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EpicWin ein EpicFail?

Christian Faller  9. September 2010  4 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web, Mobile

Manchmal wünsche ich mir auch ein iPhone. Immer wieder hört man von genialen Apps aber irgendwie sieht man dann keinen sie benutzen. EpicWin ist der Name einer Get-Things-Done App, die sich anhört wie ein ziemlicher Fail, aber irgendwie doch eine coole Idee verfolgt.

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Hier werden zwei ganz wichtige Dinge auf einmal aufgenommen:

1. Wir alle lieben es zu spielen (für wen das nicht gilt, mein Beileid)

2. Wir alle lieben es zu spielen, wenn wir es nicht tun sollten

Also was passiert, wenn man das eine mit dem anderen verbindet? Entweder wird Spielen langweilig, weil es auf einmal erlaubt ist, oder wir finden auf einmal die nötige Motivation um unsere Aufgaben anzupacken. Soweit die Idee. Ich sehe hier aber ein kleines Problem: Leute, die nicht diszipliniert genug sind, um ihre To-Do Liste zu erledigen, die erliegen auch leicht der Versuchung beim Spiel zu schummeln. Und dann geht der Motivationsfaktor natürlich verloren bzw. ist nicht existent.

Dennoch – hätte ich ein iPhone würde ich mit meiner ellenlangen Aufgabenliste direkt mal auf EXP-Jagd gehen und den fetten Loot einsacken. Mich würde auch interessieren ob es für Gruppenprojekte dann 20 Mann Instanzen oder Raids gibt. Okay aber Spaß bei Seite, möglicherweise gibt es hier noch einen anderen Nutzen.

Und zwar wenn das ganze im Unternehmen zum Einsatz käme. Der große Problemfaktor existiert nicht mehr wenn der Boss auf einmal die Aufgaben vorgibt und die Belohnungen festlegen kann. Ich kann mir das sogar erstaunlich gut vorstellen. Vielleicht nicht in einem riesen Betrieb wo die Hälfte der Mitarbeiter einen Stock im Arsch und auch keine richtige Lust auf die ganze Sache hat, aber in Startups oder kleineren Firmen – warum nicht? Ein Ranking könnte dann auch zur Motivation beitragen, oder statt Individuen könnten ganze Teams eine Liste haben und dann Teamboni einsacken. Essensgutscheine, verlängerte Wochenenden, Gehaltserhöhungen, die Liste der Möglichkeiten ist hier groß.

In meinen Augen ist es Zeit dafür, dass wir uns vom klassischen Bild des langweiligen 9:00-17:00 Uhr Jobs verabschieden und anfangen jeden Job auch von der kreativen Seite zu betrachten. Zumindest für mich wird diese Idee in Zukunft noch eine Rolle spielen.

Christian Faller

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.