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Epische Business Moves

Falk Ebert  14. Januar 2019  Keine Kommentare  3 Minuten zu lesen  Marketing

Die letzten zehn Jahre waren die Jahre der Plattformökonomie: Dahinter steht die Erkenntnis, dass man viel mehr Geld verdienen kann, wenn man nicht Inhalte und Services an sich anbietet, sondern die Infrastruktur dahinter kontrolliert.

2019 könnte die dadurch entstandenen großen Player ordentlich durchgeschüttelt werden.

Epic umgeht den Play-Store

Im Bereich Mobile gibt es eigentlich nur zwei große Plattformen: Den Play Store auf Android und den Apple Store auf iOS. Wer eine App möchte, lädt sie sich von dort herunter. Für den Nutzer bedeutet das ein gewisses Plus an Sicherheit – für den Entwickler, dass er 30% seines Umsatzes an Google oder Apple abdrückt.

Kein Wunder, dass Epic Games, die Firma hinter dem Jugendkultur-prägenden Spiel Fortnite, überhaupt kein Bock darauf hatte. Für Android veröffentlichten sie das Spiel deshalb einfach als APK. Das bedeutet, der Spieler muss es so installieren, wie man früher Software eben installiert hat. Außerhalb des Stores und inklusive ein paar ernst klingender Sicherheitswarnungen des Geräts.

Wie gesagt ist es nicht überraschend, dass Epic ein Interesse daran hat. Immerhin haben sie mit diesem Trick über 50 Millionen Dollar gespart, die sie ansonsten an Google hätten weitergeben müssen. Definitiv überraschend ist aber, dass es funktioniert hat. Die Marke Fortnite war so stark, dass die zusätzliche Hürde der Installation das Wachstum nicht gestoppt hatte. Daran war zuletzt selbst Amazon mit ihrem Underground-Projekt gescheitert.

Angriff auf Steam

Was bei mobilen Geräten der Play-Store und der Appstore ist, das ist für Computerspiele Steam. 2004 zog der Hersteller Valve viel Kritik auf sich, als er sein lange ersehntes Spiel Half Life 2 an eine Pflicht-Installation von Steam gebunden hatte. Allerdings hat der Trick funktioniert – wer heute Spiele kauft, kauft sie über Steam. Der jährliche Summer Sale wird zum Konsum-Höhepunkt des Jahres einer ganzen Computerspieler-Generation. Und die Hersteller drücken ihren Anteil an Valve ab.

Kein Wunder, dass Epic auch hier streitsüchtig wird. Mit den 2-3 Milliarden Dollar aus Fortnite fahren sie jetzt den Angriff gegen Steam. Der Angriff heißt, wenig originell, Epic Store. Natürlich mit Exklusiv-Titeln – der selbe Move wie damals mit Half Life 2. Gleichzeitig verschenken sie aber auch Spiele – eine Strategie, die man bei ähnlichen Angriffen auf große Plattformen oft sieht. Im September letzten Jahres gab es das wunderschöne Tauch-Survival-Spiel Subnautica gratis. Bis zum 24. Januar gibt es den beeindruckenden Indie-Titel What Remains of Edith Finch umsonst.

Gut für den User

Es steht außer Frage, dass große Plattformen immer Vorteile für die Nutzer in Form von Netzwerkeffekten bieten. Steam-Nutzer sehen zum Beispiel immer, welche Spiele ihre Freunde spielen und können sie dadurch um Rat fragen oder zum gemeinsamen Spielen einladen.

Gerade bei Steam wird aber auch deutlich, dass die so entstehenden Quasi-Monopole in die falsche Richtung gehen können. Die Plattform fühlt sich nämlich an wie ein Produkt der frühen 00er-Jahre – was sie ja auch ist. Selbst neue Features wie der Gruppenchat sind in der Bedienbarkeit ein Desaster. Etwas Konkurrenz kann da nur gut für die Nutzer sein.

Fazit

Falls noch nicht geschehen, schaut euch doch What Remains of Edith Finch mal an! Eine schöne Spiel-Erfahrung, die etwa zwei Stunden Walking-Simulator bietet.

Aber noch wichtiger: Freut euch auf die nahe Zukunft. Denn wir werden zunehmend sehen, wie die großen Plattformen der letzten zehn Jahre wachgerüttelt werden. Und das bedeutet nicht nur weniger Wegzoll für die Entwickler, sondern hoffentlich auch frischere und bessere Plattformen!

Schritt eins von der Idee zum Startup

Falk Ebert  3. Dezember 2018  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Strategie

Seit es „Höhle der Löwen“-Produkte im Rewe gibt, ist die Startup-Szene im Mainstream. Der Tagtraum vom erfolgreichen Startup ist der neue Lottogewinn.

Und dagegen ist gar nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil. Nur, wer wirklich den ersten Schritt machen möchte, muss ein paar einfache Wahrheiten akzeptieren. Wahrheit Nummer zwei ist „eine Idee ist kein Geschäftsmodell“.

Wahrheit Nummer eins ist „deine Idee ist vermutlich nicht neu“. Wenn ich für jede bereits umgesetzte Idee, die mir jemand als vollkommen neu gepitcht hat, einen Cent bekommen hätte, wäre das Early Stage Funding für mein nächstes Startup bereits in trockenen Tüchern.

