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How to be a social media douchbag 2

Falk Ebert  11. Mai 2010  3 Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web, Werbung mit und im Internet

How to be a Social Media Douchebag corporate edition

Warum sollte man das peinliche Benehmen im Social Web den Privatpersonen überlassen? Auch Unternehmen können sich bei Facebook und Co zum Affen machen! Egal ob Tante-Emma-Laden oder aktiennotierter Multikonzern: Wir vom Gefahrgut Blog reichen euch Firmen die Hand und zeigen die wichtigsten Schritte zur Blamage in den sozialen Netzwerken!

1. Wirf soziales Konfetti

Es gibt unzählige Seiten der Kategorie „Social Media“ da draußen. Das Ziel sollte es sein, auf allen zu sein! Du veröffentlichst jeden Monat eine Pressemitteilung? Das reicht für einen Twitter-Account! Du hast fünf Bilder vom letzten GirlsDay? Dafür brauchst du einen Flickr-Account! Das Benchmark sind die neunundvierzig Accounts von Sascha Lobo!

Wäre das geschafft, wird Konfetti geschossen! Egal ob Blog, Twitter, Facebook oder sonstwas: Alles wird mit allem verlinkt. Nur auf die Homepage kommt kein Link zu den Netzwerken. Das könnte ja „normale“ Menschen verschrecken.

2. Mach einen richtig hässlichen Twitter-Hintergrund!

Denn für deine dreieinhalb verlinkten Pressemitteilungen reicht das sowieso. Inspiration für unschöne Twitter-Hintergründe bietet der Gefahrgut-Blog!

3. Sei eine kommunikative Einbahnstraße!

Nur weil du als Firma auf Twitter, Facebook, YouTube und sonstigen Plattformen die Chance hast, einzelne Menschen direkt anzusprechen, bedeutet das nicht, dass du es auch tun solltest! Du hast seit deinem Bestehen nur mit Journalisten geredet und deine Pressemitteilungen nur an Journalisten verschickt. Warum das ändern, liebe Firma? @-Replys stören auf deiner Profilseite sowieso nur.

4. Sei kein Mensch!

Wenn du schon nicht mit Menschen redest, dann solltest du auch nicht als Mensch reden. Zeige keine Gefühle, gestehe keine Fehler ein, rede nicht offen. Und lass vor allem keine Bilder deiner Mitarbeiter in’s Internet gelangen. Geht doch keinen User etwas an, wer da twittert oder für Facebook schreibt. Immerhin geht es um dich, um deine Marke! Du bist ein sprechendes Logo.

5. Mach ein doofes Gewinnspiel!

Wenn unter deiner Flagge ein neues Produkt eingeführt wird, mach ein Gewinnspiel. Deine potentiellen Kunden sollen beschreiben, was sie mit dem Produkt machen würden oder ein Foto einreichen oder so. Das ist originell, das ist witzig, das ist das Internet!

6. Social Media ist deine Werbefläche!

Jede Social Media Seite bietet die Möglichkeit, irgendwo Bilder hochzuladen, Texte in dein Profil zu schreiben oder Seitenelemente deiner Präsenzen zu gestalten. Das ist deine Chance! Warum Anzeigen in Zeitungen schalten, wenn der selbe werbliche Content auch auf 35 Facebook-Reitern untergebracht werden kann? Wozu Pressemitteilungen schreiben, wenn sie danach nicht in voller Länge auf StudiVZ hochgeladen werden? Warum nicht den anpassbaren Hintergrund deines YouTube-Channels mit Werbebotschaften vollmüllen?

7. Du sprichst deine eigene Sprache!

Du darfst deine Fans bei Facebook gerne „Facebook-Freunde“ nennen, auch wenn das sonst niemand tut. Du darfst auch Retweets als „Weiterverlinkungen“ schimpfen oder deine YouTube-Videos zu „Internet-Videos“ degradieren. Ist ja nicht so wichtig, dass es Social Media schon vor dir gab! You make the rules!

8. Bleib in deiner eigenen Welt!

Bitte bloß keine Infos über Dinge veröffentlichen, die nicht hundertprozentig deinem Unternehmen zuzuordnen sind. Kein einziges Informationsschnipselchen über Entwicklungen am Markt, Trends deiner Branche oder interessante Artikel aus dem thematischen Umfeld! Nur deine Produkte, deine Pressemitteilungen, deine Werbebotschaften.

Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, seinen 30-Sekünder für Informationen zu verschwenden.

9. Verbiete deinen Mitarbeitern das Social Web!

Sperre Facebook, deine Mitarbeiter müssen auch in der Mittagspause nicht mit ihren Kindern chatten! Sperre Twitter, deine Mitarbeiter brauchen sich nicht mit Branchenkollegen austauschen. Sperre YouTube, denn Virals sind zwar ein lustiges Gruppenerlebnis für die Belegschaft, jedoch geht es bei dir ja nicht um Spaß am Arbeitsplatz! Deshalb: Spiegel Online und die Firmenhompage sind genug dieses Internets für die Mitarbeiter, die du bezahlst!

10. Halte dich dem Social Web fern!

Wenn dir die Regel 1.-9. zu kompliziert sind, gibt es auch einen anderen Weg, eine echte Douchebag-Firma zu sein: Mach einfach gar nichts. Chancen sind immer mit Risiken verbunden. Gefahrgut ist nichts für dich. Die Homepage war schon teuer genug!

Prost Mahlzeit.

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Falk Ebert

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.