Navigation

Wen die DSGVO wirklich trifft

Falk Ebert  4. Juni 2018  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Google sagt, sie hätten 500 Personenjahre für die Vorbereitung auf die neue Datenschutzgrundverordnung der EU aufgewendet. Klingt viel. Ist es aber nicht – wenn man es in Relation setzt.

Google hat letztes Jahr 111 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Nehmen wir mal an, die Aussage mit den 500 Jahren stimmt. Und nehmen wir mal an, es sind keine Arbeits-Jahre gemeint, sondern echte 4,4 Millionen Stunden Arbeit. Dann sind das in etwa 0,000045 Stunden Aufwand, den sie pro Jahresumsatz-Euro aufgewendet haben. Also nicht mal eine Sekunde.

Rechnen wir das auf einen kleinen Webshop um, der 100.000 Euro im Jahr Umsatz hat: Beim selben Aufwand (relativ zum Umsatz) kommt dieser Webshop-Betreiber schon doppelt so schlecht weg, wenn er sich auch nur einen einzigen Tag mit der DSGVO beschäftigen musste.

Ein kleiner Verein mit 3000 Euro in der Kasse pro Jahr hätte nach dieser Rechnung nur rund 15 Minuten, mit denen sich ein Ehrenamtlicher um die DSGVO kümmern müsste. Das reicht nicht mal, um eine Datenschutzerklärung mit irgendeiner Vorlage zusammenzubasteln.

Das trifft indirekt auch den Verbraucher. Und dazu kommen noch die präventiven Fälle von Datenvernichtung. Mein Fitnessstudio hat zum Beispiel vorgesorgt – und den Schrank mit den Trainingsplänen abgeschafft. Alle (handgeschriebenen) Trainingspläne, die nicht mit nach Hause genommen wurden, sind inzwischen vernichtet.

Die DSGVO sollte uns vor der Übermacht von Konzernen wie Facebook und Google schützen. Tatsächlich haben beide Konzerne von mir noch so viele Daten wie vorher. Dafür weiß jetzt garantiert niemand mehr, wie viel Kilo ich bei der Brustpresse schaffe. Außer Google, denn seitdem führe ich meinen Trainingsplan bei Google Keep. Good job.

Irgendwie erinnert mich die ganze Geschichte an das Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Das sollte auch mal Google treffen. Am Ende hat es Google genau null geschadet, während kleinere Anbieter den Kürzeren gezogen haben.

Ich verstehe und befürworte die Intention hinter der DSGVO. Aber wir brauchen wirklich eine klügere Gesetzgebung, wenn wir die Internet-Giganten irgendwie einfangen möchten.

PS: Die Rechnungen für diesen Artikel liegen hier, falls ich einen Fehler gemacht habe – gerne kommentieren!

 

 

Was ist das Endgame von Habitica?

Falk Ebert  7. Mai 2018  Keine Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Bei Spielen wie World of Warcraft spricht man vom „Endgame“.

Gemeint ist: Wenn das Spiel den Reiz des Neuen verloren hat, wenn man viele Levels geklettert ist, was macht man dann eigentlich noch damit? Bei WoW besiegt man immer und immer wieder die selben Bosse, um neues Equipment zu bekommen. Doch kann auch Habitica den Spieler bei Laune halten – ein Spiel, bei dem es eigentlich um das Aufbauen von guten Gewohnheiten abseits des Spiels geht?

Ich habe für diesen Artikel ein paar Freunde um ihre aktuelle Meinung zu Habitica gebeten. Zum Beispiel Henning (Level 109, Schurke), der für das Spiel immer noch die selbe Begeisterung spürt, wie ich sie ursprünglich hatte:

