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Ein Buch für ein Tweet.

Falk Ebert  19. Juli 2010  1 Kommentar  3 Minuten zu lesen  Werbung mit und im Internet

Mit einem Tweet bezahlen – Zumindest dieses Buch

Auch wer das Buch Free – The Future of a Radical Price nicht gelesen hat, wird es schonmal gehört haben: Aufmerksamkeit ist heute eine Währung. Dass man damit direkt zahlen kann, ist aber neu. Gab es aber kürzlich. Ein Buch für einen Tweet.

Die Idee

Die ist ziemlich simpel: Das ebook gibt es, wenn man einen Tweet – uncoolerweise noch mit vorgefertigtem Text – absetzt, kostenlos zum Download. Als PDF, zum auf’s Handy ziehen und gemütlich in der UBahn lesen. Oder je nach Bedarf eben.

Das Buch

Das Buch ist der Grund warum dieser Artikel nicht tagesaktuell kommt: Ich wollte es erst lesen. Und wie das eben so ist, waren da noch ein paar andere Bücher in der Wartschlange. Jetzt kann ich aber sagen: Es ist cool. Das Buch ist von einer Unit, die sich Innovative Thunder nennt, bestehend aus den Werbern Christian Behrendt und Leif Abraham. Und die haben ihren Lebenslauf immerhin schon mit so Agenturen wie Jung von Matt, Crispin, Porter + Bogusky und R/GA geschmückt.

 

Der Inhalt ist ein Rundumschlag, was die neuen Regeln und Spielregeln der Werbung in Zeiten des Internet betrifft. Quasi ein Standardwerk, dass man jedem überzeugtem Offliner in der Branche wahlweise in die Hand drücken oder um die Ohren hauen sollte. „Lose the New Media Phobia.“ als Kapitelüberschrift neben wichtigen mentalen Schutzschildern gegen den Hype à la  „Add meaning, not media.“ und schließlich Imperative im Stil von „Make it accessible. Make it mixable. Make it shareable.“.

Der abgebrühte Digital-Werbe-Fan wird sicherlich keinen Paradigmenwechsel seines Denkens erleben, das Buch aber, wie gesagt, an den Digital-scheuen Kollegen weiterreichen.

Das Problem

Da liegt auch ein wenig der Hund begraben. Denn Leute, die Bücher mit Tweets bezahlen, sind sicherlich nicht die Zielgruppe für dieses Buch. Außer natürlich, es ging den beiden nur darum, ihre Idee bekannt zumachen.

Sicherlich ist das kein Monetarisierungsmodell im klassischen Sinne. Zumindest nicht ohne andere, komplementäre Maßnahmen. Das clevere bei der Sache ist: Sie kann wahnsinnig schnell Aufmerksamkeit für den Content generieren. Denn ein Buch, für das ich etwas bezahlen muss, kommt mir gleich wertvoller vor, als eines der vielen hingerotzten „free ebooks“ da draußen im Netz. Und da ich andererseits nur einen Tweet dafür zahle, hab ich auch kein Problem damit, diesen fairen Preis in Kauf zu nehmen, ohne den Tweet hinterher zu löschen.

Kurz: Keine Idee um richtig viel Geld zu verdienen, aber eine Methode um richtig viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Zum Beispiel für eine weniger bekannte Band, wie es die Jungs auch getan haben:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=Guma05_Y0qQ&w=490&h=300] 1

Fazit

Win-Win-Situation durch ein cleveres Konzept. Und hätte ich das Buch nicht bei Twitter gesehen, hätte das Buch nicht gelesen und würde jetzt nicht drüber bloggen.

Eine solche Idee ist uns die Goldene Bazille wert!

Goldene Bazille – Der Preis für clevere Viralität!

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.