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Schritt eins von der Idee zum Startup

Falk Ebert  3. Dezember 2018  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Strategie

Seit es „Höhle der Löwen“-Produkte im Rewe gibt, ist die Startup-Szene im Mainstream. Der Tagtraum vom erfolgreichen Startup ist der neue Lottogewinn.

Und dagegen ist gar nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil. Nur, wer wirklich den ersten Schritt machen möchte, muss ein paar einfache Wahrheiten akzeptieren. Wahrheit Nummer zwei ist „eine Idee ist kein Geschäftsmodell“.

Wahrheit Nummer eins ist „deine Idee ist vermutlich nicht neu“. Wenn ich für jede bereits umgesetzte Idee, die mir jemand als vollkommen neu gepitcht hat, einen Cent bekommen hätte, wäre das Early Stage Funding für mein nächstes Startup bereits in trockenen Tüchern.

Und nein, auch ich bin dagegen nicht gefeit. Hier sind ein paar Ideen, von denen ich mal begeistert war – irgendwas zwischen mehreren Sekunden und mehreren Jahren lang:

  • Eine Fahrradklingel-App (Die App-Stores sind voll davon)
  • Ein webbasiertes PM-Tool, das nicht furchtbar ist (Asana ist verdammt nahe dran)
  • Eine universelle Lern-Quellen-Empfehlungs-Website (sah in meinem Kopf ziemlich genau wie Learn Anything aus)
  • Ein Online-Tool für strukturierte Debatten (wurde genau wie ich es mir gedacht hatte von Kialo umgesetzt und ich liebe die Website)

Fakt ist, vermutlich hatte einer der anderen 7,5 Milliarden Menschen schon mal die Idee, die gerade in deinem Kopf herumschwirrt. Und Fakt ist, im Internet findet man diese (erfolgreichen oder erfolglosen) Versuche auch verdammt schnell.

Was aber auch wahr ist: Nur, weil es jemand schon mal versucht hat, ist die Idee nicht für immer verloren. Man kann mit seinem Startup das Problem der Zielgruppe (die „Jobs to be done“) immer noch besser, schneller, anders lösen.

Und dennoch – oder gerade deswegen – sollte man zuerst mal googlen.

17 Tage Digital Detox

Falk Ebert  5. November 2018  Keine Kommentare  5 Minuten zu lesen  Technologie

Bereits ab dem ersten Tag ohne Smartphone bemerkte ich an mir die Veränderung:
Mein Blick wurde schärfer. Meine Gedanken wurden klarer. Selbst die Früchte fingen an süßer zu schmecken.

Bullshit. So war es natürlich nicht. Aber fangen wir von vorne an.

Schon lange wollte ich eine bestimmte Zeit ohne Smartphone verbringen. Unser Cuba-Trip schien mir ein guter Zeitpunkt zu sein. Der Begriff Digital Detox ist dabei natürlich Quatsch. Denn einerseits ist „Detox“ im Sinne von Entschlackung und das dahinter stehende Marktsegment esoterischer Blödsinn. Und andererseits habe ich nicht komplett auf alles verzichtet, was mit Einsen und Nullen funktioniert.

Regeln

Womit wir schon bei den Regeln wären: Mein Smartphone habe ich im Anflug auf Cuba mit vollem Akku ausgeschaltet, in eine wasserdichte Hülle gepackt und in den Rucksack oder Safe gelegt. Dort ist es bis zum Check-In für den Rückflug geblieben.

Das einzige elektrische Gerät, das ich zusätzlich noch dabei hatte, war meine digitale Kamera. Smartwatch, Nintendo Switch und anderes Spielzeug nehme ich auf langen Reisen ohnehin selten mit. Videos in Bussen und Touchscreens in Museen waren erlaubt. Abmarsch!

Wie hat es geklappt?

Erstaunlich gut. Teilweise natürlich auch deshalb, weil Cuba ein Land ist, dass die letzten Jahrzehnte ein unfreiwilliges Digital-Detox-Programm hatte.

Unterkünfte – kein Problem. Die Privatunterkünfte – „Casas Particulares“ – sind in Cuba in Sachen Preis und Qualität extrem ähnlich. Wir haben die ersten zwei Nächte vorab gebucht. Ab dann haben uns die Vermieter die jeweils nächste Unterkunft empfohlen – und per Telefon reserviert.

