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Gefährlich Gut 9: Redesign über das Logo hinaus

Falk Ebert  12. Juni 2017  1 Kommentar  2 Minuten zu lesen  Marketing

Ist es schwerer einen einzelnen Menschen zu verändern, oder einen Konzern mit tausenden Mitarbeitern? Ich weiß es nicht, aber für Letzteres fällt mir zumindest ein Beispiel ein.

Es war 2016 und ich wollte mir eine neue Tastatur kaufen. Am Ende ist es eine von Logitech geworden und ich habe es nicht bereut. Denn die Marke hatte gerade einen großen Relaunch durchgemacht. Und der ging weit über das Logo hinaus.

  • Die Website sah plötzlich so aus, als könnte man damit Spaß haben. Wie Apple, nur mit weniger Pathos.
  • Viele Produkte waren plötzlich in schönen, farblich ansprechenden Verpackungen untergebracht. Mit Unboxing-Goodies, wie bereits eingelegten Batterien, die sich durch Entfernen eines kleinen Plastikteils aktivieren lassen.
  • Die Produkte hatten Namen statt Nummern. Sie hatten einfach und schön gestaltete Infografiken statt dämlichen Anleitungsheften in 100 Sprachen.
  • Und auch das Produkt selbst war überraschend gut gemacht. Eine Tastatur, die ich für mein Android-Telefon, mein iPad und meinen Windows-Desktop gleichermaßen benutzen kann. Keine Treiber notwendig. Und es wurde an so vielen Stellen mitgedacht. Wenn ich z.B. Alt-Tab drücke, kann ich damit genauso durch meine Fenster bei Windows wie durch meine Apps auf den Smart Devices scrollen. Und Junge, fühlen sich die Tasten gut an.

20 Euro müssen für eine Tastatur ausreichen, so mein Schwabenhirn vor dem Kauf. Am Ende bin ich mit einer Tastatur für 100 Euro nach Hause gelaufen.

Das ist es, weshalb sich Marken-Relaunches lohnen.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.

  • Ich bin ja nun nicht so sicher, ob das wirklich was mit dem Marken-Relaunch zu tun hat… ich bin seit Jahren ein überzeugter Logitech – Käufer (tippe auf einem K800, bewege eine Performance Mouse MX zum arbeiten und eine G602 zum spielen, am HTPC hängt eine K400, am Notebook eine M220 (die uralte hat nach 10 Jahren den Geist aufgegeben), und beschallt werde ich von einem Z506 und auf der Terrasse von einem (uralten) Pure-Fi mobile. Bedient wird dann noch eine ganze Menge mit der Harmony, auch mal via Hub über App.

    Da ist von den Top-Produkten über Mittelklassemodelle bis „mei, schüttet man eh mal ein Bier drauf“ alles dabei, und das ist auch der Grund, warum ich das Zeug kaufe: Es ist wirklich _alles_ *gut*.

    Es wundert mich also überhaupt nicht, dass Du mit der Tastatur happy bist. Das war schon Ende der 90er alles super.

    Da hatten sie auch noch das alte, grafische Logo. Fand ich besser. Wie auch Produkte mit Nummern – ich nehme an, Du hast Dir die K780 geholt, die ist (für den Zweck) das Topmodell, weil: _höchste Zahl_. Ist User-friendly, finde ich. Ich fand es aber auch total zum Kotzen, dass mein E280 keinen 2,8-Liter-Motor hatte. Fahre daher jetzt einen XF3.0, da ist drin, was draufsteht. Ich hätte trotzdem gerne wieder eine Kühlerfigur, aber die macht Mercedes ja nun auch nicht mehr.

    Die Website ist halt so hipster-chic für Doofe. Man muss jetzt zehnmal mehr klicken als vorher, um die Unifying-Software zu finden, und das ist das einzige, was man da braucht.