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Was ist das Endgame von Habitica?

Falk Ebert  7. Mai 2018  Keine Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Bei Spielen wie World of Warcraft spricht man vom „Endgame“.

Gemeint ist: Wenn das Spiel den Reiz des Neuen verloren hat, wenn man viele Levels geklettert ist, was macht man dann eigentlich noch damit? Bei WoW besiegt man immer und immer wieder die selben Bosse, um neues Equipment zu bekommen. Doch kann auch Habitica den Spieler bei Laune halten – ein Spiel, bei dem es eigentlich um das Aufbauen von guten Gewohnheiten abseits des Spiels geht?

Ich habe für diesen Artikel ein paar Freunde um ihre aktuelle Meinung zu Habitica gebeten. Zum Beispiel Henning (Level 109, Schurke), der für das Spiel immer noch die selbe Begeisterung spürt, wie ich sie ursprünglich hatte:

„Als Gamification-anfälliger Bräutigam legte ich mir Habitica damals im Zuge meiner anstehenden Hochzeit zu. Denn das überwältigende Ausmaß an – für mich -nicht-lebensbedrohlichen-Deko-Entscheidungen (don’t tell ma wife) riefen ein kleines Motivationstief hervor. Seitdem nutze ich die App für alle anstehenden Aufgaben, bei ich nicht so richtig den Arsch hochkriege oder die ich einfach nicht vergessen will. Beruflich hatte ich nie dieses Problem, weshalb ich die App ausschließlich für private Zwecke nutze. Deshalb an alle, die für den nächsten Frühjahrsputz oder die quartalsfällige Pfandrückgabe auch die ein oder andere Portion Motivation bedürfen: Holt euch diese App!“

Ich war damals zu Beginn etwas abgeschreckt von dem schlechten User Interface. Und doch habe ich schnell das Grundprinzip der App schätzen gelernt – das spielerische Gestalten von selbst gewählter Umerziehung.

Und dennoch hat mit der Zeit die Begeisterung von mir etwas nachgelassen. Nicht, weil das Tracking zu mühselig wurde. Sondern eher, weil der Spaß der Rollenspiel-Elemente einfach nicht mehr gegeben war. Ja, am Anfang war es nett, seinen Charakter zu bauen und auszurüsten. Aber die Quests und die Endbosse sind auf Dauer… naja. Eine Ähnliche Rückmeldung hat mir aus unserer Helden-Truppe auch Timo (Level 50, Krieger) gegeben:

„Früher haben mich die Punkte motiviert, bzw. der Gamification-Ansatz. Als wir anfingen, waren ich und meine Freunde auf dem gleichen Niveau. Irgendwann jedoch ist es stark auseinander gedriftet, da es an Einheitlichkeit bei der Punktevergabe mangelte — einige haben für sehr marginale Leistungen Punkte eingesetzt, andere für eher größere ToDos. Andererseits fand ich die Verspieltheit der App nicht mehr so attraktiv: Schwerter, Monster… ich will doch einfach nur meinen Alltag geregelt bekommen. Ich vermute, so fing es an, dass ich die App immer weniger nutzte.“

Eines muss man jedoch sagen – die App funktioniert. Zumindest mit meinem Held (Level 92, Schurke) hat Habitica sicherlich zur einen oder anderen gewollten Verhaltensänderung geführt. So auch bei Corry (Level 94, Magierin):

„Ich habe Habitica genutzt, um gesünder zu leben und fitter zu werden. So nehme ich bspw. die Treppe statt des Aufzugs & trinke mind. 2 Liter Wasser täglich. Der Teamgedanke unterstützt dabei, das Vorgenommene umzusetzen. Habitica macht Spaß und die Habits dann auch. Mittlerweile brauche ich Habitica nicht mehr, sondern habe die (meisten) Aufgaben in meinen Alltag integriert.“

Auch ich hatte den Effekt. Und dann habe ich massiv aufgeräumt, viele Punkte aus der App gelöscht und ganz gezielt neue gute Vorsätze hinzugefügt.

Ich denke, das ist das Endgame von Habitica: Selektives Hinzufügen neuer guter Vorsätze und genaues Management von den Belohnungen, die man sich mit der Ingame-Währung kaufen kann. Das Ausrüsten des Charakters und die Quests können ihren Reiz verlieren. Die ToDo-Funktion kann nicht gegen spezialisierte Anwendungen antreten. Doch die erzielten veränderten Gewohnheiten bleiben.

Ich kann jeden verstehen, der wegen der Technik, wegen dem fehlenden Reiz oder wegen was auch immer Habitica aufgibt. Aber ich bleibe dabei, es lohnt sich, die App mal auszuprobieren. Bildet doch einfach eine kleine Test-Gruppe und ab in den Kampf!

Mein Wunschzettel an Dorothee Bär

Falk Ebert  2. April 2018  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Deutschland hat jetzt eine Digitalministerin. Naja, eigentlich eine „Staatsministerin für Digitalisierung“. Die hat kein Ministerium, aber zumindest mal einen Twitter- und Instagram-Account. Kein Aprilscherz, auch, wenn es danach klingt.

Dennoch sage ich: Geben wir ihr eine Chance.

Hier wäre mein ganz persönlicher digitalpolitischer Wunschzettel:

  • Leistungsschutzrecht und Depublikationspflicht schnellstmöglich wieder abschaffen.
  • Das Urheberrecht auf einen Stand bringen, der die alltägliche Mediennutzung von Digital Natives entkriminalisiert.
  • Gesetzliche Verankerung echter Netzneutralität und konsequente Ablehnung von Extrawurst-Diensten wie StreamOn.
  • So was wie die DE-Mail oder das digitale Anwaltspostfach noch mal, nur dieses mal nicht als komplettes fucking Desaster.
  • Zeitgemäße Schulen mit WiFi, BYOD und Prozessen für Lehrpläne, die mit der Realität außerhalb der Schulen mithalten.
  • Verbraucherschutz als Antwort auf die Probleme von IoT im Privatgebrauch.
  • Bessere rechtliche Standards bei Themen wie dem autonomem Fahren, Drohnen, Digitales Erbe und den DSGVO-Bestimmungen.
  • Open Access als Standard an allen staatlichen Universitäten.
  • Schutz der Zivilbevölkerung gegen massenhaftes Abschnorcheln von in- und ausländischen Geheimdiensten.
  • Ein Bundestag, der nicht alle paar Monate gehackt wird und überhaupt bessere Gesetze zur IT-Sicherheit.

Und ja, Deutschland könnte im Ländervergleich auch mal wieder ein paar Ränge bei der Breitbandversorgung und den Kosten für brauchbares mobiles Internet nach oben klettern. Vielleicht in die Nähe der Top10? Man darf ja träumen.

Das Problem ist, ich glaube nicht mehr so richtig dran. Und dennoch: Geben wir ihr eine Chance.

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