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Die 10 besten Nerd-Hobbies für’s Zuhausebleiben

Falk Ebert  23. März 2020  Keine Kommentare  7 Minuten zu lesen  Gaming

Wochenlang zuhause bleiben? Was für die einen nach blankem Horror klingt, ist für die anderen perfekte Voraussetzung für das liebste Hobby.

Wie es aktuell aussieht, wird Corona uns noch ein paar Wochen in unseren Wohnungen halten. Eine schöne Gelegenheit, sich mal das eine oder andere eher nerdige Hobby anzuschauen, zu dem man bislang keinen Zugang gefunden hat.

Hier sind die Top 10 Langeweile-Vertreiber-Hobbies, in die sich das Reinschnuppern in Krisenzeiten lohnen könnte!

Platz 10: Videospiele

Wirklich kein Geheimtipp mehr, aber dennoch noch etwas, mit dem 57% der Deutschen überhaupt nichts anfangen können. Dabei sind digitale Spiele ein extrem spannendes Hobby und eine interessante Kunstform – wenn man die richtigen kennt.

Wo anfangen?

Wer sich schon lange eine Konsole kaufen wollte, kann demnächst bei Aldi zuschlagen – dort gibt es die PS4 für 200 Euro. Wer weniger auf Online-Shooter und mehr auf Indie-Games und Sofa-Multiplayer (MarioKart) steht, ist mit der Nintendo Switch am besten beraten, sobald sie wieder lieferbar ist.

Doch auch am heimischen PC, Mac oder Smartphone kann man gut starten. Für einen Vortrag haben Kollegen und ich neulich dazu ein drei Titel rausgesucht – inklusive Follow-Up-Spiel, falls ihr Blut leckt.

Platz 9: Speedcubing

Einen klassischen Rubic Cube lösen, das ist kein Hobby, sondern eine Beschäftigung für einen Vormittag. Zumindest, wenn man es mit einer Anleitung wie dieser macht. Einen Zauberwürfel so schnell wie möglich zu lösen, das ist schon etwas, womit man etwas länger Spaß haben kann.

Wo anfangen?

Anleitungen gibt es auf YouTube, Communities online. Im Endeffekt braucht ihr nur einen Würfel, der außen keine Kleber hat und sich außerdem leicht drehen lässt. Gute Modelle gibt es schon für unter zehn Euro, z.B. diesen hier.

Platz 8: AR-Filter bauen

Instagram ist inzwischen fast schon wieder langweilig. Aber wäre es nicht spannend, einen eigenen (Face) Filter bei Instagram zu haben? Tatsächlich ist das dank der kostenlosen Software Spark AR so einfach wie noch nie zuvor. Wer ein bisschen Erfahrung mit Photoshop oder einem 3D-Programm hat, kann seinen ersten Filter schon in 1-2 Stunden bauen und zur Einreichung hochladen.

Wo anfangen?

Einfach Spark AR auf den PC oder Mac runterladen. Die acht vorinstallierten Templates geben einen perfekten Einstiegspunkt.

Platz 7: Sprachen lernen

Sprachen lernen ist etwas, das dank dem Internet so einfach geht wie noch nie. Vom koreanischen Alphabet (eine Stunde) bis zur Chinesischen Lyrik (ein Leben) kann man dabei mit beliebigem Zeit-Invest jede Menge Spaß haben.

Wo anfangen?

Duolingo und Memrise sind für viele Sprachen ein guter Start. Drops hat einen angenehm frischen Ansatz zum Vokabel-Lernen. Für Chinesisch fand ich die „Unvergessliches Chinesisch“-Arbeitsbücher (Hier Arbeitsbuch Kurs A) eine gute Ergänzung. Wer schon etwas weiter ist, kann mit dieser Browser-Extension auch mit Netflix Fortschritte machen.

