Navigation

Exponentielles Wachstum vs. Corporate-Logik

Falk Ebert  6. August 2018  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Strategie

Wer schon mal ein kleines Pet Project hatte, wird das kennen: Man muss das zarte Pflänzchen mit viel Liebe gießen, bis es dann plötzlich von selbst in die Höhe schießt und Früchte trägt.

Egal ob Blog, Podcast, Instagram-Account oder Geschäftsidee – das erste halbe Jahr bis Jahr ist verflixt. Man bekommt vielleicht viel Zuspruch, man spürt, dass da etwas entsteht. Aber schaut man sich nur die nackten, absoluten Zahlen an, dann sieht es eine ganze Weile lang finster aus.

Und dann, dann fängt es plötzlich an zu sprießen. Freunde erzählen ihren Freunden davon. Man erreicht bei Google die vorderen Seiten. Der Umsatz wächst scheinbar sprunghaft. Und plötzlich sieht das alles ganz anders aus.

Die Geduld der Hobby-Gärtner fehlt im Corporate-Kontext oft. Da werden die zarten Pflänzchen nicht selten zertrampelt, bevor sie in die spannende Phase kommen. Das hat viele Gründe, die sich aber sehr ähneln. Es fehlt nicht nur die Geduld, sondern auch die Fähigkeit, Sprösslinge vor ihrer Wachstumsphase zu beurteilen:

  • Vielleicht wird jemand nervös, weil das Projekt nichts werden könnte und man sich dann intern damit blamiert?
  • Vielleicht räumt jemand auf und streicht in einer ABC-Analyse alle kleinen Projekte, die keinen nennenswerten Umsatz bringen?
  • Vielleicht wechselt eine Führungsfigur und sieht alte Initiativen als etwas, mit dem sie sich nicht profilieren kann?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Aber eine leuchtet mir am meisten ein. Gunter Dueck formuliert das 2013 in Das Neue und seine Feinde so:

„Work underground as long as you can.“

Wer ein Projekt nicht kennt, kann es nicht stoppen. Wo keine Erwartungen sind, können sie nicht enttäuscht werden. Und solange keiner damit angegeben hat, können Führungskräfte sich zu gegebener Zeit das Projekt schnappen und ihren Namen drunter schreiben.

Was haben Vin Diesel, Sasha Grey und Elon Musk gemeinsam? Richtig, sie sind alle bekennende Dungeons & Dragons Spieler.

Mit Dungeons & Dragons wurde 1974 eine neue Art von Spielen erfunden – Pen & Paper Rollenspiele. Eine Mischung aus Brettspiel, Improvisationstheater und Geschichtenerzählen. Der Spielleiter erfindet eine Geschichte – und die Spieler spielen ihren Charakter. Der Zustand der Spieler wird auf Papier vermerkt. Wird es spannend, wird gewürfelt.

In Jahr des Erscheines von Dungeons & Dragons ist bereits der erste Computerspiel-Ableger erschienen. Und doch hat sich das analoge Original bis heute gehalten. Weil es Spaß macht. Und nicht nur das, ich behaupte sogar, jeder sollte es spielen. Zumindest jeder, der seine Kreativität in der Gruppe verbessern möchte.

Deshalb:

  1. Bei Pen & Paper sind Regeln nicht der Feind. Es ist ironisch, aber ausgerechnet ein Spiel mit unendlicher Freiheit hat gleichzeitig zentnerschwere Regelbücher. Und das ist wichtig zu verstehen. Eine scheinbare Einschränkung ist oft nur ein gutes Sprungbrett zu besseren Einfällen.
  2. Bei jedem Rollenspiel spielt man Rollen. Was trivial klingt, ist der Schlüssel zu einer guten Gruppendynamik in Kreativprozessen: Rollen statt Hierarchien.
  3. Wer Pen & Paper richtig spielt, erzählt dabei packende Geschichten – neudeutsch Storytelling. Und das ist ein unheimlich wertvoller Skill. Meine Erfahrung zeigt, gerade in bürokratischen Unternehmen mit hohem Powerpoint-Aufkommen ist eine gute Geschichte (leider?) immer noch mehr wert als eine sauber fundiert hergeleitete Strategie.
  4. Wer gemeinsam spielt wird schnell merken, dass „ja… aber“ die Geschichte nicht weiterbringt. Profis verwenden ausschließlich „ja… und…“. Und das macht nicht nur jedes Spiel, sondern auch jedes Meeting tausend mal angenehmer.
  5. Und schließlich lehrt das Spiel noch etwas. Ein Punkt, den auch das oben verlinkte Video betont: Eine in der Gruppe geteilte Verletzlichkeit. Es gibt keine wichtigere Voraussetzung für gemeinsame kreative Arbeit.

