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Tappt Apple in die Porno-Falle?

Falk Ebert  25. April 2010  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Mobile

Der kleine Androide bekommt die Chics!

Ganz schön unfair. Während der kleine Androide munter Frauen abschleppen darf, wird das Apfel-Telefon von seinem bösen Papa kontrolliert und muss zuhause bleiben. O-Ton Steve Jobs:

We do believe we have a moral responsibility to keep porn off the iPhone. Folks who want porn can buy an Android phone.

Eine gewagte Äußerung, denn in unserer Generation ist Pornografie schon längst salonfähig. Zumindest unter uns Jungs. Sorry, wenn ich hier Weltbilder zerstören muss. Und außerdem bedeutet diese Politik von Apple ja nicht nur, dass wir auf dem iPhone von drittklassigen Schmuddelfilmchen verschont bleiben: Auch ein bebildertes iPhone-Kamasutra oder die Fessel-App für BDSM-Freunde wird es wohl nie geben. Android hat dagegen schon einen eigenen Store für Erwachsenen-Content.

Gute oder schlechte Idee?

Ist das eine gute oder schlechte Entscheidung des Konzern aus Cupertino? Werfen wir doch mal einen Blick zurück: Der VHS wird beispielsweise nachgesagt, sie habe sich vor allem deshalb gegen das konkurrierende Betamax-System durchsetzen können, weil Sony mit letzterem der Porno-Industrie den Rücken zukehrte. History repeats: Jahre später ähnliche Szenen beim Kampf zwischen Bluray und HD-DVD. Und auch der elektronische Reporter Sixtus versichert uns:

Die lustbetonte Fleischbeschau gilt unter Experten seit Jahr und Tag als Motor des medientechnischen Innovationsprozesses.

Die wahre Problematik ist an anderer Stelle.

Und trotzdem glaube ich irgendwie nicht, dass die Abstinenz dem iPhone besonders schadet. Auch, wenn das Thema eine tolle Story abgibt. Zu gering ist die Relevanz von FSK18-Inhalten auf mobilen Endgeräten bisher.

Das eigentliche Problem liegt eine Stufe höher: Bei der Tatsache, dass Apple den App-Store überhaupt zensiert. Wenn ich einen Computer kaufe, kann ich darauf jegliche Software laufen lassen, die mir gefällt. Wenn ich ein iPhone kaufe, kann ich darauf nur Software laufen lassen, auf die Steve Jobs seinen „Erlaubt“-Stempel gedrückt hat. Das kann auch mal in’s Auge gehen.

Ist Steve Jobs die neue Zensursula?

Im Übrigen sei zu diesem Thema auch das sehr gute Interview bei dradio empfohlen!

Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.