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Das Internet vergisst

Falk Ebert  9. Mai 2011  7 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

 

Die schlechte Nachricht: Die Bibliothek von Alexandria ist abgebrannt. Schon länger her. Die gute Nachricht: Wir haben heute etwas viel besseres – das Internet.

Das Internet ist die wohl mächtigste Bibliothek der Welt. Im Sekundentakt finden wertvolle wissenschaftliche Schriften den Weg in das WWW. Dokumentationen sind weltweit abrufbar. Bücher aus den analogen Zeitaltern werden durch Anstrengungen wie Project Gutenberg oder das Google Books Library Project in die Digitale gerettet.

Aber auch scheinbar banale Inhalte von Nutzern finden ihren Weg in die Cloud. Auf YouTube wird jede Minute ein ganzer Tag Videomaterial hochgeladen. Ein kollektives Gedächtnis, ein kultureller Spiegel unserer Gesellschaft. Was liegt da näher, als neue Wege zu erforschen, wie wir dieses Wissen besser zugänglich machen, wissenschaftlich auswerten oder langfristig archivieren können?

Das Bundesministerium des Inneren hat da eine ganz andere Idee. Wir könnten absichtlich Löschen.

Unser Innenminister Friedrich und unsere Staatssekretärin Rogall-Grothe trommeln gerade kräftig für den Ideenwettbewerb „Vergessen im Internet„.

Mal ganz unter uns: Die ganze Sache kommt mir bekloppt vor. Nicht unbedingt, weil ich dem philosophischen Ansatz nicht verstehe. Ich möchte den Experten die sich für die Sache stark machen, darunter Prof. Dr. Peter Kruse, nicht vollkommene Blindheit unterstellen. Ich möchte auch nicht unbedingt darüber lästern, dass es zur Aktion kein Facebook- oder Twitter-Account gibt und das Forum unter dem Motto „Vernetzen“ bislang genau Null (0) Threads hat.

Ich möchte stattdessen einfach eine andere These dagegenhalten:

Das Internet vergisst.

Und ich möchte ein Experiment starten, um diese These zu überprüfen. Doch dazu am Mittwoch mehr. Ich sag nur soviel: Es wird einen Sixpack Bier zu gewinnen geben.
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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.