Sehenswürdigkeiten – kein Problem. Tatsächlich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Reiseführer gelesen. Besonders das Buch von DK war extrem gut darin, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte zusammenzufassen.

Transport – einfach die Hosts oder die Leute auf der Straße fragen. Und dann warten. In Cuba hat man ohnehin kaum eine Chance, ein geplantes Verkehrsmittel zur geplanten Zeit zu bekommen.

Nachteile

Klar, dadurch verliert man Zeit. Wer also Sightseeing-Effizienz möchte, verliert. Wer Mindful Travel machen möchte ist der Gewinner.

Aktuell sein, das kann ein Papier-Reiseführer natürlich nicht. Und Geheimtipps geben sowieso nicht. Ihr kennt das ja: Wenn ein Restaurant ein mal in einem gedruckten Lonely Planet ist – nur nicht hingehen. Dort spielen sie garantiert nur Chan Chan und das Essen ist fürchterlich.

Gerade bei Restaurants fällt noch etwas anderes auf. Die fehlende Personalisierung. Gedruckte Reiseführer geben einen guten allgemeinen Überblick – und schlechte spezielle Empfehlungen. Suche nach einem günstigen, Vegetarier-freundlichem Restaurant außerhalb der Hauptstadt? Nope. Keine Chance.

Wir haben oft bei den Gastfamilien gegessen. Auch okay.

Was hat es mit mir gemacht?

Zunächst die für mich wichtigste Erkenntnis: Ich bin nicht Smartphone-süchtig. Ich konnte mir beim besten Willen keine Entzugserscheinungen diagnostizieren. Was eben ein Ding ist: In manchen Situationen zu denken „hätte ich jetzt Internet, könnte ich xy tun, das wäre echt praktisch.“

Allerdings hat mich nach der ersten Woche eine gewisse Langeweile, oder besser gesagt „Input-Unterforderung“ ereilt. Besonders an den Tagen, an denen wir am Strand waren. Kein Podcast? Schade! Kein eBook? Schade!

Ich habe mir deshalb ein Buch im lokalen Buchladen gekauft. War ganz nett, mal wieder blättern beim Lesen. Das Problem ist nur, dass das Sozialismus-Angebot das genaue Gegenteil des Internet-Angebots ist. In der Jugendbücher-Ecke gab es genau drei verschiedene Bücher. Ich habe mich dann für das einzige Sci-Fi-Buch entschieden. Stellte sich heraus, er war verdammt schlecht geschrieben. Und Teil zwei einer Trilogie.

Dafür aktiviert Langeweile auch immer Produktivität. Ich habe die zwei Reiseführer mehrfach komplett durchgelesen und kann euch heute alles über die Geschichte von Cuba sagen. Habe ich dabei mehr gelernt als mit YouTube-Videos, der Cuba-Dokumentation auf Netflix und History-Podcasts als digitale Ergänzung? Ich glaube nicht, aber es hat sich in Ordnung angefühlt.

Ein deutlicher Effekt war war außerdem die verstärkte soziale Kommunikation. Kein Booking und kein Fahrplan bedeutet: Viel mehr mit Menschen reden. Gut für mein Spanisch. Aber auch anstrengend für meinen inneren Monk. Der Beziehung zu meiner Freundin hat es sicherlich gut getan. Ich habe zumindest erfahren, dass sie es spannend finded, wenn ich sie mit World-of-Warcraft-Nostalgie zuquatsche…

Fazit

Mein Ergebnis: Ich bin nicht Smartphone-süchtig. Wie erwartet. Smartphones sind nützlich und ohne sie fehlt etwas in unserem Leben. Und doch kann es sinnvoll sein, sie zeitlich begrenzt zu verbannen und selektiv einzuschränken.

Was für mich funktioniert hat, war Folgendes.

„zeitlich begrenzt verbannen“:

  • kein Social checken bei der Date-Night mit dem Lebensgefährten
  • Bahnticket in der Landessprache kaufen, um die Sprache zu lernen
  • beim Schlafengehen das Gerät nicht auf dem Nachttisch haben

„selektiv einschränken“:

  • Bullshit-Pushnachrichten konsequent blocken
  • Business-Mails nicht im Urlaub lesen
  • nervige Gruppenchats muten

Klingt banal? Ist es leider auch.

Aber wie gesagt: Vom Schlürfen eines Detox-Tees wird sich in eurem Leben eben auch nicht viel ändern.

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