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Wie meine Eltern YouTube-Videos schauen

Falk Ebert  27. April 2011  6 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

 

Es wird viel geredet über die veränderte Medienlandschaft. Über die „neuen“ Rezipienten der jüngeren Generation, die „digital natives“. Die Rede ist von Paradigmenwechseln. Wer aber aus unserer Perspektive verstehen möchte, wie sich die Generationen im Umgang mit dem Internet unterscheiden, sollte einfach mal seine Eltern beim Schauen eines YouTube-Videos beobachten.

  1. Den Rechner hochfahren, weil er nicht den ganzen Tag an ist.
  2. Zielsicher „www.youtube.de“ in die Adressleiste des Browsers tippen, auch wenn das „www“ redundant ist und der Firefox-Suchslot deutlich schneller wäre.
  3. Irgendwo (im persönlichen Gespräch) aufgeschnappte  Suchbegriffe eingeben und gefundenes Video starten.
  4. Video nicht in einem neuen Tab öffnen, während der Ladezeit geduldig warten, nicht auf- und abscrollen, nicht kurz in andere Programme rübertabben.
  5. Hände von Maus und Tastatur nehmen, zurücklehnen! Rezipienten-Modus an.
  6. Unten aufpoppende Werbung mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nehmen, nicht wegklicken.
  7. Video auf jeden Fall bis zur letzten Sekunde ansehen, auch wenn es todlangweilig ist.
  8. Dabei nebenher nichts anderes tun.
  9. Nicht im Traum daran denken, das Video bei Gefallen zu teilen oder zu kommentieren.
  10. Fertig. Rechner wieder runterfahren.

Und jetzt beobachtet euch mal selbst oder eure jüngeren Geschwister beim Konsum von Webvideos. Nicht, dass wir uns falsch verstehen – meine Eltern sind beide wirklich fit im Umgang mit dem PC und kennen sich auch relativ gut im Internet aus. Und dennoch ist ein YouTube-Video für sie etwas ganz anderes als für den heute 14-jährigen, der sich davon 25 Stück am Tag reinknallt.

Interessant wird es dann, wenn die heute 14-jährigen Konsumenten 40 sind. Besonders für die Werbung. Glaubt jemand, dass wir die Kids von heute mit Interruption Marketing erreichen werden können?

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.