„Als Gamification-anfälliger Bräutigam legte ich mir Habitica damals im Zuge meiner anstehenden Hochzeit zu. Denn das überwältigende Ausmaß an – für mich -nicht-lebensbedrohlichen-Deko-Entscheidungen (don’t tell ma wife) riefen ein kleines Motivationstief hervor. Seitdem nutze ich die App für alle anstehenden Aufgaben, bei ich nicht so richtig den Arsch hochkriege oder die ich einfach nicht vergessen will. Beruflich hatte ich nie dieses Problem, weshalb ich die App ausschließlich für private Zwecke nutze. Deshalb an alle, die für den nächsten Frühjahrsputz oder die quartalsfällige Pfandrückgabe auch die ein oder andere Portion Motivation bedürfen: Holt euch diese App!“

Ich war damals zu Beginn etwas abgeschreckt von dem schlechten User Interface. Und doch habe ich schnell das Grundprinzip der App schätzen gelernt – das spielerische Gestalten von selbst gewählter Umerziehung.

Und dennoch hat mit der Zeit die Begeisterung von mir etwas nachgelassen. Nicht, weil das Tracking zu mühselig wurde. Sondern eher, weil der Spaß der Rollenspiel-Elemente einfach nicht mehr gegeben war. Ja, am Anfang war es nett, seinen Charakter zu bauen und auszurüsten. Aber die Quests und die Endbosse sind auf Dauer… naja. Eine Ähnliche Rückmeldung hat mir aus unserer Helden-Truppe auch Timo (Level 50, Krieger) gegeben:

„Früher haben mich die Punkte motiviert, bzw. der Gamification-Ansatz. Als wir anfingen, waren ich und meine Freunde auf dem gleichen Niveau. Irgendwann jedoch ist es stark auseinander gedriftet, da es an Einheitlichkeit bei der Punktevergabe mangelte — einige haben für sehr marginale Leistungen Punkte eingesetzt, andere für eher größere ToDos. Andererseits fand ich die Verspieltheit der App nicht mehr so attraktiv: Schwerter, Monster… ich will doch einfach nur meinen Alltag geregelt bekommen. Ich vermute, so fing es an, dass ich die App immer weniger nutzte.“

Eines muss man jedoch sagen – die App funktioniert. Zumindest mit meinem Held (Level 92, Schurke) hat Habitica sicherlich zur einen oder anderen gewollten Verhaltensänderung geführt. So auch bei Corry (Level 94, Magierin):

„Ich habe Habitica genutzt, um gesünder zu leben und fitter zu werden. So nehme ich bspw. die Treppe statt des Aufzugs & trinke mind. 2 Liter Wasser täglich. Der Teamgedanke unterstützt dabei, das Vorgenommene umzusetzen. Habitica macht Spaß und die Habits dann auch. Mittlerweile brauche ich Habitica nicht mehr, sondern habe die (meisten) Aufgaben in meinen Alltag integriert.“

Auch ich hatte den Effekt. Und dann habe ich massiv aufgeräumt, viele Punkte aus der App gelöscht und ganz gezielt neue gute Vorsätze hinzugefügt.

Ich denke, das ist das Endgame von Habitica: Selektives Hinzufügen neuer guter Vorsätze und genaues Management von den Belohnungen, die man sich mit der Ingame-Währung kaufen kann. Das Ausrüsten des Charakters und die Quests können ihren Reiz verlieren. Die ToDo-Funktion kann nicht gegen spezialisierte Anwendungen antreten. Doch die erzielten veränderten Gewohnheiten bleiben.

Ich kann jeden verstehen, der wegen der Technik, wegen dem fehlenden Reiz oder wegen was auch immer Habitica aufgibt. Aber ich bleibe dabei, es lohnt sich, die App mal auszuprobieren. Bildet doch einfach eine kleine Test-Gruppe und ab in den Kampf!

