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Mein bislang erfolgreichster guter Vorsatz, den ihr auch mal versuchen solltet

Falk Ebert  20. Februar 2017  5 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Gaming, Internet und Social Web

Vor sieben Jahren habe ich einen Schwur geleistet, den ich bis heute nicht gebrochen habe:

Keine Free-to-Play-Spiele mehr anfassen.

Um das zu erklären, hilft ein Blick in die Geschichte der Videospiele:

  • Arcade Games waren so designed, dass man irgendwann stirbt. Man konnte also länger spielen, wenn man a) gut ist oder b) eine Münze einwirft.
  • Dan kamen Heimkonsolen und Spiele wie das erste Zelda. Sie waren zunehmend so konzipiert, dass man irgendwann gewinnt. Und man sollte bis dahin eine möglichst gute Zeit haben.
  • Smartphone- und Facebook-Spiele gehen heute oft einen dritten Weg. Sie kosten nichts. Aber wer wirklich im Spiel vorankommen möchte, muss irgendwann zahlen. Um künstliche Wartezeiten zu überbrücken, um eine Chance gegen zahlende Gegner zu haben, oder um Inhalte freizuschalten, die extrem wichtig sind.

Man kann sich das schönreden. „Mal ein paar Euro zahlen, dafür hab ich ja auch eine Weile Spaß damit.“ Aber Fakt ist: Diese Spiele sind sehr zielgerichtet genau dafür entworfen, dass sie dich a) süchtig machen und dann b) nerven, bis deine Payments habitualisiert sind oder du aussteigst.

Und das klappt leider verdammt gut. Der durchschnittliche zahlende „Game of War“-Spieler investiert 550 Dollar in das Spiel. Der durchschnittliche nicht-zahlende Spieler gibt irgendwann genervt auf, ohne ein tolles Spielererlebnis gehabt zu haben.

Dabei sind Spiele, die nach dem „alten“ Prinzip funktionieren inzwischen im Preiskampf mit den F2P-Titeln unglaublich günstig geworden. Egal ob Smartphone-Spiele wie Monument Valley, Videospiel-Klassiker wie RCT oder künstlerisch wertvolle Cross-Platform-Spiele wie Bastion. Diese Spiele kosten unter 10 Euro und bieten stundenlange, wunderschön gestaltete Spielerlebnisse.

Wer hier gezielt investiert, hat mehr von seinem Geld.

Und genauso wichtig: Mehr von seiner Zeit.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.

  • Da muss ich heute mal widersprechen. Ich spiele schon ewig League of Legends und habe bis heute keinen Cent dafür ausgegeben. Ich kenne viele, die dafür (auch viel) Geld ausgeben, aber es geht hier keinesfalls um Pay to Win sondern um reine Ästhetik. Man kann seinen Fortschritt mit ein paar Euro beschleunigen, aber ein guter Spieler muss kein Geld ausgeben um gewinnen zu können. Und ich würde argumentieren, dass LoL eines der erfolgreichsten Free-to-Play Beispiele am Markt ist. Ich glaube man muss je nach Titel abwägen. Es gibt solche wie LoL die so konzipiert sind, dass sie eine riesige Community aufbauen, auch von Nicht-Zahlern. Und es gibt solche, die von vornherein ein Pay to Win Cap irgendwo haben.

    • FalkEbert

      Okay, guter Einwand. Bei MOBAs wie LoL gehe ich mit. Das lebt ja (als eSport-naher Titel) davon, dass es eben nicht Pay to Win ist. MOBAs sind aber auch die absolute Ausnahme. Mir ging es um Titel wie World of Tanks, Clash of Clans und Konsorten.

  • Felix Weltheld

    Gegenbeispiel:

    Hearthstone ist F2P und es gibt Inhalte, die man sowohl mit Geld, als auch über ingame Currency einfach freispielen kann – und das ist klasse gemacht. Es dauert zwar länger, seine Sammlung über Ingame-Currency zu erweitern, aber es fühlt sich dadurch auch wesentlich besser an (als für Echtgeld). Zudem wird das ganze dadurch strategischer und man wird gezwungen, fehlende Karten durch andere zu substituieren – und man überlegt stärker, welche Karten man sich für die Currency freischaltet.

    • FalkEbert

      Auch bei Hearthstone muss ich dir Recht geben. Ich sehe schon, „Free to Play“ kommt als Begriff nicht nahe genug heran an das, was ich sagen möchte.

      Vielleicht sind „Pay to Win“ (Spiel wird unsinnig schwer oder andere zahlende Spieler sind im Vorteil) oder „Pay to Play“ (Spielzeit ist künstlich beschränkt oder Möglichkeit zum Fortschritt wird irgendwann extrem eingeschränkt) bessere Begriffe.