Navigation

Gigantomanischer Google Größenwahn – oder: Was unsere Justizministerin über den Internetkonzern aus Mountain View denkt.

Christian Faller  11. Januar 2010  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Von Daniel Seeger

Das hat gesessen. Im Spiegel-Interview mit der Justizministerin in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins kommt der amerikanische Web- und Werbekonzern alles andere als gut weg. Doch warum nur? Das oberste Google-Credo „don’t be evil“ scheint vermutlich nicht auszureichen um Frau Leutheusser-Schnarrenberger davon zu überzeugen, dass die Damen und Herrn um Larry und Sergey wirklich nur das beste von für uns wollen. Nur das allerbeste.

Dabei kritisiert sie vor allem Googles Strategie aufs heftigste. Der Suchmaschinenkonzern werde dabei mehr und mehr zu einem „Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft“.

Das ist natürlich ein wirklich böser Vergleich. Oder vielleicht das beste Kompliment aller Zeiten?

Nach Meinung der Ministerin mit dem lustig klingenden Namen, verletzten Dienste wie Google Earth und Google Street View unsere Privatssphäre in erheblichem Maße. Ferner störe sie vor allem Googles „Vorpreschen“ und die „Gigantomanie“ des Internetkonzerns, „die auch bei der Google-Buchsuche durchscheint.“ Googles Dienste wie diese seien deshalb „rechtlich unbedingt prüfenswert“.

Ihr ginge es dabei nicht darum, „etwas zu verbieten, zu verhindern“. Viel mehr erhoffe sie sich mehr Transparenz und rufe auf, dafür zu sorgen, dass die Nutzer darüber aufgeklärt werden, was mit ihren Daten geschieht. Werde Google nicht bald seiner Plficht bewusst, müsse der Gesetzgeber nachziehen.

Doch eins nach dem anderen. Was will uns das alles sagen? Dass Google auf dem Weg zur Weltherrschaft ist? Dass die Bundesregierung manchmal ein bisschen länger braucht? (Immerhin steht z.B. der Dienst Google Maps schon seit nunmehr knapp fünf Jahren zur Verfügung) Oder, dass sich die Leiterin des Bundesministeriums für Justiz erst neulich ihren ersten Computer zugelegt hat und gleich darauf auf die Problematik mit Google aufmerksam geworden ist?

Sicherlich, die Aufgaben des Gesetzgebers stehen außer Frage. Und trotzdem: Jeder Internetnutzer ist für sein Handeln, sein Privatspähre und seine Daten im Internet selbst verantwortlich.

Medienkompetenz ist hier das Stichwort.

Christian Faller

Christian Faller ist Geschäftsführer bei deepr, einer Stuttgarter Werbeagentur und leitet den Digitalbereich bei Yaez. Wenn er nicht an digitalen Marketingstrategien feilt, verfolgt er sein Lebensziel, jedes Land der Welt zu bereisen. Er hat in Singapur, Frankreich, Amerika und Südafrika gelebt und gearbeitet.