Sucht euch eine Gruppe, holt euch eines der Startersets (z.B. das hier für D&D, oder eines von diesen Sets für Star Wars), habt Mut und legt los!

Eure Phantasie dankt.

Wen die DSGVO wirklich trifft

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Google sagt, sie hätten 500 Personenjahre für die Vorbereitung auf die neue Datenschutzgrundverordnung der EU aufgewendet. Klingt viel. Ist es aber nicht – wenn man es in Relation setzt. Google hat letztes Jahr 111 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Nehmen wir mal an, die Aussage mit den 500 Jahren stimmt. Und nehmen wir mal an, es […]

Lesen …

Was ist das Endgame von Habitica?

Falk Ebert  Keine Kommentare  4 Minuten zu lesen

Bei Spielen wie World of Warcraft spricht man vom „Endgame“. Gemeint ist: Wenn das Spiel den Reiz des Neuen verloren hat, wenn man viele Levels geklettert ist, was macht man dann eigentlich noch damit? Bei WoW besiegt man immer und immer wieder die selben Bosse, um neues Equipment zu bekommen. Doch kann auch Habitica den […]

Lesen …

Mein Wunschzettel an Dorothee Bär

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Deutschland hat jetzt eine Digitalministerin. Naja, eigentlich eine „Staatsministerin für Digitalisierung“. Die hat kein Ministerium, aber zumindest mal einen Twitter- und Instagram-Account. Kein Aprilscherz, auch, wenn es danach klingt. Dennoch sage ich: Geben wir ihr eine Chance. Hier wäre mein ganz persönlicher digitalpolitischer Wunschzettel: Leistungsschutzrecht und Depublikationspflicht schnellstmöglich wieder abschaffen. Das Urheberrecht auf einen Stand bringen, der […]

Lesen …

Gute Hardware + Schlechte Software = Schlechtes Experience

Falk Ebert  Keine Kommentare  3 Minuten zu lesen

Wer haptische Komponenten mit guter Software verbindet, erschafft Magie. Wenn aber einer der beiden Bausteine nicht gut ist, ist das ganze Produkt für die Tonne. Mein Staubsaugroboter ist ein positives Beispiel. Auf der Hardware-Seite ist er solide verarbeitet, hat eine gute Saugleistung, ausreichend Sensoren und einen großen Tank. Software-seitig überzeugt er mit einer modernen Smartphone-App, […]

Lesen …

Warum ich gegen Digitalisierungsprojekte bin

Falk Ebert  2 Kommentare  2 Minuten zu lesen

Die übliche Perspektive auf Digitalisierung ist folgende: Die Welt hat sich total gewandelt, wegen Internet und so. Die Firmen haben das aus irgendeinem Grund verschlafen. Deshalb muss jetzt mit Beraterfirmen ein Digitalisierungsprojekt angestoßen werden. Klingt logisch, oder? Und alle profitieren davon. Die Berater, die diese Digitalisierungsprojekte verkaufen. Die Manager, die sich damit profilieren. Und die […]

Lesen …

Wrap-Up der Tech-Hardware 2017

Falk Ebert  2 Kommentare  4 Minuten zu lesen

Nach langer Pause wegen Masterarbeit melden wir uns für 2018 zurück! In Zukunft wird es wieder Artikel geben. Und zwar immer am ersten Montag des Monats. Heute im Fokus: Was ist aus den wichtigsten Technik-Themen 2017 geworden? Ein persönlicher Erlebnisbericht und ein unfundierter Ausblick. 1. Wearables Seit über einem Jahr trage ich jetzt eine Motorola […]

Lesen …

Petyr Baelish ist der Prototyp des Strategen

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Ein guter Stratege braucht viele Qualitäten. Eine davon ist es, alle Eventualitäten zu bedenken. Richard Rumelt schreibt dazu in Good Strategy/Bad Strategy: Under pressure to develop a way out of the difficulty, that first idea is a welcome relief. Thank goodness, here is something to hang on to! It feels much better to get oriented. […]

Lesen …

10 Kabel

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Es gibt clevere technische Lösungen – und es gibt Voice Chat auf der Nintendo Switch. Wer im neuen Shooter Splatoon 2 mit Freunden sprechen möchte, benötigt dafür eine App. Und ein Kabel-Gewirr, das ich hier mal anskizziert habe: Sieht kompliziert aus, ist es auch. Dafür ist die App aber auch… richtig schlecht programmiert. Bei ausgeschaltetem Smartphone bricht […]

Lesen …