Und nein, auch ich bin dagegen nicht gefeit. Hier sind ein paar Ideen, von denen ich mal begeistert war – irgendwas zwischen mehreren Sekunden und mehreren Jahren lang:

  • Eine Fahrradklingel-App (Die App-Stores sind voll davon)
  • Ein webbasiertes PM-Tool, das nicht furchtbar ist (Asana ist verdammt nahe dran)
  • Eine universelle Lern-Quellen-Empfehlungs-Website (sah in meinem Kopf ziemlich genau wie Learn Anything aus)
  • Ein Online-Tool für strukturierte Debatten (wurde genau wie ich es mir gedacht hatte von Kialo umgesetzt und ich liebe die Website)

Fakt ist, vermutlich hatte einer der anderen 7,5 Milliarden Menschen schon mal die Idee, die gerade in deinem Kopf herumschwirrt. Und Fakt ist, im Internet findet man diese (erfolgreichen oder erfolglosen) Versuche auch verdammt schnell.

Was aber auch wahr ist: Nur, weil es jemand schon mal versucht hat, ist die Idee nicht für immer verloren. Man kann mit seinem Startup das Problem der Zielgruppe (die „Jobs to be done“) immer noch besser, schneller, anders lösen.

Und dennoch – oder gerade deswegen – sollte man zuerst mal googlen.

17 Tage Digital Detox

Falk Ebert  Keine Kommentare  5 Minuten zu lesen

Bereits ab dem ersten Tag ohne Smartphone bemerkte ich an mir die Veränderung: Mein Blick wurde schärfer. Meine Gedanken wurden klarer. Selbst die Früchte fingen an süßer zu schmecken. Bullshit. So war es natürlich nicht. Aber fangen wir von vorne an. Schon lange wollte ich eine bestimmte Zeit ohne Smartphone verbringen. Unser Cuba-Trip schien mir […]

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Die neue Verschmutzung

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Als die industrielle Revolution ab dem 18. Jahrhundert nach Europa kam, wurden erst die Städte, dann die Schmetterlinge schwarz. Der durchschnittliche Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert wurde keine 40 Jahre alt. Die Antwort auf diese massive gesellschaftliche Herausforderung heißt Umweltschutz. Den Beginn der modernen Umweltschutzbewegung beobachten wir aber erst im 20. Jahrhundert. Umweltverbände wie Greenpeace oder den […]

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Dieses Produkt war so schlecht, ich musste sofort eine Amazon-Bewertung schreiben. Wow.

Falk Ebert  Keine Kommentare   eine Minute zu lesen

Ich schreibe selten Amazon-Rezensionen. Eigentlich nur, wenn ich von einem Kauf positiv überrascht oder enttäuscht wurde. Neulich bin ich aber über ein Produkt gestolpert… da musste ich das Ding nicht mal kaufen, um eine Meinung dazu zu haben. Neutrogena hat jetzt ein Gerät auf dem Markt gebracht, das nach 30 mal benutzen absichtlich kaputt geht. […]

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Exponentielles Wachstum vs. Corporate-Logik

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Wer schon mal ein kleines Pet Project hatte, wird das kennen: Man muss das zarte Pflänzchen mit viel Liebe gießen, bis es dann plötzlich von selbst in die Höhe schießt und Früchte trägt. Egal ob Blog, Podcast, Instagram-Account oder Geschäftsidee – das erste halbe Jahr bis Jahr ist verflixt. Man bekommt vielleicht viel Zuspruch, man […]

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Fünf Gründe, warum Pen & Paper Rollenspiele das beste Kreativitäts-Training sind

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Was haben Vin Diesel, Sasha Grey und Elon Musk gemeinsam? Richtig, sie sind alle bekennende Dungeons & Dragons Spieler. Mit Dungeons & Dragons wurde 1974 eine neue Art von Spielen erfunden – Pen & Paper Rollenspiele. Eine Mischung aus Brettspiel, Improvisationstheater und Geschichtenerzählen. Der Spielleiter erfindet eine Geschichte – und die Spieler spielen ihren Charakter. […]

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Wen die DSGVO wirklich trifft

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Google sagt, sie hätten 500 Personenjahre für die Vorbereitung auf die neue Datenschutzgrundverordnung der EU aufgewendet. Klingt viel. Ist es aber nicht – wenn man es in Relation setzt. Google hat letztes Jahr 111 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Nehmen wir mal an, die Aussage mit den 500 Jahren stimmt. Und nehmen wir mal an, es […]

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Was ist das Endgame von Habitica?

Falk Ebert  Keine Kommentare  4 Minuten zu lesen

Bei Spielen wie World of Warcraft spricht man vom „Endgame“. Gemeint ist: Wenn das Spiel den Reiz des Neuen verloren hat, wenn man viele Levels geklettert ist, was macht man dann eigentlich noch damit? Bei WoW besiegt man immer und immer wieder die selben Bosse, um neues Equipment zu bekommen. Doch kann auch Habitica den […]

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Mein Wunschzettel an Dorothee Bär

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Deutschland hat jetzt eine Digitalministerin. Naja, eigentlich eine „Staatsministerin für Digitalisierung“. Die hat kein Ministerium, aber zumindest mal einen Twitter- und Instagram-Account. Kein Aprilscherz, auch, wenn es danach klingt. Dennoch sage ich: Geben wir ihr eine Chance. Hier wäre mein ganz persönlicher digitalpolitischer Wunschzettel: Leistungsschutzrecht und Depublikationspflicht schnellstmöglich wieder abschaffen. Das Urheberrecht auf einen Stand bringen, der […]

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