Platz 6: 3D-Drucken

Kennt ihr das, wenn der Drucker im Office mal wieder Papierstau hat und man den halben Tag damit beschäftigt ist, die Kiste zum Laufen zu bekommen. Ähnlich nervig sind 3D-Drucker, bis man mal etwas Routine entwickelt hat. Corona könnte eine gute Gelegenheit sein, dem Hobbykeller mal ein Upgrade zu geben.

Wo anfangen?

Ehrlich gesagt habe ich bislang nur mit dem Makerbot auf der Arbeit gedruckt (der ist Schrott) und keinen guten Überblick über den Markt in 2020. Ihr habt eine Meinung, was gerade ein guter Einsteiger-Drucker ist? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Platz 5: Tabletop-Spiele

Tabletop-Spiele sind Schlachten, die mit Modell-Figuren auf dem Tisch mit Würfel und Zollstock ausgetragen werden. Richtig toll ist es, wenn man sich mit seiner Armee mit Freunden treffen kann. Bis das wieder geht, kann man aber schon beliebig viel Zeit in das liebevolle Bemalen der Miniaturen stecken.

Wo anfangen?

Das beliebteste Universum ist sicherlich das Warhammer 40k Franchise mit einer unheimlich umfangreichen Lore und tausenden Spielmöglichkeiten. Einen guten Start hat man beispielsweise mit der Dark Imperium Starterbox (zwei Armeen, Würfel und Zollstock drin) und dazu diesem Mal-Set. Und nein, billig ist das Hobby sicher nicht.

Platz 4: Profi-Brettspiele

Mensch Ärgere Dich nicht und die Siedler von Catan ist dir zu langweilig? Vielleicht brauchst du dann neue Herausforderungen im Bereich der Brettpiele. Auch dieses Hobby kann man beliebig nerdig betreiben – besonders mit wunderschön umfangreichen kooperativen Spielen.

Wo anfangen?

Ein Klassiker für 2-4 Spieler ist das „Legenden von Andor“-Franchise. Das bietet schon im Grundspiel extrem taktische Fantasy-Abenteuer auf einem fantastisch großen Spielbrett. Absolute Empfehlung! Wer weniger Taktik und mehr Story möchte, kann sich auch Season 1 und 2 von Pandemic anschauen. Passt thematisch gut zur aktuellen Situation!

Platz 3: Programmieren lernen

Für viele ist Programmieren so etwas wie dunkle Magie: Man wird es nie lernen und überhaupt praktizieren das nur sehr komische Menschen in dunklen Kellern. Dabei sind die ersten Zeilen Code schnell geschrieben und wenn man sich ein kleines Projekt vornimmt, hat man früh die ersten Erfolge.

Wo anfangen?

Auch hier ist das Internet wieder voll mit kostenlosen Ressourcen. Einen guten Einstieg bietet sicherlich die Plattform Codecademy. Wer es spielerisch mag, kann auch mit Lernspielen wie CodeCombat den ersten Schritt wagen.

Platz 2: Virtual Reality

Das Jahr 2020 wird ein Jahr, indem VR massiv Nutzer gewinnen wird. Das liegt nicht nur an Corona, sondern auch an der immer günstiger werdenden Hardware und neuen AAA-Titeln wie Alyx.

Wo anfangen?

Auf diese Frage gibt es aktuell nur eine richtige Antwort: Mit der Oculus Quest. Denn als nutzerfreundliches Komplett-System spart euch die nicht nur den teuren Gaming-Rechner, sondern auch noch das Verkabeln der Sensoren im Raum. Einfacher könnt ihr keine virtuelle Luft schnuppern, um den eigenen vier Wänden zu entkommen!

