Navigation

Starbucks‘ Pioniergeist

Christian Faller  14. März 2010  3 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web, Mobile, Werbung mit und im Internet

Die Starbucks Kaffeekette machte schon zuvor bei Technikfreunden auf sich aufmerksam und engagierte sich früh und extensiv in Social Media Möglichkeiten. Auch wenn der Kaffe meiner Meinung nach nach allem anderen außer Kaffee schmeckt – was mir ganz gelegen kommt – gibt es offenbar einen großen Haufen Laufkundschaft. Die Bemühungen sollen jetzt weiter ausgedehnt werden und man nutzt Dienste wie Foursquare, um das Clientel noch spezifischer anzusprechen und zu binden. Ich selbst erlebe das jeden Tag, denn vor allem hier in Singapur ist die Verbreitung und Nutzung internetfähiger Mobilgeräte enorm hoch. Nahezu jeder Einwohner, ob Bauarbeiter oder Bankier, scheint den Komfort der neuen Technik zu nutzen.

Wer per Foursquare seit Donnerstag bei einem Starbucks eincheckt, ist auf einem guten Weg, den sogenannten Barista Badge zu erhalten. Insgesamt fünf Filialen der Kette müssen so besucht werden, bis das Abzeichen verliehen wird. Noch scheint an den Badge keine direkte Belohnung gekoppelt zu sein, doch in Zukunft wird sich das sicher ändern. Chris Bruzzo, Vizepräsident für Brand und Onlineangelegenheiten bei Starbucks, äußerte sich bereits, Foursquare auch in Zukunft in erhöhtem Maße nutzen zu wollen. Beispielsweise könnten Kunden, die sich in der Nähe eines CoffeeShops befinden und einen Badge besitzen, spontan auf einen gratis Kaffee eingeladen werden oder Vergünstigungen bekommen. Die Möglichkeiten sind groß und die Technik in noch größerem Maße verbreitet – nur noch kaum genutzt. Wer also nachgewiesenermaßen häufig zur Koffeiinspritze greift und Starbucks seinen Favoriten nennt, der dürfte sich über zielgerichtete Werbung und Discounthinweise doch offenbar freuen. Oder etwa nicht? In gewisser Weise also eine Win-Win Situation.

Während es früher jedoch noch zu einer Art Spielerei zählte, seine Location anzugeben und zu speichern, geht es heute schon längst um Bares. Wichtig ist, dass jeder das erkennt. Der Deal ist einfach: Privatsphäre gegen Sonderangebote. Was mich hier verwundert ist, dass plötzlich jeder auf den Zug aufspringt. Vor zwei Jahren blaffte man noch zurück, wurde man an der Supermarkt Kasse höflich nach der Postleitzahl gefragt! Manchmal verstehe ich die Menschen nicht… manchmal.

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.