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Google Wave? Braucht man das?

Falk Ebert  20. April 2010  11 Kommentare  3 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Google Wave Buttons zum Starten einer wave

Als Early-Adopter hatten wir natürlich schon früh unsere Test-Accounts für die Welle. Seit damals organisieren wir diesen Blog hier über Google Wave und haben auch schon das eine oder andere Projekt damit begleitet. Da das Tool ein paar Hypes später ein wenig in den Hintergrund gedrängt wurde, wollen wir den Moment nutzen, um unsere Erfahrungen mit Google Wave zu teilen.

Chris: „Zu viel erwartet“

Leider muss ich sagen, dass Wave für mich nicht annähernd den erwarteten (und erhofften?) Erfolg hatte, der prophezeit wurde. Ich erinnere mich noch sehr genau an einen Tweet von Amir Kassaei zu Beginn des Jahres über Top Ereignisse in 2010. Eines davon lautete in etwa so: Irgendjemand wird einen überragenden Nutzen von Google Wave entdecken, ihn kapitalisieren und damit einen Arsch voll Kohle verdienen. Und ich dachte mir noch: Für diesen Insight muss ich aber nicht Deutschlands Werber Nummer Eins sein.  Nun ja, inzwischen glaubt wohl keiner mehr so recht daran.

Wave hatte einige tolle Features, die in den Preview Videos schlicht und einfach hinreißend aussahen. So zum Beispiel die Replay Funktion. „Aaah, jooa, sicher. Geht mir zehn Mal am Tag so, dass ich das brauchen könnte!“. Pustekuchen. Auf die Replayfunktion ist gelinde gesagt geschissen. Nicht ein einziges Mal kam sie bei mir zum Einsatz. Ebenso die eingebetteten Bilder oder Videos. Hier muss man jedoch sagen, dass zumindest die Idee stimmte. Jedoch hängt („laggt“ auf nerdisch) der Service dermaßen, dass das Scrollen schon ohne Bilder keinen Spaß macht. Mit einem Haufen Klicki-Bunti dann erst gar nicht. Und überhaupt: Was soll eigentlich dieser verkorkste Scrollbalken an der Seite. Usability technisch für mich ein Totalversagen.

Was Google Wave verspricht, bleibt für mich aber nach wie vor ein wahrer Traum: Alles in einem Dokument, alle Formate, alle Personen und das Ganze in Echtzeit. Das Problem ist nur – wenn selbst Google versagt, wer um Himmels Willen möchte den nächsten Anlauf wagen. „Mr. Zuckerberg, was meinen Sie dazu?“

Falk: „Google Wave ist eine Tech-Demo“

Wirklich rund ist Google Wave natürlich noch nicht. Ist ja auch noch nicht fertig. Und das merkt man auch an allen Ecken und Enden: Die Replay-Funktion unbrauchbar, ständig plagen Abstürze und die Anzahl der brauchbaren Widgets ist minimal.

Ich sehe Google Wave deshalb vor allem als eine Tech-Demo. Wave zeigt uns, was Echtzeit kann: Zusammen an einem Dokument arbeiten, schnell Meinungen austauschen und dabei strukturiert vorgehen. Und jeder Buchstabe, den man tippt, erscheint direkt auf den Bildschirmen der anderen. Das erfordert ein neues Denken, neue Verhaltenskodizes und mehr Flexibilität. Bringt aber dafür neben Spaß vor allem einen Geschwindigkeitsvorteil. Das Zeitalter von „Re:Re:Aw:Re: Letzter Stand der Präsentation“ und „Arbeitest du gerade an dem Dokument, oder kann ich speichern?“ wird bald vorbei sein, Google Wave hat die Tür zur Echtzeit aufgestoßen!

Bock auf einen Hauch von Echtzeit?

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Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.