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Drei wichtige Fragen zur Wii U beantwortet

Falk Ebert  1. Januar 2013  5 Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Die Wii U im Test

Wir haben eine Wii U. Wir haben sie ordentlich durchgetestet. Jetzt sagen wir euch, was sie taugt. Heute ein kurzer Überblick in drei Punkten.

Wie „Casual“ oder „Core“ ist die Wii U?

Von Nintendo wurde der Nachfolger der Wii zunächst als Konsole angekündigt, mit der man Profi-Gamer zurückgewinnen möchte. Warum zurückgewinnen? Weil die inzwischen längst an der Xbox hängen geblieben sind. Die Wii hat mit ihrer blue ocean Strategie völlig neue Käuferschichten gewonnen – dabei aber auch andere verloren.

Markiert die Wii U hier einen Wendepunkt? Vielleicht muss man die Zielgruppen noch etwas genauer definieren:

  • Der Quasi-Nicht-Gamer, der Farmville für ein forderndes Spiel hält und Solitair für einen guten Zeitvertreib: Für ihn ist die Konsole relativ teuer. Auch das Menü und das Setup der Konsole ist weniger minimalistisch als bei der Wii.
    Zum Mitspielen z.B. bei Nintendo Land oder Mario Bros ist die Wii U aber ideal. Denn hier wurde wirklich viel getan, um das Mitspielen für Anfänger so einfach wie möglich zu gestalten. Das läuft auch bei vier Mitspielern richtig smooth. Ergo kann die Wii U auch eine tolle Familien-Konsole sein – für Papa mit den Jungs.
  • Der Gelegenheits-Gamer, der richtige Games möchte, aber nicht  wirklich Zeit hat, mit 14-jährigen Freaks um den besten Gamerscore zu konkurrieren: Für ihn ist die Wii U ideal. Wichtige 3rd-Party-Titel wie Assassins Creed oder Mass Effect lässt die Wii U nicht missen und das Gamepad kann eine echte Bereicherung für jedes Spiel sein.
    Außerdem steht Nintendo immer noch für Marken wie Mario und Zelda – großer Spielspaß, gerade und auch für postpubertäre Gamer.
  • Der Profi-Gamer, der sich kürzlich für Far Cry 3 einen neuen Rechner gekauft hat: Keine Konsole wird den PC zum Zocken für ihn ersetzen können. Aber die Wii U könnte sich für ihn trotzdem als Lokale-Multiplayer-Fun-Maschine lohnen.
    Denn da ist Nintendo seit dem NES ungeschlagen!

Fazit: Die Wii U hat genug Power für die „richtigen“ Spiele, holt aber auch Gelegenheitsspieler gut ab.

Homescreen der Wii U

Taugt die Wii U als Medienrechner oder Sofa-Tablet?

„Alles außer Zocken“ war ein Test-Schwerpunkt – hier gab es Enttäuschungen und Überraschungen.

  • Schade: Steckt man einen USB-Stick in das Gerät, wird der erst mal so formatiert, dass kein PC oder Mac ihn mehr lesen kann. Die Wii U als Film-, Musik- oder Foto-Abspielgerät ist auf diese Art zumindest nicht zu gebrauchen. Außerdem nervig: Die Ladezeiten der Apps sind noch einen Tacken zu lang. Kennt man bereits von der Wii.
  • Super: Die Usability des Gerätes ist dank des Gamepads erstklassig. Das gilt für die Menüs, das gilt für den Browser und das gilt für die YouTube-App (hier mehr dazu). Wer ein iPad hat weiß, dass da noch Luft nach oben ist, wer einen sogenannten „Smart“TV hat, weiß aber auch, dass da noch sehr, sehr viel Luft nach unten ist. Ich war wirklich positiv überrascht.
    Das „Miiverse“ getaufte soziale Netzwerk macht auch richtig Laune. Als Mischung aus Spiele-basierten Foren und in die Spiele integriertes Microblogging ermöglicht es den Austausch mit anderen Spielern – gemalt oder geschrieben.
  • Potential: Generell kann man zum jetzigen Zeitpunkt aber nur auf das große Potential verweisen. Denn es gibt im Moment genau zwei (in Worten: zwei) Apps im Ecosystem. Und TVii ist noch nicht released. Warum ich aber großes Potential sehe: Das Gamepad kann einfach alles, was man sich vorstellen kann. Touch, Tasten, Kamera, Mikro, Gyrosensor, NFC (!), Sound. Und als lernende Fernbedienung für den TV kann man es auch verwenden!

Fazit: Wir sind gespannt.

Apps auf der Wii U – Bislang nur YouTube und UPLAY

Wie abwärtskompatibel ist die Wii U?

Hier kann ich absolut grünes Licht geben. Alle Spiele der Wii können hochskaliert mit der Wii U gespielt werden. Natürlich nicht in echter HD-Auflösung, sondern mit Upscaling, aber alles andere hätte ich nicht erwartet.

Die Kanäle der Wii können mit einem speziellen Kanal importiert und in einer emulierten Wii-Umgebung gestartet werden. Das konnte ich allerdings noch nicht testen, weil der Vorgang nicht reversibel ist und ich meine Wii U eventuell an Nintendo zurückschicken mussten.

Besonders gut: Die alten Wiimotes und Nunchuks werden bedingungslos akzeptiert, Wii Motion Plus ist nur Pflicht, wo es wirklich gebraucht wird. Das spart das Controller-Kaufen für Multiplayer Spaß und macht die Wii U für treue Wii-Besitzer noch mal interessanter!

Fazit: Danke, Nintendo!

Datenübertragung von der Wii zur Wii U mit dem entsprechenden Kanal

Morgen werfen wir einen Blick auf das „Wii Sports“ der neuen Konsole: Nintendo Land

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.