Navigation

Case Study: Sex Sells. Mineralwasser?

Falk Ebert  20. Juli 2010  1 Kommentar  3 Minuten zu lesen  Online-Cases

Dita begrüßt den User im Perrier Mansion

Es gibt Werbung, die ist einfach nur billig. Dazu zählt zum Beispiel die inhouse-produzierte Kampagne von weg.de. Und es gibt Werbung mit Stil. Dazu zählt das Perrier Mansion. Wir haben uns die Villa – nur für den Blog – mal von innen angeschaut.

Momentum

Die Seite kommt nicht laut daher – aber macht neugierig. Was im ersten Moment auf Grund der hochwertigen Produktion wie der Trailer für einen neuen Kinofilm aussieht, ist in Wirklichkeit eine interaktive Website. Gut gemacht.

Handwerk

Moment, würde unser Technik-Prof einwenden, das ist höchstens Pseudo-Interaktivität! Wirklich viel darf der User auf der Seite auch nicht machen. Ich höre den Creative Director die Interactive Designer briefen: „Macht es einhändig bedienbar!“

Wie schon erwähnt, ist die Seite dafür eine absolute Hochglanz-Produktion. Da hat sich Perrier wirklich was gegönnt. Handwerklich betrachtet ist die Seite eine absolute Referenz für einen sauber umgesetzten Online Case. Selbst die Sharing-Buttons funktionieren problemlos.

Dita fotografieren in der Perrier-Villa

Werbewirkung

Bei der Zielgruppe, die ich der Seite unterstelle, dürfte die Seite gut ankommen. Aber ob sie sie auch erreicht? Besonders viel Buzz hat die Seite, meiner Wahrnehmung nach, seit dem Launch auf jeden Fall noch nicht hervorgerufen. Trotzdem ein sehr schönes Beispiel, wie man eine Marke per Website „veredeln“ kann.

Wirf die Perrier Würfel – für Dita.

Zweite Meinung von Chris

Mal abgesehen davon, dass ich die Frau nicht sonderlich erotisch finde, ist das Video eine wirklich feine Produktion. Die letzte Idee, bei der die Maus nicht zupacken darf, aber immer zu der Frau wandert, finde ich ganz lustig. Insgesamt fehlt mir bei der Aktion aber irgendwie der Mehrwert. Alles ist etwas zu geradlinig und als User kann ich quasi nichts auf der Seite machen. Ich kann mir nicht vorstellen, warum ich das Ding über Facebook oder Twitter sharen sollte, denn sooo innovativ finde ich es nun auch nicht. Und damit fehlen dann die Kontaktstellen zur Zielgruppe. Schade, ich hätte mir etwas mehr gewünscht – die Aufnahmen sind gut.

Fazit

Im Prinzip hatte ich die selben Bedenken wie Chris. Ich finde Dita auch nicht besonders toll. Die Tatsache, dass ich das Ding aber zwei Mal im Twitter-Stream hatte zeugt aber davon, dass die Viralität zumindest nicht ganz verloren ist. Vermutlich ist Dita von Teese einfach was für die Männer, die nicht nur das Jessica-Alba-Alter hinter sich gelassen haben, sondern auch über die Scarlett-Johansson-Phase hinweg gekommen sind. Die Tweeps waren zumindest schon etwas älter, als wir es sind. Und vielleicht tauscht diese Generation ja auch noch lieber per Email oder verbal in der Kantine, als per Social Networks oder Social Bookmarking und man merkt deswegen so wenig davon?

Ein Sache ist jedoch sicher: Ogilvy Paris hat hier mit der Produktionsfirma B-Reel eine Vorzeige-Produktion abgeliefert.

Macht euch selbst ein Bild – zur Villa.

__

Gefahrgut-Check von Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.