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Fotos in der Cloud speichern: Vor- und Nachteile

Christian Faller  20. Januar 2011  12 Kommentare  4 Minuten zu lesen  How-To, Internet und Social Web

Picasa Speicherplatz

Stellt Euch vor ihr verliert alle eure Daten…

Welcher wäre der schlimmste Verlust? Mit Sicherheit Eure persönlichen Erinnerungen, oder?

Vor Kurzem habe ich mich dazu entschlossen meine gesamten fotografischen Memoiren in der Cloud – also online – zu speichern. Das hat viele Vorteile für mich, kostet aber auch ein bisschen Geld, denn es sind über 15.000 Fotos. Heute erkläre ich Euch wie man es geschickt anstellen kann. Für diesen Zweck gibt es mehrere Alternativen die in Frage kommen. Warum ich mich für Google entschieden habe und wieso genau ich es jedem empfehlen kann lest ihr im Folgenden.

1. Mobile Verfügbarkeit

Ich liebe es zu reisen. Fast genauso liebe ich es aber meine alten Reisen nochmal durchzusehen, die ich detailliert auf Bildern festgehalten habe. Jahrelang habe ich meine Bilder ausschließlich zu Hause auf externer Festplatte gesichert. Unterwegs auf Reisen und bei Freunden konnte ich weder Bilder hinzufügen, noch Bilder abrufen. Außerdem nahmen die großen Dateien sehr viel Platz in Anspruch und lagerten deswegen meistens nicht lokal direkt auf dem Rechner. Denn wer macht sich schon die Mühe Thumbnails zu ziehen bzw. alles herunterzurechnen nur um es als Kopie auf der Platte zu haben…

In der Folge wurden die Bilder von mir nur recht selten angeschaut. Durch den reibungslosen Zugriff von überall ist es jetzt genau umgekehrt. Die Google Server sind wie eine riesige externe Platte, die einfach permanent an meinem Laptop hängt.

2. Günstige Angebote

Webspace gibt es heute schon fast unverschämt günstig. Flickr bietet sogar unbegrenzte Kapazitäten für umsonst, allerdings kann man hier keinen ordentliche Ordnerhierarchie anlegen und alles wird in einen Topf geworfen – für meine Zwecke also ungeeignet. Dropbox ist für ein gemütliches Bilderschauen auch nicht wirklich komfortabel und so fiel meine Wahl schnell auf Googles Fotodienst Picasa. Das Tolle hieran ist, dass 1 GB frei verfügbar ist, die Speicherplatzerweiterung jedoch zwischen allen Google  Diensten geteilt wird. Nach dem First-Come-First-Served Prinzip gehen also meine Mails, Docs oder eben Bilder oder Videos darauf über.

Picasa Speicherplatz

Preislich liegen 20 GB pro Jahr bei lächerlichen 5,90 USD, was ungefähr ein Bier in der Bar ist… pro Jahr. Meine 15.500 Bilder nehmen (als kleiner Maßstab) ca. 12 % des Speichers in Anspruch bei einer Auflösung von 1600×1200 (und ausreichender Quali für Desktop Wallpapers). Dass ich den Speicher in näherer Zeit erweitern muss ist also eher unwahrscheinlich.

3. Mehr Sicherheit

Für meine Systembackups besitze ich zwar kein Raidsystem, wie uns an der Uni empfohlen wurde, aber immerhin bin ich mit zwei externen Laufwerken abgesichert. Eines davon liegt auf meinem Schreibtisch, auf welches ich alle zwei Wochen mal wieder draufsichere, das andere liegt im feuerfesten Safe im Keller. Nicht dass ich die Illusion hätte das wäre sicher – vor allem weil ich nur alle zwei Wochen sichere – aber das ist schonmal besser als nichts. Außerdem liegen alle meine Dokumente ja bei Google Docs, alle Mails bei Gmail und neuerdings alle Bilder bei Picasa. Das einzige was ich eigentlich noch verlieren kann sind Kleinigkeiten wie Photoshop Dateien etc. und das wäre noch zu verschmerzen.

Und für alle mit Paranoia: Die Chance, dass jemand den Google Server hackt und meine Dateien zieht ist unwahrscheinlich viel kleiner als dass einfach jemand in unser Haus einbricht und meinen Laptop klaut.

4. Bessere Sharing Möglichkeiten

Zuletzt möchte ich auch die ausgezeichneten Sharingmöglichkeiten betonen. Nicht nur, dass ich bei Freunden mal eben einloggen und die entsprechende Gallerie zeigen kann, nein, ich kann Leute auch per Freigabe für selektive Abschnitte davon freigeben. Zugegeben sind die Optionen von Picasa nicht perfekt einstellbar aber im Freundeskreis tuts das allemal. Außerdem ist man von Google ja gewöhnt, dass hier schnell per Update nachgebessert wird.

Würden sich Google und Facebook nicht so hassen, könnte ich mir hier sogar toll eine Schnittstelle vorstellen. Aber das wird es wohl so nie geben. Vielleicht bei anderen Fotodiensten!

Christian Faller

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.