Platz 1: Pen and Paper Rollenspiele

Pen and Paper Rollenspiele sind anders als andere Brett- oder Rollenspiele. Man spielt sie in einer Art Mischung aus kreativem Impro-Theater, Charakterentwicklung auf einem A4-Blatt und Würfel-Kämpfen nach festen Regeln. Kein anderes Hobby regt die Fantasie so sehr an. Kein anderes Hobby bietet eine so kreative Art, mit Freunden in andere Welten einzutauchen. Falls ihr noch nie etwas davon gehört habt, Vox hat ein gutes Video über das Hobby gemacht, das einen guten Überblick gibt.
Eigentlich spielt man Pen and Paper gemeinsam an einem Tisch. Allerdings gilt dabei, was auch bei Meetings gilt: Über Video-Chat geht es (fast) genauso gut. Dabei braucht eben jeder ein eigenes Set Würfel, den Rest regeln Online-Tools.

Wo anfangen?

Falls ihr keinen Freund habt, der mit einer kleinen Game-Master-Session einen Einstieg ermöglichen könnte, gibt es inzwischen gute Startersets. Dabei müsst ihr nur entscheiden, in welche Welt ihr eintauchen wollt:

Der Klassiker ist Dungeons und Dragons, eine sehr generische Fantasy-Welt, für die es jede Menge Material gibt. Das Essentials-Kit ist hier ein guter Start. Außerdem helfen die Online-Plattformen Roll20 und das offizielle Beyond DnD.

Falls ihr eher Fantasy im Tolkien-Stil erleben wollt, ist das (sehr ähnliche) System Abenteuer in Mittelerde genau das Richtige. Ich persönlich spiele es lieber als DnD. Das Spielerhandbuch ist ein guter Start. Doch Vorsicht, idealerweise hat man davor schon etwas Erfahrung bei Dungeons und Dragons gesammelt.

Am Einfachsten sollte die Entscheidung Star Wars Fans fallen. Denn für die hat der Hersteller „Fantasy Flight Games“ ein System entwickelt, das nicht nur schnell gelernt ist, sondern auch sehr kreativ spielbar ist. Zum perfekten Einstieg gibt es hier Sets wie dieses zu Episode 7 oder dieses im Stil der originalen Trilogie. Die bringen neben Regeln, Würfeln und Charakteren direkt ein Abenteuer zum Losspielen mit. Schreibt mir eine DM, wenn ihr Fragen habt!

Die Corona-Krise wird nicht lustig. Und ungewollt soziale Kontakte verringern ist alles andere als schön. Ich hoffe aber, mit diesem Artikel ein paar Anstöße gegeben zu haben, wie ihr die Zeit zuhause zumindest mit einem spannenden neuen Hobby füllen könnt!

Noch eine Anmerkung: Zur Einfachheit habe ich in diesem Artikel viele Links zu Amazon gesetzt. Falls es in eurer Gegend jedoch einen kleinen unabhängigen Brettspiel-Laden oder Ähnliches gibt, schaut, ob ihr die Sachen nicht auch von dort beziehen könnt. Viele kleine Händler bieten inzwischen auch eine Lieferung nach Hause an. Diese Läden brauchen jetzt unsere Unterstützung.

Der technische Proof of Concept ist erbracht: Cloud Gaming funktioniert. Aktuelle Spiele überall spielen, wo man Internet hat! Also überall, außer in Deutschland. Klingt nach Zukunft. Wenn da nicht das Thema Exklusivität wäre…

Läuft

Warum eine Konsole kaufen, wenn ich das Spiel auch gestreamt bekommen kann?  Es ist schon verrückt: Da schickt man per Controller seinen Tastendruck irgendwo in die Cloud, dort wird das Spiel berechnet und per Videostream in HD zurückgeschickt. Und am Ende fühlt sich das flüssig an. Klar, eSports-Titel machen so noch keinen Sinn. Aber ich war im Test wirklich überrascht, wie flüssig die Spiele bei Stadia, Geforce Now und Co laufen, wenn man stabiles Internet hat.

Wenn da nicht die Sache mit den Rechten wäre.

Als Early Adopter von Google’s Dienst Stadia begann meine „Cloud Gaming“-Erfahrung mit der Founder’s Edition und Red Dead Redemption 2. Durchgespielt – begeistert. Runde Sache. Und dann ging die Nerverei los.

