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Ich finde Wikis immer noch hot

Falk Ebert  9. Januar 2017  1 Kommentar  2 Minuten zu lesen  Technologie

Auch wenn der Hype vorbei ist. Auch, wenn Agenturen viel lieber den hundertsten Facebook- oder Instagram-Kanal zur Verlängerung der klassischen Kommunikation verkaufen. Ich finde Wikis immer noch super spannend und glaube an ihr Potential.

„Corporate Wikis“ könnte man als kollektiv gepflegte, Browser- und Hyperlink-basierte Wissensdatenbanken im beruflichen Einsatz bezeichnen. Und sie können so viel nervige Bürokratie so viel einfacher machen.

Denn Wikis sind ein offener Ort der kollektiven Wahrheit.

Ohne Wiki:

  • Die HR schreibt in einem zwei Monate langen Prozess eine Richtlinie, wie man Urlaub nimmt und was dabei zu beachten ist. Sie formatiert das Ganze in einer „schönen“ Powerpoint-Datei mit „lustigen“ GIFs und schickt es alle bestehenden Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter bekommen die Datei auf Nachfrage weitergeleitet. Wenn sie Glück haben sogar die aktuelle Version davon.

Mit Wiki:

  • Die HR schreibt eine Seite im Wiki „Bitte beachten bei deinem Urlaub“ und hält sie aktuell. Der Mitarbeiter findet sie, wenn er danach sucht.

Ohne Wiki:

  • Neue Mitarbeiter müssen ihren Kollegen die wichtigen Infos zum Arbeitsalltag aus der Nase ziehen. Je nach Grad der Extrovertiertheit des Mitarbeiters gelingt das besser oder schlechter.

Mit Wiki:

  • Es gibt eine Onboarding-Seite, in die jeder seine Tipps für einen guten Start eintragen kann. Mit der Zeit entsteht so das perfekte Onboarding, nach Jobs geordnet.

Ohne Wiki:

  • Kollege Maier weiß sehr viel über Dinge. Kollege Maier verlässt die Firma. Sein Wissen geht mit ihm.

Mit Wiki:

  • Kollege Maier trägt wichtige Links, Gedanken und Fakten im Wiki zusammen. Andere Lernen davon. Er profitiert davon. Heile Welt. Regenbögen.

Ja, ein Wiki fordert viel von einem Unternehmen in Sachen Kultur, Vertrauen und Arbeitsmoral. Ein Unternehmen, in dem diese Parameter nicht ausreichend auf „Wiki-Kompatibilität“ gestellt sind, ist aber ohnehin keines, in dem ich arbeiten möchte.

 

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.

  • Volker Ebert

    Kann ich voll unterstreichen. Vor ca. 8 Jahren habe ich ein Wiki für ca. 60 R&D Mitarbeiter gestartet. Resultat: ca. 3000 Artikel und, ich lüge nicht: 2,2 Millionen page views. Ich betrachte Wikis mittlerweile as „die grösstmögliche Annäherung and die Borg“: Für ein grosses Unternehmen mit dem typischen Kommunikationsengpass wäre es das Paradies, wenn jeder alles Wissen von jedem hätte. Ist reine Science Fiction – aber ein Wiki ist die beste mir bekannte Annäherung daran.
    Ich könnte stundenlang drüber schreiben, also nur ein paar wenige Beispiele:
    Anleitungen für die Firmentools, von Usern für User.
    Langzeitspeicher über Bauteile, Kunden, Projekte, … die sonst nirgendwo gespeichert sind. Spart uns, Arbeiten zu wiederholen um Erkenntnisse zu erlangen, die wir schon vor Jahren gewonnen hatten.
    Einfachstes Verbreiten von Wissen: Anstatt dutzendemale in ähnlichen Mails immer wieder dasselbe zu erzählen wie es geht, einfach einen Link auf den Wikiartikel verschicken mit dem Hinweis: „Schau mal da, und wenn Du was ergänzen möchtest: klick den Edit Knopf“.
    Jetzt hör ich auf, sonst werden das noch 20 weitere Seiten…