismus richtig ankotzt, dann ist es der alleinige Gegenwartsbezug. Nachrichten werden am Tag des Geschehens verheizt, selbst dann, wenn die Informationslage noch dürftig ist. Danach keine Reflektion, keine Einordnung, alles vergessen.
Anstatt nur zu kritisieren möchte ich es aber besser machen und heute mal einen erneuten Blick auf die Themen der letzten Monate werfen.

Was wurde eigentlich aus…

…meinem iPad?
Meinen sieben abstrakten Gründen für das Gerät kann ich inzwischen eine ganze Menge handfester Gründe hinzufügen. Es tut genau das, was es soll. Meine drei Hauptanforderungen an das iPad sind voll erfüllt: 1. Ich kann Google Docs ansehen und rudimentär bearbeiten. 2. Ich kann mir längere Texte aus dem Firefox direkt auf mein Instapaper schicken und in Ruhe durchlesen. 3. Flipboard ist die beste App, die es jemals gegeben hat.

…der Grafik mit Symbolwirkung?
Ich habe es gesagt: Die Visualisierung im Guttenplag Wiki hatte Symbolwirkung. Es gibt inzwischen einige Plagiats-Wikis mehr und Silvana Koch-Mehrin wird nicht der letzte Kopf sein, der mit einer solchen Grafik gefordert wird.

…StudiVZ?
Zum Thema StudiVZ gibt es keine großen Neuigkeiten. Wie das bei Toten eben so ist. Aber seit Holtzbrinck über einen Verkauf nachdenkt, reden auch größere Blätter endlich offen über die Fehler, die bei dem Netzwerk gemacht wurden. Im Konzern hat sich die Kommunikationsstrategie geändert. Früher war der Tenor noch „Wir können neben Facebook existieren und haben den Datenschutz als USP“, beim Stuttgarter Medienkongress habe ich kürzlich ganz andere Töne gehört. „StudiVZ kann sich nur noch über User-Silos am Leben halten“. Was man dennoch nicht vergessen darf ist, dass das Netzwerk inzwischen profitabel ist. Was wiederum nicht jede Plattform von sich behaupten kann.

…Money Boy?
Zu aktiv um ihn als Eintagsfliege abzutun, zu bekannt um ihn zu ignorieren. Das war unser Credo zu Money Boy. Und wir sollten Recht behalten. Money Boy hat dank Twitter, Facebook und natürlich vor allem YouTube eine quicklebendige Fangemeinde. Und eine Hassgemeinde. Er ist inzwischen bei Sony gesigned und auch seinen ersten Werbedeal hat er in der Tasche: Für den Eistee „Rauch Black“ ist er ein Testimonial, wie sich es jeder Kunde nur wünschen kann. Auch abseits der Kampagne trommelt er auf seinen eigenen Kanälen heftig für die Aktion und das Produkt.

…Nerds in der Gesellschaft?
Das Thema Nerd ist in Deutschland nach wie vor zwiespaltig. „Nerd-Outing“ als Livestyle auf der einen Seite, Pejoration auf der anderen. Dass ersteres aber so langsam an Fahrt gewinnt, zeigt auch das sehr schön aufgemachte Titelthema in der Jugendzeitung YAEZ.

…Tumblr?
Den Punkt Stabilität musste ich von meinen 10 Gründen für Tumblr streichen. Der Dienst ist zu oft down. Davon abgesehen macht mir mein Metaebenen-Blog immer noch verdammt viel Spaß. Und auch die vielen anderen Blogs, egal ob Star Wars, hipster-dads oder fuck you.

…dem WWF-Regenwald-Case?
Ich fand ihn blöd, Chris fand ihn super. Jetzt hat er den Grand Prix des ADC gewonnen. Ist also, nach den von vielen in der Werbebranche angesetzten Maßstäben, das beste Stück Werbung seit langem. Und ich finde ihn immer noch doof. Soll WWF doch erst mal die in LKW-Kolonnen ausgefahrenen Kundenmagazine auf PDF umstellen, wenn sie Papier sparen wollen! Da gab es bessere Sachen, gerade von Jung von Matt.

…dem Kindle?
Das Kindle ist inzwischen in Deutschland gelaunched und ist nach wie vor ein super Gerät für Bücherliebhaber. Ein iPad kann man im Sommer definitiv nicht im freien lesen. Wer darauf verzichtet, für den reicht vielleicht aber auch schon die Kindle-App für das iPad. Ja, sowas gibt es. Ich hab mir gleich mal 20000 Seiten Klassiker, von Nietzsche bis Homer, gezogen.

…Twitter?
Meine erste und letzte Rechtfertigung für Twitter bleibt es auch. Macht immer noch viel Spaß. Sehr ihr ja jeden Freitag bei uns auf dem Blog. Und habe ich schon erwähnt, dass auch Flipboard Twitter unterstützt?

…Farmville?
Den Erfolg von Farmville hatten wir im Fokus. Zynga hat daran mit Frontierville, Cityville und anderen angeknüpft. Und doch bleibt Farmville der Dauerbrenner, der immer noch 50 Millionen aktive Spieler zählt. Und bald startet Lady Gaga eine Kampagne im Spiel. Ob das was wird?

Wir bleiben dran!
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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.