Stadia-Stau

Da die kostenlosen Stadia-Pro-Titel mich nicht wirklich überzeugen konnten – Landwirtschaftssimulator, vielen Dank – wollte ich mir ein neues Spiel dafür kaufen. Spiel meiner Wahl wäre Fallen Order gewesen, aktueller „Star Wars“-Titel von EA. Das Problem: Das kann man nicht über Stadia kaufen.

Denn dort gibt es inzwischen nur eine erschreckend geringe Auswahl an Spielen. Und EA-Spiele machen sich rar. Vermutlich entweder, weil EA einen eigenen Streaming-Dienst plant. Oder, weil EA die Hoheit über die Nutzer-Daten nicht abgeben möchte und auf eine Integration ihres verhassten Origin-Dienstes drängt. Danke für nichts.

Geforce Later

Grund genug, Stadia untreu zu werden. Denn Grafikkarten-Hersteller Nvidia springt überraschend schnell auf das (für ihn disruptive) Geschäftsmodell mit auf und ist mit dem eigenen Dienst GeForce Now inzwischen aus der Beta raus. Das Besondere: Einmal über Steam (den Appstore für PC-Games) gekaufte Spiele können in der Cloud installiert und gestreamed werden.

Könnten. Denn erstens klappt das noch nicht bei allen Spielen zuverlässig. Und zweitens erkennt mein Cloud-Steam meinen Controller nicht. Und mit Maus und Tastatur möchte ich das sicher nicht zocken. Plus, ich müsste es dann umständlich über meinen Laptop per HDMI auf meinen Fernseher beamen, wenn ich ohne Lag im Wohnzimmer spielen will.

Dann lieber eine gemütliche Runde Overwatch aus der Cloud? Nö, denn sämtliche Blizzard-Spiele wurden kurzerhand aus GeForce Now entfernt. Vermutlich weil einer der beiden Parteien eingefallen ist, dass man da ja mal über Rechte verhandeln könnte – nachdem der Dienst aus der Beta raus ist und Leute Geld dafür bezahlen. Vielleicht später. Top. Und dann, hupsi, der selbe Käse mit Bethesda.

Playstation No

Vielleicht sollte ich Fallen Order einfach aufgeben? Immerhin gibt es gerade mit Death Stranding ein von der Presse als „groß, rätselhaft und nervenaufreibend“ gefeiertes Autorenspiel von Hideo Kojima. Das gibt es auf der Playstation. Aber eben nicht auf Playstation Now, dem dazugehörigen Streaming-Dienst.

Für den Streaming-Dienst gibt es dafür – Zitat Website – „aktuelle Blockbuster“ wie Overcooked 2, das inzwischen auch für den Taschenrechner meiner Oma verfügbar ist.

Fazit

Was beim Video-Streaming die Streaming Wars sind, erwartet uns jetzt auch für Videospiele. Nur: Noch etwas komplizierter, nerviger und kleinteiliger.

Die Anbieter müssen jetzt nachlegen und ihre Lizenzvergabe aufräumen, um die Spieler nicht abzuhängen. Beim Kampf der Plattformen für lokales Spielen (Steam vs. Epic Store vs. Origin und Co.) haben wir inzwischen einen aus meiner Sicht annehmbar konsolidierten Zustand des Marktes. Da muss Cloud Streaming auch hin.

Gelingt das auf absehbare Zeit nicht, wird die Cloud nicht marktfähig. Bestenfalls bleiben die Spieler dann bei der Heimkonsole. Schlimmstenfalls rollen sie wieder die Piratenflagge aus.

Ach, und wir brauchen in Deutschland mal endlich Glasfaser in die Häuser. Aber das sagen Experten ja nur seit 20 Jahren. Die anderen Länder können uns ja dann als Entwicklungshilfe ihre alten PS5 schicken, wenn Deutschland in ein paar Jahren endgültig abgehängt ist. Anderes Thema…

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