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Anki vs. Memrise: Die zwei fundamental unterschiedlichen Arten von Software

Falk Ebert  23. Januar 2017  Keine Kommentare  2 Minuten zu lesen  Gefahrgut

Obwohl beide dem selben Zweck dienen, könnten sie nicht unterschiedlicher sein: Memrise und Anki sind beides digitale Antworten auf Karteikarten-Lernen. Und dennoch sieht man schon auf den ersten Blick, dass hier zwei sehr unterschiedliche Philosophien am Werk sind.

Screenshot Anki:

Screenshot Anki

Screenshot Memrise:

Screenshot Memrise

Der Unterschied zwischen den beiden Apps demonstriert ziemlich gut einen Unterschied, den man bei Anwendungssoftware immer wieder findet.

Die Unterschiede

Software wie Anki wird in der Regel von wenigen Entwickeln gebaut. Oft unter Open Source Lizenz. Entweder sie sind kostenlos, spendenfinanziert, oder sie werden per Einmalzahlung erworben – Updates kostenlos.

Memrise entsteht in einem Startup mit 25 Mann. Es ist kostenlos gestartet, dann aber schnell in ein Abo-basiertes Freemium-Modell übergegangen.

Anki ist reich an sehr detaillierten Features, für die aber teilweise Zusatzmodule installiert werden und die sich auf den ersten Blick nicht erschließen. Die Software speichert Daten lokal. Für das Weiterlernen in der Web-App muss man sie aufwändig synchronisieren.

Memrise ist fokussiert und selbsterklärend. Wenige Features, dafür funktionieren die auch. Die Anmeldung erfolgt über Facebook-Login, die Daten liegen in der Cloud.

Und vielleicht der wichtigste Unterschied:

Anki sieht aus wie freie Software eben aussieht: Zweckmäßig, mit nicht besonders aufgeräumten User Interface.

Memrise ist durchdesigned. An manchen Stellen etwas zu bemüht und fancy. Aber immer mit dem durchschnittlichen Nutzer im Blick.

Es ist nicht A oder B

Man kann den Vergleich jetzt so lesen, dass Memrise die tolle, neue Software-Realität ist und Anki ein Überbleibsel aus dem Web 1.0. Doch das möchte ich gar nicht unbedingt sagen.

Ich glaube, dass beide Arten von Software ihre Daseinsberechtigung haben. Für die schnelle Lern-Session am Morgen nutze ich Memrise. Doch als ich neulich innerhalb einer Woche für zwei schwere Klausuren lernen musste, habe ich für den Not-Einsatz Anki gewählt. Unter anderem deshalb, weil es ohne zu murren offline funktioniert und ich lange Zeit in Nepal und im Flieger war.

Es gibt für fast jede Anwendung eine Memrise-artige Lösung und eine Anki-artige Lösung. Nur, wer sich die jeweiligen Stärken und Schwächen genau klar macht, kann die für sich beste Entscheidung treffen.

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.