Mein Wunschzettel an Dorothee Bär

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Deutschland hat jetzt eine Digitalministerin. Naja, eigentlich eine „Staatsministerin für Digitalisierung“. Die hat kein Ministerium, aber zumindest mal einen Twitter- und Instagram-Account. Kein Aprilscherz, auch, wenn es danach klingt. Dennoch sage ich: Geben wir ihr eine Chance. Hier wäre mein ganz persönlicher digitalpolitischer Wunschzettel: Leistungsschutzrecht und Depublikationspflicht schnellstmöglich wieder abschaffen. Das Urheberrecht auf einen Stand bringen, der […]

Lesen …

Gute Hardware + Schlechte Software = Schlechtes Experience

Falk Ebert  Keine Kommentare  3 Minuten zu lesen

Wer haptische Komponenten mit guter Software verbindet, erschafft Magie. Wenn aber einer der beiden Bausteine nicht gut ist, ist das ganze Produkt für die Tonne. Mein Staubsaugroboter ist ein positives Beispiel. Auf der Hardware-Seite ist er solide verarbeitet, hat eine gute Saugleistung, ausreichend Sensoren und einen großen Tank. Software-seitig überzeugt er mit einer modernen Smartphone-App, […]

Lesen …

Warum ich gegen Digitalisierungsprojekte bin

Falk Ebert  2 Kommentare  2 Minuten zu lesen

Die übliche Perspektive auf Digitalisierung ist folgende: Die Welt hat sich total gewandelt, wegen Internet und so. Die Firmen haben das aus irgendeinem Grund verschlafen. Deshalb muss jetzt mit Beraterfirmen ein Digitalisierungsprojekt angestoßen werden. Klingt logisch, oder? Und alle profitieren davon. Die Berater, die diese Digitalisierungsprojekte verkaufen. Die Manager, die sich damit profilieren. Und die […]

Lesen …

Wrap-Up der Tech-Hardware 2017

Falk Ebert  2 Kommentare  4 Minuten zu lesen

Nach langer Pause wegen Masterarbeit melden wir uns für 2018 zurück! In Zukunft wird es wieder Artikel geben. Und zwar immer am ersten Montag des Monats. Heute im Fokus: Was ist aus den wichtigsten Technik-Themen 2017 geworden? Ein persönlicher Erlebnisbericht und ein unfundierter Ausblick. 1. Wearables Seit über einem Jahr trage ich jetzt eine Motorola […]

Lesen …

Petyr Baelish ist der Prototyp des Strategen

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Ein guter Stratege braucht viele Qualitäten. Eine davon ist es, alle Eventualitäten zu bedenken. Richard Rumelt schreibt dazu in Good Strategy/Bad Strategy: Under pressure to develop a way out of the difficulty, that first idea is a welcome relief. Thank goodness, here is something to hang on to! It feels much better to get oriented. […]

Lesen …

10 Kabel

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Es gibt clevere technische Lösungen – und es gibt Voice Chat auf der Nintendo Switch. Wer im neuen Shooter Splatoon 2 mit Freunden sprechen möchte, benötigt dafür eine App. Und ein Kabel-Gewirr, das ich hier mal anskizziert habe: Sieht kompliziert aus, ist es auch. Dafür ist die App aber auch… richtig schlecht programmiert. Bei ausgeschaltetem Smartphone bricht […]

Lesen …

Alle Jahre wieder… kommt der Hass auf Sky

Falk Ebert  5 Kommentare  2 Minuten zu lesen

Wie kann ich Game of Thrones legal schauen? Diese Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn die neue Staffel erscheint. Die Serie ist gut. Ich bezahle dafür gerne. In Deutschland hat HBO die Rechte an Sky verkauft. Das war ein Fehler. Denn Sky ist so ziemlich der nutzerunfreundlichste Laden, den es im Medien-Business gibt. Alleine das […]

Lesen …

Wie viel Zelda verträgt ein Skyrim?

Falk Ebert  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen

Jede Welt hat ihre Wahrheiten. Und jede Welt hat ihre eigenen Gefühle. In Hyrule, der Welt von Zelda, sind die Drachen klar fernöstlich geprägt. Sie sind ein Teil der Natur der Spielwelt. Ihr Auftauchen ist ein magischer Moment, begleitet von sanften Klängen. In Himmelsrand, der Welt von Skyrim haben wir dagegen den klassisch-westlichen Drachen. Wyvern-Form, […]

Lesen …