Navigation

How to be a Social Media Douchebag 1

Falk Ebert  11. Mai 2010  3 Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

how to be a Social Media Douchebag personal edition

Idioten – Es gibt sie überall. Und deshalb gibt es sie auch in den Sozialen Netzwerken.  Zuhauf. Wer jedoch denkt, es wäre einfach, ein Social Media Depp zu sein, der hat sich geschnitten. Deshalb gibt es von uns die zehn wichtigsten Regeln für angehende Social Media Douchebags. Heute für einzelne Personen, demnächst für ganze Unternehmen.

1. Leite Hoaxes weiter!

Denn die Ölindustrie wird wirklich weinen, wenn ein paar Leute an einem bestimmten Tag nicht tanken. Ebenso wie das kleine unschuldige Mädchen den Spender mit der bestimmten Blutgruppe braucht, StudiVZ kostenpflichtig wird und Nokia 3210s verschenkt.

Also munter weiterleiten, egal ob per Email, bei Facebook oder twitter! Wozu haben wir die ganzen Kontakte denn, wenn man sie nicht für etwas wirklich Wichtiges einsetzen darf?

2. Nutze Foursquare offensiv!

Ja, deine Freunde wollen wissen, dass du gerade das Bahnhofsklo am Hauptbahnhof Hintertupfingen benutzt. Deshalb: Einchecken, twittern, sharen! Besonders die Freunde, die noch nicht wissen, was sich hinter den 4sq.com/irgendwas-Links verbirgt, werden begeistert sein, wenn sie voller Erwartung eines interessanten Themas auf den Link klicken und dort eine langweilige Seite mit einem kleinen Kartenausschnitt sehen.

3. Sammle Freunde!

Denn auch wenn irgendwelche Spastis der Meinung sind, Netzwerk-Freunde und Follower wären nicht wichtig – sicher ist sicher! Nur wer wirklich viele Kontakte hat, kann auch die erste Douchebag-Regel in Perfektion ausführen!

4. Schmücke deinen Namen!

Wen interessiert schon, wie deine Eltern dich getauft haben! Deine Freunde, Kollegen und ehemaligen Klassenkameraden werden dich sowieso unter deinem Pseudonym „King Andy“ suchen. Und wenn du schon deinen echten Namen verwenden willst, dann schmücke ihn wenigstens mit möglichst vielen $۝ήđ€řzə|[НзÑ! Das ist nicht nur cool, sondern zeigt der ganzen Welt auch noch, dass du ein echter PC-Profi bist, der die Zeichentabelle bei Windows blind findet.

5. Verwende ein unkenntliches Profilbild!

Du hast deinen Namen möglichst kryptisch gestaltet? Gut. Da es bei Sozialen Netzwerken ja nicht darum geht, seine Freunde zu finden, anonymisieren wir jetzt auch noch dein Profilbild. Ein Bild von Donald Duck, ein invertiertes und beschnittenes Bild, ein Kinderbild, ein Foto aus der Google-Trefferliste – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Als einzige brauchbare Alternative zur anonymen Tour geht übrigens der Myspace-Shot (Selbstportrait mit Handycam). Und das ist sogar wissenschaftlich belegt.

6. Scheiß auf deine Privacy-Settings!

Dein Bild und dein Name sind anonymisiert? Gut, jetzt brauchst du dir um Datenschutz-Fallen keine Sorgen mehr machen. Denn Datenschutz ist sowieso nur was für Streber. Und wenn jemand deinen Account über deine Hochschule oder über Freunde von dir findet, wird er sowieso keine Lust haben zu lesen was du so teilst. Deshalb: Kein Mensch braucht Privacy!

7. Teile alles!

Du hast dir grade ein Sandwich gemacht? Cool, warum hast du das denn nicht getwittert? Dein Hund ist voll süß? Krass, schreib es gleich bei Facebook rein! Profi-Douchbags kombinieren übrigens das Oversharing mit Foursquare: „Bin an der Uni, voll müde. Foursquare-Link.“ Mensch, das hätte ich ja nicht gedacht. Normalerweise sind Studenten doch Montag morgens total ausgeschlafen und an ganz anderen Orten.

8.Werde Pseudo-Aktivist!

Irgendwie ist das BWL-Studium doch nicht so das richtige für dich? Du würdest gerne etwas in deinem Leben bewegen? Etwas sinnvolles tun? Make a difference! Trete Protest-Gruppen bei! Gegen Kindesmissbrauch, gegen Tierquälerei, gegen Tokio Hotel. Sei Teil einer Bewegung!

Die Mitgliedschaft in der Gruppe befreit natürlich von lästigen Pflichten der 1.0-Revoluzzer: Demonstrationen, Spenden, politische Arbeit in Gremien oder Arbeitseinsätze müssen hinten anstehen.

9. Teile dein imaginäres Sexleben!

Es ist egal, ob du Matratzenmuffel oder Sexgott bist. Wenn du nur genügend Fick-Gruppen beigetreten bist, wird jeder von letzterem überzeugt sein. „Sex ist nur schmutzig wenn er richtig gemacht wird!“ wird jeden davon überzeugen, dass es bei dir garantiert keinen Blümchen-Sex gibt und „Geh auf Nummer sicher, schlaf mit einem Sanitäter!!“ ist eine total lustige Gruppe, wenn du zufälligerweise ein Sanitäter bist. Auch hier gibt es wieder einen Profi-Rat: In der Anonymität der Timeline kannst du per Statusupdate deinen Freunden ganz dezent mitteilen, was sie schon immer mal nicht wissen wollten.

10. Ignoriere den Online-Knigge!

Du hast die Punkte 1.-9. sorgfältig befolgt und nichts hat geholfen? Du kommst dir immer noch erträglich und sozial interessant vor? Kein Problem! Hier der ultimative Trick: Lese dir unseren Digital-Knigge durch und mache einfach alles genau verkehrt herum! Was für ein genialer Schachzug!

Jetzt hast du es wirklich geschafft. Du bist nun im erlesenen Kreis der Social Media Douchebags!

__

Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.