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Das entliehene Sachbuch

Falk Ebert  13. März 2017  4 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Neulich habe ich für meine Freundin ein Buch zurück in die Bibliothek gebracht.

Sie hatte mir ziemlich genau geschrieben, wo ich es abgeben musste. Also bin ich in die Bahn zum Dammtor gestiegen, bin zum Campus der Uni Hamburg gelaufen und hab den Philosophieturm gesucht. Dort habe ich mich zwei mal im Stockwerk geirrt, bis ich die richtige Institutsbibliothek gefunden hatte. Da ich keine Ahnung hatte, in welchen Apparat das Buch abgelegt werden musste, hat das freundlicherweise die Mitarbeiterin für mich erledigt.

Um dieses Buch abzugeben, waren ca. 45 Minuten meiner Zeit notwendig. Das Buch hingegen war ein dünnes Sachbuch. Die darin enthaltenen Informationen lassen sich mit unter einem Megabyte verlustfrei speichern.

Ich bin 45 Minuten durch Hamburg gelaufen. Für eine Informationsmenge, die sich innerhalb von 20 Sekunden an jeden beliebigen Flecken der Erde transportieren lässt.

Liebe Freunde.

Ich verstehe ja, dass Verlage, Bibliotheken und Universitäten historisch gewachsene Systeme sind. Ich verstehe, dass die Welt sich nicht von jetzt auf gleich komplett ändern kann. Und ja, ich weiß, dass Monetarisierung von digitalen Inhalten schwer und Piracy ein Ding ist.

Aber seit den 60er Jahren haben wir vernetzte Computersysteme zwischen Universitäten. Seit den neunziger Jahren haben wir dieses Netz auch bis nach Hause. Und seit 2010 haben wir brauchbares Internet in unser Hosentasche. Wollen wir nicht mal anfangen, das akademische System ernsthaft darauf auszurichten?

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.

  • Timo Heuer

    Also wir hatten (in Hamburg) Zugang zum Online-Bibliothekssystem. Nicht schick, aber nahezu alle Bücher konnten in diversen Formaten, darunter PDF oder kindle-optimiert, heruntergeladen werden.

    • FalkEbert

      Definiere „nahezu alle“? Die meisten Bücher, die ich zu meiner Bachelor-Zeit so ausleihen wollte, gab es noch nicht mal digitalisiert. 😅

      • Timo Heuer

        Sagen wir: alles vor 1980 nicht digital, alles zwischen 1980 bis 2000 mit Glück, alles danach zu 90 % digital. Kann aber auch daran gelegen haben, wie die Bibliothek strukturiert war, die Uni-Bib in HH gehört ja mit zur Staatsbibliothek. (Zugang zu Springer gab es aber auch von der Uni aus.)

  • Ich bin von Bibliotheken, z.B. hier in Stuttgart sowieso maßlos enttäuscht. Nichts, aber auch rein gar nichts, was ich in den letzten zwei Jahren an Sachbüchern lesen wollte, gab es dort. Weder digital noch als Paperback. Und das war sicher keine reine Nischenliteratur sondern zum Teil sehr relevante Werke und zum Teil sogar von deutschen Autoren. Ich habe keine Ahnung mit was für Büchern die ganzen Gebäude voll sind, aber irgendwie ist nie das dabei was man sucht…